Das Karpaltunnelsyndrom verursacht Schmerzen, Kribbeln und Taubheit in der Hand – naturheilkundliche Verfahren können helfen.
- 🖐️ Teil 1 – Was ist das Karpaltunnelsyndrom? Anatomie verstehen
- 🔍 Teil 2 – Ursachen und Risikofaktoren
- 🩺 Teil 3 – Diagnostik: Den Beschwerden auf den Grund gehen
- 💆 Teil 4 – Naturheilkundliche Therapie: Mein Behandlungskonzept
- 🏠 Teil 5 – Prävention und Selbsthilfe im Alltag
- ⚖️ Teil 6 – Naturheilkunde und Schulmedizin: Sinnvolle Ergänzung
- ❓ Teil 7 – Häufige Fragen (FAQ) & Ihr Weg in die Praxis
🖐️ Karpaltunnelsyndrom – Naturheilkundliche Behandlung in Wernau
Sanfte Therapie bei Kribbeln, Taubheit und Schmerzen in der Hand – Heilpraktiker Kreuer seit 1992
Kennen Sie das? Sie wachen nachts auf, weil Ihre Hand kribbelt oder sich taub anfühlt. Morgens haben Sie Schwierigkeiten, Gegenstände zu greifen, und das Gefühl von „eingeschlafenen“ Fingern begleitet Sie durch den Tag. Diese Symptome können auf ein Karpaltunnelsyndrom hindeuten.
In meiner Naturheilpraxis in Wernau bei Stuttgart/Esslingen begleite ich seit über 30 Jahren Menschen mit Karpaltunnelbeschwerden. Dabei setze ich auf bewährte naturheilkundliche Verfahren wie Neuraltherapie, Akupunktur, Ultraschalltherapie und weitere sanfte Methoden.
🖐️ Teil 1 – Was ist das Karpaltunnelsyndrom? Anatomie verstehen
Der Karpaltunnel: Eine enge Passage
Der Karpaltunnel ist ein enger Kanal an der Handgelenksinnenseite. Er wird von den Handwurzelknochen und einem festen Band – dem Retinaculum flexorum – gebildet. Durch diesen Tunnel verlaufen neun Beugesehnen der Finger und der Mittelarmnerv (Nervus medianus).
Der Nervus medianus ist für die Empfindung in Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und der Daumenseite des Ringfingers zuständig. Außerdem steuert er wichtige Muskeln des Daumenballens, die für das Greifen unverzichtbar sind.
Das Problem: Der Platz im Karpaltunnel ist begrenzt. Wenn durch Schwellung, Entzündung oder andere Faktoren der Druck im Tunnel steigt, wird der empfindliche Nerv gequetscht – das Karpaltunnelsyndrom entsteht.
Der eingeklemmte Nerv im Karpaltunnel verursacht charakteristische Beschwerden in der Hand.
Typische Symptome des Karpaltunnelsyndroms
Kribbeln und Taubheit: Das klassische Symptom – ein Kribbeln wie „Ameisenlaufen“ in Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Oft verstärkt es sich nachts oder morgens nach dem Aufwachen.
Nächtliches Aufwachen: Viele Betroffene werden nachts wach, weil die Hand „eingeschlafen“ ist. Schütteln der Hand bringt oft kurzfristige Erleichterung.
Schmerzen: Die Schmerzen können vom Handgelenk in die Finger ausstrahlen, manchmal sogar bis in den Unterarm oder die Schulter.
Schwäche beim Greifen: Im fortgeschrittenen Stadium kann die Kraft im Daumen nachlassen. Betroffene lassen häufiger Gegenstände fallen.
Muskelschwund: Bei lang andauernder Kompression kann die Muskulatur des Daumenballens abnehmen – ein Zeichen, dass dringend gehandelt werden sollte.
Stadien des Karpaltunnelsyndroms
Frühstadium: Gelegentliches Kribbeln und Taubheit, meist nachts. Die Beschwerden verschwinden durch Schütteln der Hand wieder vollständig. In diesem Stadium sind die Erfolgsaussichten einer konservativen Behandlung am besten.
