🌞 Vitamin D – zuerst messen, dann gezielt und kontrolliert handeln
Vitamin D wirkt im Körper wie ein Steroidhormon und reguliert über 2.000 Gene. Ein Mangel bleibt oft jahrelang unbemerkt und kann Immunsystem, Muskelkraft, Psyche und das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen.
In unserer Praxis in Wernau gilt: Erst die Diagnostik, dann die Therapie. Wir bestimmen Ihren genauen 25-OH-Vitamin-D-Wert und stellen die Dosierung individuell ein – mit verpflichtender Laborkontrolle spätestens nach 3 Monaten.
Unser Zielbereich: 80–100 ng/ml – innerhalb der Synlab-Referenz von 20–135 ng/ml, aber in einem Bereich, der nach unserer Erfahrung und aktueller Forschung für viele Patienten gesundheitlich optimal ist.
🔍 Was ist Vitamin D – und warum ist es so besonders?
Trotz seines Namens ist Vitamin D kein klassisches Vitamin. Im Körper wird es wie ein Steroidhormon gebildet und wirkt über den Vitamin-D-Rezeptor (VDR) in nahezu jeder Körperzelle. Wissenschaftler haben bislang mehr als 2.000 Gene identifiziert, die durch diesen Wirkstoff reguliert werden.
Die Synthese beginnt in der Haut: UV-B-Strahlung wandelt 7-Dehydrocholesterol in Prä-Vitamin D3 um. In der Leber entsteht daraus 25(OH)D3 – der Speicherwert, den wir im Labor messen. In den Nieren und im Gewebe wird er weiter zur biologisch aktiven Form 1,25(OH)₂D3 (Calcitriol) aktiviert.
Klassisch bekannt ist die Rolle im Calciumhaushalt und bei der Knochenmineralisation. Aber Vitamin D ist ebenso entscheidend für das Immunsystem, die Muskelkraft, den Herzrhythmus, den Blutzuckerhaushalt und die psychische Stabilität. Das erklärt, warum ein Mangel so viele unterschiedliche Beschwerden auslösen kann.
⚠️ Mögliche Hinweiszeichen auf einen Vitamin-D-Mangel
Ein Vitamin-D-Mangel äußert sich selten durch ein einzelnes Symptom. Meist entsteht ein unspezifisches Beschwerdebild, das sich nur durch einen Laborwert sicher zuordnen lässt. Häufige Hinweiszeichen sind:
Wichtig: Diese Beschwerden können viele verschiedene Ursachen haben. Erst der Laborwert zeigt, ob ein Vitamin-D-Mangel tatsächlich beteiligt ist – und wie groß er ist. Daher steht in unserer Praxis immer die Diagnostik am Anfang.
🌥️ Warum haben so viele Menschen zu wenig Vitamin D?
In Deutschland und Mitteleuropa ist Vitamin-D-Mangel weit verbreitet. Laut Robert Koch-Institut haben mehr als 50 % der Bevölkerung im Winter unzureichende Werte. Das hat mehrere, gut verstandene Ursachen.
Sonnenstand: Zwischen Oktober und März ist der UV-B-Anteil des Sonnenlichts in unseren Breitengraden zu gering für eine nennenswerte Vitamin-D-Synthese. Selbst an klaren Wintertagen – die Sonne scheint, aber sie wirkt nicht. Die körpereigene Produktion ist von Oktober bis März praktisch eingestellt.
Moderner Lebensstil: Die meisten Menschen verbringen über 90 % ihrer Zeit in Innenräumen. Glasscheiben filtern UV-B vollständig heraus – durch ein Fenster kann kein Vitamin D gebildet werden. Sonnenschutzmittel ab LSF 15 reduzieren die Synthese um über 95 %. Das ist sinnvoll zum Schutz vor Sonnenbrand – erklärt aber, warum selbst Menschen, die im Sommer aktiv draußen sind, häufig niedrige Werte haben.