Fortgeschrittenes Stadium: Dauerhafte Missempfindungen, auch tagsüber. Die Feinmotorik lässt nach, Knöpfe schließen oder kleine Gegenstände greifen wird schwieriger.
Spätstadium: Anhaltende Taubheit, Schwäche der Daumenmuskulatur, sichtbarer Muskelschwund am Daumenballen. In diesem Stadium ist oft eine Operation unvermeidlich, um bleibende Nervenschäden zu verhindern.
Beidseitiges Karpaltunnelsyndrom
Oft sind beide Hände betroffen – manchmal gleichzeitig, manchmal nacheinander. Typischerweise beginnt das Karpaltunnelsyndrom an der dominanten Hand (rechts bei Rechtshändern), da diese stärker belastet wird.
Wenn beide Hände betroffen sind, kann die Behandlung an beiden Seiten gleichzeitig oder nacheinander erfolgen. In der Praxis hat sich bewährt, zunächst die stärker betroffene Seite zu behandeln.
Abgrenzung zu ähnlichen Beschwerden
Nicht jedes Kribbeln in der Hand ist ein Karpaltunnelsyndrom. Ähnliche Symptome können auch durch andere Ursachen entstehen.
HWS-Syndrom: Probleme an der Halswirbelsäule können in den Arm und die Hand ausstrahlen. Hier sind oft alle Finger betroffen, nicht nur die typischen Karpaltunnel-Finger.
Sulcus-ulnaris-Syndrom: Der Nervus ulnaris wird am Ellenbogen eingeklemmt. Typisch sind Beschwerden am kleinen Finger und der Kleinfingerseite des Ringfingers.
Thoracic-Outlet-Syndrom: Nerven und Gefäße werden am Hals-Schulter-Übergang eingeengt. Oft verbunden mit Schulterschmerzen und Durchblutungsstörungen.
Eine sorgfältige Diagnostik ist wichtig, um die richtige Ursache zu finden und die passende Behandlung einzuleiten.
🔍 Teil 2 – Ursachen und Risikofaktoren
Mechanische Überlastung
Die häufigste Ursache für das Karpaltunnelsyndrom ist eine chronische Überlastung des Handgelenks durch wiederholte Bewegungen. Besonders gefährdet sind Menschen, die viel am Computer arbeiten, handwerkliche Tätigkeiten ausüben oder Musikinstrumente spielen.
Ständiges Tippen, Mausklicken oder gleichförmige Handbewegungen führen zu einer Verdickung der Sehnenscheiden im Karpaltunnel. Der Platz wird enger, der Nerv gerät unter Druck.
Auch Arbeiten mit vibrierenden Werkzeugen, schweres Tragen oder Sport mit starker Handgelenkbelastung können ein Karpaltunnelsyndrom auslösen oder verschlimmern.
Hormonelle Faktoren
Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Hormonelle Veränderungen spielen dabei eine wichtige Rolle. In der Schwangerschaft kommt es durch Wassereinlagerungen häufig zu einem Karpaltunnelsyndrom – das sich nach der Geburt oft von selbst bessert.
Auch in den Wechseljahren steigt das Risiko durch hormonelle Umstellungen. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann ebenfalls zur Schwellung im Karpaltunnel beitragen.
Stoffwechsel und Erkrankungen
Diabetes: Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für Nervenschäden. Der Nervus medianus ist bei Diabetes besonders empfindlich gegenüber Druck.
Rheumatische Erkrankungen: Bei Rheuma und anderen entzündlichen Erkrankungen können Schwellungen im Karpaltunnel auftreten.
Nierenerkrankungen: Wassereinlagerungen bei Nierenerkrankungen können den Druck im Tunnel erhöhen.
Übergewicht: Auch Übergewicht ist ein Risikofaktor, möglicherweise durch vermehrte Wassereinlagerungen im Gewebe.
Anatomische Faktoren
Manche Menschen haben von Natur aus einen engeren Karpaltunnel. Auch nach Handgelenksbrüchen oder anderen Verletzungen kann der Kanal verengt sein. In diesen Fällen reicht schon eine geringe zusätzliche Belastung, um Beschwerden auszulösen.