Weitere wichtige Risikofaktoren:
- Höheres Lebensalter: Bei 70-Jährigen ist die Synthesekapazität der Haut um ca. 75 % reduziert.
- Dunkler Hauttyp: Melanin schützt vor UV-B – und verlangsamt gleichzeitig die Vitamin-D-Bildung erheblich.
- Übergewicht: Vitamin D ist fettlöslich und wird im Fettgewebe gespeichert – dem Blutkreislauf steht weniger zur Verfügung.
- Leber- und Nierenerkrankungen: Da Vitamin D in beiden Organen aktiviert wird, können Erkrankungen die Verwertung deutlich einschränken.
- Darmerkrankungen: Morbus Crohn, Zöliakie oder andere Resorptionsstörungen behindern die Aufnahme aus Nahrung und Supplementen.
- Bestimmte Medikamente: Glukokortikoide (Kortison), Antiepileptika und einige andere Wirkstoffe beeinflussen den Vitamin-D-Stoffwechsel negativ und erhöhen den Bedarf.
- Mangelnde Cofaktoren: Fehlt Magnesium, kann Vitamin D im Körper nicht richtig aktiviert werden – selbst bei ausreichender Einnahme.
🤝 Warum Vitamin D nicht ohne Vitamin K2 MK7 gegeben werden sollte
Vitamin D erhöht die Calciumaufnahme aus dem Darm deutlich. Das ist erwünscht – aber der Körper muss dieses Calcium auch an den richtigen Stellen einbauen: in Knochen und Zähne, nicht in Blutgefäße, Nieren oder Weichteile.
Genau hier kommt Vitamin K2 ins Spiel. Es aktiviert zwei entscheidende Proteine, die ohne ausreichend K2 inaktiv bleiben:
Osteocalcin: Bindet Calcium in der Knochenmatrix und sorgt für stabile Knochenstruktur. Ohne aktives K2 bleibt Osteocalcin in seiner nicht-carboxylierten Form (ucOC) – das Calcium kann nicht richtig eingebaut werden.
Matrix-Gla-Protein (MGP): Verhindert Calciumablagerungen in den Arterienwänden. MGP ist einer der stärksten bekannten natürlichen Hemmer der Gefäßverkalkung. Ohne K2 bleibt es inaktiv – und das Risiko für Arteriosklerose steigt.
Die praktische Schlussfolgerung: Wer höhere Dosen Vitamin D nimmt, ohne gleichzeitig Vitamin K2 zu supplementieren, erhöht die Calciumaufnahme, ohne die Schutzmechanismen zu aktivieren. Das kann auf Dauer problematisch sein.
In unserer Praxis verordnen wir Vitamin D deshalb grundsätzlich in Kombination mit Vitamin K2 MK7 all-trans. Die Bezeichnung „all-trans“ ist entscheidend: Nur diese geometrische Konfiguration ist biologisch aktiv. Viele günstige Präparate enthalten erhebliche Anteile an biologisch inaktiven cis-Isomeren – bitte bei der Produktauswahl auf „100 % all-trans MK7“ achten.
Die bevorzugte Form ist MK7 (Menachinon-7), möglichst aus natürlichen Quellen (Natto-Extrakt). Sie hat im Blut eine Halbwertszeit von ca. 72 Stunden – deutlich länger als MK4 (ca. 1 Stunde) oder Vitamin K1 (1,5 Stunden). Diese lange Verfügbarkeit sorgt für eine kontinuierliche Aktivierung der K2-abhängigen Proteine über mehrere Tage.
🔬 Labordiagnostik: Was wir messen – und warum
Bevor wir eine Vitamin-D-Therapie beginnen, messen wir den genauen Versorgungsstatus. Das ist keine Formalität – es ist die unverzichtbare Grundlage für eine wirksame und sichere Therapie. Ohne Ausgangswert tappt man im Dunkeln.
Der zentrale Laborwert ist 25-Hydroxy-Vitamin D3 (25-OH-D3) im Serum. Er zeigt, wie gut Ihr Körper tatsächlich mit Vitamin D versorgt ist – egal ob aus Sonnenlicht, Nahrung oder Supplementen. Dieser Wert ist stabil und gut messbar.
Der Referenzbereich bei Synlab lautet 20–135 ng/ml. Viele Arztpraxen bezeichnen Werte ab 20–30 ng/ml als „ausreichend“. In unserer Praxis sehen wir das differenzierter – denn „normal“ und „optimal“ sind zwei verschiedene Dinge.
📊 Unsere Bewertung der Vitamin-D-Werte (25-OH-D3)
| Bereich (ng/ml) | Bewertung |
|---|---|
| Unter 20 | Deutlicher Mangel – Supplementierung dringend empfohlen |
| 20–50 | Suboptimal – für viele Körperfunktionen nicht ausreichend |
| 50–80 | Guter Bereich – für manche Patienten bereits ausreichend |
| 80–100 ✅ | Unser Zielbereich – innerhalb der Referenz, präventiv optimal |
| 100–135 | Noch im Referenzbereich – engmaschige Kontrolle ratsam |
| Über 150 | Potenziell toxisch – Calcium und PTH unbedingt kontrollieren |
Neben dem Vitamin-D-Wert kontrollieren wir immer auch:
Calcium im Serum: Steigt Calcium während der Therapie an, kann das ein Hinweis auf zu hohe Dosierung oder unzureichende K2-Versorgung sein. Ohne Calcium-Kontrolle ist jede Hochdosistherapie unverantwortlich – deshalb messen wir es immer parallel.
Parathormon (PTH): Ein erhöhtes PTH ist ein Zeichen, dass der Körper versucht, seinen Calciumbedarf über Knochenabbau zu decken – klassische Folge eines Vitamin-D-Mangels. Sinkt PTH nach Beginn der Therapie auf Normalwerte, ist das ein sehr gutes Zeichen für die Wirksamkeit.
Magnesium (intrazellulär): Magnesium ist für die Aktivierung von Vitamin D unerlässlich. Ein Mangel kann dazu führen, dass Vitamin D trotz Einnahme nicht richtig wirkt. Der Serumspiegel allein ist hier oft nicht aussagekräftig – wir prüfen bei Bedarf den intrazellulären Wert.
💊 Dosierung in der Praxis: Individuell, kontrolliert, wirksam
Die häufigste Frage in unserer Praxis lautet: „Wie viel Vitamin D brauche ich?“ Die ehrliche Antwort ist: Das hängt von Ihrem Ausgangswert ab. Es gibt keine sinnvolle Einheitsdosis – was wir bieten, ist eine individuelle, laborgesteuerte Therapie.
Unser Standardbeginn für erwachsene Patienten, sofern keine besonderen Erkrankungen oder Kontraindikationen vorliegen:
🌿 Unsere Standard-Startdosierung
- 5.000 IE Vitamin D3 täglich – mit fetthaltiger Mahlzeit
- 200 µg K2 MK7 all-trans täglich – ebenfalls zu einer Mahlzeit
- 400 mg Magnesiumcitrat oder -glycinat täglich – bevorzugt abends
- Erste Laborkontrolle: spätestens nach 3 Monaten (25-OH-D3, Calcium, PTH)
Diese Startdosierung liegt höher als die „offiziellen“ Empfehlungen von 800–1.000 IE – aus gutem Grund: Aktuelle Forschung zeigt zunehmend, dass diese Empfehlungen für viele Menschen zu niedrig sind, um therapeutisch wirksame Spiegel zu erreichen.
Wichtig: Wir bezeichnen diese Dosierung ausdrücklich als Ausgangspunkt, nicht als Dauerlösung. Der gemessene Laborwert nach 3 Monaten entscheidet, ob die Dosis beibehalten, erhöht oder reduziert wird. Ohne diese Kontrolle wäre die Therapie nicht verantwortungsvoll.