🩺 Teil 3 – Diagnostik: Den Beschwerden auf den Grund gehen
Das ausführliche Gespräch
Am Anfang steht ein gründliches Gespräch. Ich möchte verstehen, wie Ihre Beschwerden entstanden sind, wie sie sich anfühlen und was sie beeinflusst.
Wichtige Fragen sind: Welche Finger sind betroffen? Wann treten die Beschwerden auf – nachts, morgens, bei bestimmten Tätigkeiten? Gibt es eine Morgensteifigkeit? Wie ist Ihre berufliche Situation – arbeiten Sie viel am Computer, mit Werkzeugen, in gebückter Haltung?
Auch frühere Verletzungen, Vorerkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenprobleme und Medikamente sind wichtig. Bei Frauen frage ich nach Schwangerschaft und Wechseljahren.
Körperliche Untersuchung
Bei der körperlichen Untersuchung prüfe ich zunächst die Sensibilität in den betroffenen Fingern. Oft ist das Berührungsempfinden bereits verändert.
Phalen-Test: Die Handgelenke werden für eine Minute gebeugt gehalten. Tritt dabei Kribbeln auf, spricht das für ein Karpaltunnelsyndrom.
Hoffmann-Tinel-Zeichen: Leichtes Beklopfen des Karpaltunnels löst ein elektrisches Kribbeln in den Fingern aus.
Ich prüfe auch die Kraft des Daumens und betrachte den Daumenballen auf Zeichen von Muskelschwund. Außerdem untersuche ich die Halswirbelsäule – denn auch Probleme in der HWS können ähnliche Symptome verursachen.
Die Behandlung des Karpaltunnelsyndroms umfasst verschiedene naturheilkundliche Verfahren.
Ergänzende naturheilkundliche Diagnostik
Bioresonanzdiagnose: Mit dem Rayonex-System nach Paul Schmidt kann ich energetische Störungen und Belastungen erfassen. Oft zeigen sich Hinweise auf Entzündungsbereitschaft oder Durchblutungsstörungen im betroffenen Bereich.
Augendiagnose: Die Irisdiagnose kann Hinweise auf die konstitutionelle Veranlagung geben – etwa auf Bindegewebsschwäche oder Stoffwechselbelastungen.
Ohr-Punktsuche: Am Ohr spiegelt sich der gesamte Körper ab. Schmerzhafte oder reaktive Punkte in der Handgelenks- und Nervenzone bestätigen die Diagnose und zeigen Behandlungspunkte für die Ohrakupunktur.
- Anhaltende Taubheit, die nicht mehr verschwindet
- Sichtbarer Muskelschwund am Daumenballen
- Deutliche Schwäche beim Greifen
- Keine Besserung trotz mehrwöchiger konservativer Therapie
- Beidseitige oder schnell fortschreitende Symptome
In diesen Fällen ist eine neurologische Untersuchung mit Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) wichtig, um das Ausmaß der Nervenschädigung zu beurteilen.
💆 Teil 4 – Naturheilkundliche Therapie: Mein Behandlungskonzept
Bei Karpaltunnelsyndrom setze ich auf ein breites Spektrum bewährter naturheilkundlicher Verfahren. Die Auswahl richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und Ihren individuellen Beschwerden.
Neuraltherapie – gezielte Injektionen
Die Neuraltherapie nach Huneke ist eine meiner wichtigsten Methoden beim Karpaltunnelsyndrom. Mit sehr dünnen Nadeln wird ein Lokalanästhetikum (meist Procain) gezielt an den Karpaltunnel injiziert.
Das Ziel ist nicht die Betäubung, sondern die Unterbrechung von Schmerzkreisläufen und die Verbesserung der Durchblutung. Die Injektion kann Schwellungen im Gewebe reduzieren und dem Nerv wieder mehr Raum geben.
Viele Patienten spüren bereits nach der ersten Behandlung eine Erleichterung. Durch die sogenannte „Quaddelung“ wird ein homöopathisches Mittel direkt unter die Haut gespritzt, was die Zirkulation im Gewebe anregt und zu einer spürbaren Lockerung führt.