Manche Patienten benötigen deutlich höhere Dosierungen – zum Beispiel bei:
- Stark erhöhtem Körpergewicht
- Absorptionsstörungen (Morbus Crohn, Zöliakie)
- Sehr niedrigen Ausgangswerten unter 15 ng/ml
- Einnahme von Medikamenten, die Vitamin D abbauen (z. B. Kortison, Antiepileptika)
In diesen Fällen arbeiten wir mit entsprechend engmaschigerer Kontrolle – auch das ist Teil einer verantwortungsvollen Therapie.
🧪 Aus eigener Erfahrung – Heilpraktiker Arno Kreuer
Ich nehme selbst täglich 20.000 IE Vitamin D3 – und mein persönlicher 25-OH-D-Wert liegt stabil bei 95 ng/ml. Das zeigt: Die Dosis allein sagt nichts. Entscheidend ist der tatsächlich gemessene Wert im Blut.
Mein persönlicher Fall ist kein Rezept für andere – er zeigt aber anschaulich, dass höhere Dosierungen bei konsequenter Kontrolle sicher begleitet werden können. Jeder Körper verstoffwechselt Vitamin D anders. Deshalb ist die regelmäßige Laborkontrolle das wichtigste Instrument dieser Therapie.
Das Dreistufenmodell, das sich in unserer Praxis bewährt hat:
1. Initialphase (0–3 Monate): Individuelle Startdosis entsprechend Ausgangswert und Risikofaktoren. Erste Laborkontrolle nach spätestens 3 Monaten. Kein „Drauflos-Supplementieren“ ohne Messung.
2. Anpassungsphase: Nach dem Erstlabor wird die Dosis gezielt angepasst. Ziel ist es, den Wert schrittweise in den Bereich 80–100 ng/ml zu bringen. Nächste Kontrolle wieder nach 3 Monaten.
3. Erhaltung und Monitoring: Ist der Zielbereich stabil erreicht, genügen halbjährliche Kontrollen. Im Winter sinken die Werte bei manchen Patienten – eine saisonale Dosiserhöhung ist dann oft sinnvoll.
🧲 Cofaktoren: Was Vitamin D für seine Wirkung braucht
In der Praxis sehen wir regelmäßig Patienten, die trotz korrekter Vitamin-D-Einnahme nur einen geringen Anstieg im Blut zeigen. Häufig liegt es nicht an der Dosis – sondern an fehlenden Begleitnährstoffen. Vitamin D kann seine Wirkung nur dann voll entfalten, wenn bestimmte Cofaktoren ausreichend vorhanden sind.
Magnesium ist der mit Abstand wichtigste Cofaktor. Ohne Magnesium kann Vitamin D weder in der Leber in seine Speicherform noch in der Niere in seine aktive Form (Calcitriol) umgewandelt werden. Über 300 Enzymreaktionen sind magnesiumabhängig. Wir empfehlen 300–400 mg täglich, bevorzugt als Magnesiumcitrat oder -glycinat.
Ein häufiges Problem: Der Magnesium-Serumspiegel erscheint oft normal, obwohl ein intrazellulärer Mangel vorliegt. Zeigen Patienten trotz ausreichender Dosierung keinen Anstieg des Vitamin-D-Werts, prüfen wir deshalb den intrazellulären Magnesiumstatus genauer.
Vitamin A arbeitet synergistisch mit Vitamin D an gemeinsamen Rezeptoren (VDR). Ein Vitamin-A-Mangel kann die Vitamin-D-Wirkung abschwächen. Empfehlenswert sind 700–1.000 µg täglich – idealerweise aus natürlichen Quellen (Leber, Süßkartoffeln, Karotten) oder als Retinol-Supplement.
Zink ist Cofaktor für viele Vitamin-D-abhängige Enzyme und für das Immunsystem unverzichtbar. Bei chronischen Infektionen oder Immunschwäche überprüfen wir den Zinkstatus regelmäßig. Eine gezielte Supplementierung mit 10–15 mg täglich kann die Therapieergebnisse spürbar verbessern.
Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und unterstützen die Vitamin-D-Wirkung am Rezeptor. Wir messen den Omega-3-Index und empfehlen hochwertige Fischöl- oder Algenöl-Präparate, wenn der Wert unter 8 % liegt.
🥗 Ernährung, Sonnenlicht und Lebensstil
Über die Ernährung allein lässt sich ein optimaler Vitamin-D-Spiegel in Deutschland kaum erreichen – aber sie spielt eine unterstützende Rolle. Für Vitamin K2 ist die Nahrung sogar besonders bedeutsam.
Natürliche Vitamin-D-Quellen in der Nahrung:
- Fetter Seefisch: Wildlachs enthält 400–1.000 IE pro 100 g, Hering, Makrele und Sardinen sind ebenfalls reich. Zweimal wöchentlich 150 g sind eine sinnvolle Ergänzung.
- Eier aus Freilandhaltung: Ca. 40 IE pro Eigelb. Hühner mit Freilauf produzieren bis zu 6-fach mehr Vitamin D als Käfighaltung.
- Pilze (UV-exponiert): Getrocknete Steinpilze oder Shiitake, die dem Sonnenlicht ausgesetzt waren, enthalten messbare Mengen an Vitamin D2.
Natürliche K2-Quellen:
- Natto: Japanisches Fermentationsprodukt aus Sojabohnen – mit Abstand die reichste Quelle (ca. 1.000 µg K2 MK7 pro 100 g). Geschmacklich gewöhnungsbedürftig.
- Hartkäse aus Weidemilch: Gouda, Emmentaler und ähnliche Käsesorten enthalten 10–76 µg K2 pro 100 g, je nach Reifung.
- Butter und Schmalz aus Weidemilch: Geringere, aber messbare Mengen K2.
- Leber: Enthält K2, Vitamin A und Zink – eine sinnvolle Ergänzung für alle drei Cofaktoren.
Wichtiger Einnahmehinweis: Da Vitamin D und K2 fettlöslich sind, sollten beide Supplemente immer zu einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden. Bereits 5–10 g Fett (z. B. ein Teelöffel Olivenöl) können die Aufnahme um mehrere Hundert Prozent verbessern.
Sonnenlicht: Von April bis September empfehlen wir regelmäßigen Aufenthalt im Freien zur Mittagszeit (11–15 Uhr), ohne Sonnenschutz, aber ohne Sonnenbrand. 15–25 Minuten auf Gesicht, Arme und Beine reichen bei heller Haut oft aus. Das ist die natürlichste und kostengünstigste Form der Vitamin-D-Versorgung – ersetzt aber in den Wintermonaten eine gezielte Supplementierung nicht.
📚 Ausgewählte wissenschaftliche Hintergründe
Die Forschungslage zu Vitamin D hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich verdichtet. Im Folgenden eine Auswahl relevanter Studien, die unsere Praxisphilosophie wissenschaftlich untermauern – alle mit direktem Link zur Originalquelle.
Holick MF (2007) – NEJM: Grundlegende Übersichtsarbeit über Vitamin-D-Mangel und seine weitreichenden Folgen. Zeigt, dass Vitamin D über 200 Gene reguliert – damals ein Paradigmenwechsel.
Geleijnse JM et al. – Rotterdam-Studie (2004): Über 4.800 Teilnehmer, 10 Jahre Beobachtungszeit. Hohe K2-Aufnahme war mit einem um 57 % reduzierten Risiko für kardiovaskulären Tod verbunden.
Manson JE et al. – VITAL-Studie (2019) – NEJM: Über 25.000 Teilnehmer. In bestimmten Subgruppen (Normalgewicht, niedrige Ausgangswerte) deutlich reduziertes Krebsrisiko unter Vitamin-D-Supplementierung.
Martineau AR et al. (2017) – BMJ: Meta-Analyse mit über 11.000 Teilnehmern. Vitamin-D-Supplementierung reduzierte das Risiko für akute Atemwegsinfekte um 12–70 % – besonders ausgeprägt bei Personen mit niedrigem Ausgangswert.
Wichtiger Hinweis: Diese Studien zeigen Zusammenhänge und wissenschaftliche Hinweise – sie ersetzen keine individuelle Diagnostik und Beratung. Interpretation und Dosierung müssen immer auf Ihren persönlichen Laborwert abgestimmt sein.
📖 Fallbeschreibung aus der Praxis
⚠️ WICHTIGER HINWEIS: Die folgende Fallbeschreibung ist vollständig fiktiv und dient ausschließlich der anschaulichen Darstellung. Sie stellt weder eine echte Krankengeschichte dar noch ein Heilversprechen. Individuelle Ergebnisse können stark abweichen.
Herr T., 58 Jahre, kommt in die Praxis wegen anhaltender Erschöpfung, häufiger Atemwegsinfekte (5–6 pro Saison) und ziehender Muskelschmerzen in Beinen und Rücken – Beschwerden, die seit zwei Jahren bestehen und sich in den Wintermonaten regelmäßig verschlechtern.
Die Anamnese ergibt: Bürotätigkeit, kaum Mittagspausen im Freien, keine Vitamin-D-Supplementierung. Der Hausarzt hatte vor einem Jahr einen Vitamin-D-Wert von 26 ng/ml gemessen und als „normal“ eingestuft. Herr T. hatte damals keine weiteren Informationen erhalten.
Wir veranlassen ein erweitertes Labor: 25-OH-D3: 23 ng/ml. Calcium: normal. PTH: leicht erhöht bei 74 pg/ml (Richtwert bis 65). Magnesium: unteres Normbereich. Omega-3-Index: 4,8 % (unter dem empfohlenen Wert von 8 %).
Therapiebeginn: 5.000 IE Vitamin D3 täglich kombiniert mit 200 µg K2 MK7 all-trans. Zusätzlich 400 mg Magnesiumcitrat abends und hochwertiges Fischöl (2 g täglich). Ernährungsempfehlung: mehr fetter Seefisch, Hartkäse aus Weidemilch.
Kontrolle nach 3 Monaten: Vitamin D jetzt bei 64 ng/ml. Calcium unverändert normal. PTH normalisiert auf 49 pg/ml. Herr T. berichtet über mehr Energie und weniger Muskelschmerzen. Wir erhöhen die Dosis auf 7.000 IE, um den Zielbereich 80–100 ng/ml zu erreichen.
Kontrolle nach weiteren 3 Monaten: Wert bei 88 ng/ml – stabil im Zielbereich. Dosisanpassung auf 5.000 IE als Erhaltungsdosis. Halbjährliche Kontrollen vereinbart.
⚠️ ERINNERUNG: Diese Fallbeschreibung ist vollständig fiktiv – keine reale Krankengeschichte, kein Heilversprechen. Die beschriebenen Werte und Verläufe dienen nur der Veranschaulichung unseres Therapieprinzips.
❓ Häufige Fragen zu Vitamin D und K2
Warum ist Ihr Zielwert 80–100 ng/ml und nicht einfach der Laborwert „normal“?
Der Synlab-Referenzbereich liegt bei 20–135 ng/ml. Ein Wert von 30 ng/ml liegt technisch „im Normbereich“ – aber das bedeutet nicht, dass er optimal ist. Aktuelle Studien zeigen, dass Immunfunktion, Muskelkraft, Herzgesundheit und Stimmung am besten unterstützt werden, wenn der Wert im Bereich 60–100 ng/ml liegt. Wir zielen deshalb auf 80–100 ng/ml: sicher innerhalb der Referenz, aber gesundheitlich deutlich wirkungsvoller als der bloße „Normalwert“.
Wie oft muss Vitamin D bei der Einnahme kontrolliert werden?
Bei jedem Therapiebeginn und bei jeder Dosisänderung: spätestens nach 3 Monaten. Wir kontrollieren immer gleichzeitig Calcium und Parathormon (PTH). Ist der Zielwert stabil erreicht und die Dosis konstant, reichen halbjährliche Kontrollen. Wir empfehlen, diese Laborwerte dauerhaft im Blick zu behalten – nicht nur am Anfang der Therapie.
Kann man durch Vitamin-D-Supplementierung eine Vergiftung bekommen?
Theoretisch ja – bei dauerhaft sehr hohen Dosen und ohne Kontrolle. Eine Vitamin-D-Toxizität zeigt sich durch erhöhte Calciumwerte im Blut (Hypercalciämie) und ist bei regelmäßiger Laborkontrolle gut erkennbar. Werte bis ca. 150 ng/ml gelten bei normalem Calcium und PTH als unbedenklich. Die eigentliche Gefahr liegt im unkontrollierten Eigenexperiment ohne Messung – nicht in der kontrollierten Hochdosistherapie.
Warum nehmen Sie immer K2 MK7 dazu – ist das wirklich nötig?
Ja. Vitamin D erhöht die Calciumaufnahme aus dem Darm erheblich. Dieses Calcium muss in Knochen und Zähne – nicht in Blutgefäße. Vitamin K2 MK7 aktiviert dafür zwei wichtige Proteine: Osteocalcin (leitet Calcium in den Knochen) und Matrix-Gla-Protein (verhindert Verkalkung in den Arterien). Ohne K2 besteht das Risiko, dass Calcium an falschen Stellen landet. Deshalb geben wir Vitamin D und K2 MK7 grundsätzlich zusammen.
Warum steigt mein Vitamin-D-Wert trotz Einnahme kaum an?
Das erleben wir in der Praxis regelmäßig. Die häufigsten Ursachen: Magnesiummangel (Vitamin D kann ohne Magnesium nicht aktiviert werden), Einnahme ohne Fett (fettlöslich!), Absorptionsstörungen im Darm oder Einnahme eines K2-Präparats mit hohem cis-Anteil. Wir prüfen in diesen Fällen Magnesium, Darmsituation und Präparatqualität – und passen die Strategie entsprechend an.
Wer hat ein besonders hohes Risiko für Vitamin-D-Mangel?
Besonders gefährdet sind: ältere Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit dunklerem Hauttyp, Personen mit wenig Sonnenlichtexposition (Büroarbeit, Nachtschicht, Pflegeheim), Übergewichtige, Menschen mit Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Zöliakie) sowie Patienten unter Dauermedikation mit Kortison, Antiepileptika oder Protonenpumpenhemmern. Bei diesen Gruppen empfehlen wir eine regelmäßige Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels.
Was unterscheidet Ihre Praxis von einer Standardempfehlung beim Arzt?
Viele Hausärzte empfehlen 800–1.000 IE täglich und kontrollieren nicht nach. Wir starten individuell nach Messung, häufig mit 5.000 IE + 200 µg K2 MK7, und kontrollieren nach spätestens 3 Monaten Vitamin D, Calcium und PTH. Unser Zielbereich (80–100 ng/ml) ist anspruchsvoller als der bloße Normalwert. Und wir begleiten die Therapie dauerhaft – weil ein guter Wert auch gehalten werden muss.
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Rechtlicher Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung oder Diagnostik. Naturheilkundliche Methoden sind als Ergänzung zu denken – sie ersetzen keine schulmedizinische Abklärung bei ernsten Beschwerden. Bitte besprechen Sie alle Supplementierungen mit einem Therapeuten Ihres Vertrauens, besonders bei Vorerkrankungen oder laufenden Medikamenten. Weitere Informationen: Impressum · Über die Praxis
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