Akupunktur – Klassische Körperakupunktur
Die Akupunktur ist bei Karpaltunnelbeschwerden besonders wirksam. Durch das Setzen feiner Nadeln an bestimmten Punkten wird der Energiefluss reguliert, die Durchblutung gefördert und der Schmerz gelindert.
Bei Karpaltunnelsyndrom wähle ich lokale Punkte am Handgelenk und entlang der betroffenen Meridiane, aber auch Fernpunkte, die den Nerv und das Bindegewebe regulieren. Der Punkt Perikard 6 (Neiguan) am Unterarm ist besonders wichtig – er liegt genau über dem Verlauf des Nervus medianus.
Auch Punkte an der Halswirbelsäule können hilfreich sein, da der Nervus medianus dort seinen Ursprung hat. Eine Blockade in der HWS kann die Symptome verstärken.
Ohrakupunktur – Reflexzonen am Ohr
Die Ohrakupunktur ergänzt die Körperakupunktur. Am Ohr finden sich Reflexzonen für Hand, Handgelenk und das Nervensystem. Diese Punkte werden mit feinen Nadeln oder Dauernadeln behandelt.
Dauernadeln können mehrere Tage im Ohr verbleiben und wirken kontinuierlich. Auch Samenpflaster sind eine Option für die sanfte Dauerstimulation zwischen den Behandlungsterminen.
Ultraschalltherapie – Wärme in der Tiefe
Die Ultraschalltherapie nutzt hochfrequente Schallwellen, um Wärme tief im Gewebe zu erzeugen. Diese Tiefenwärme erreicht den Karpaltunnel und die umliegenden Strukturen.
Der Ultraschall fördert die Durchblutung, verbessert den Stoffwechsel im Gewebe und kann Schwellungen reduzieren. Dadurch bekommt der eingeklemmte Nerv wieder mehr Raum.
Die Behandlung ist angenehm und schmerzfrei. Ein Kontaktgel wird aufgetragen, dann wird der Ultraschallkopf langsam über das Handgelenk geführt. Besonders wirksam ist die Kombination mit Neuraltherapie – die Ultraschallwellen lockern das Gewebe und fördern die tiefere Wirkung der Injektion.
Physiokey – elektrische Impulstherapie
Der Physiokey arbeitet mit bioadaptiven elektrischen Impulsen. Das Gerät führt einen „Dialog“ mit dem Körper und passt seine Impulse automatisch an die Gewebereaktion an.
Bei Karpaltunnelsyndrom wird der Physiokey am Handgelenk, entlang des Unterarms und an den betroffenen Fingern eingesetzt. Die Impulse fördern die Durchblutung, entspannen verspannte Strukturen und können Schmerzkreisläufe unterbrechen.
Das Immunsystem wird angeregt und die energetische Balance wiederhergestellt, sodass die Selbstheilungskräfte ungehindert wirken können. Die Behandlung ist völlig schmerzfrei.
Pneumatron – pulsierende Schröpfmassage
Das Pneumatron erzeugt einen pulsierenden Wechsel zwischen Unter- und Überdruck. Bei einer Frequenz von 200 Schwingungen pro Minute stimuliert diese Technik die Stoffwechselprozesse sowie das Lymphsystem und den Blutkreislauf.
Bei Karpaltunnelsyndrom behandle ich mit dem Pneumatron den Unterarm, das Handgelenk und die Hand. Die sanfte Schröpfmassage löst Verklebungen im Gewebe, fördert den Lymphabfluss und kann Schwellungen reduzieren.
Homöopathie – individuelle Mittelwahl
Die klassische Homöopathie bietet bei Karpaltunnelsyndrom verschiedene Möglichkeiten.
Hypericum perforatum: Das klassische Mittel bei Nervenverletzungen und -reizungen. Besonders bei einschießenden Schmerzen entlang des Nervenverlaufs.
Rhus toxicodendron: Bei Beschwerden, die sich durch Bewegung bessern. Typisch ist die Morgensteifigkeit, die nach dem „Einlaufen“ nachlässt.
Causticum: Bei Schwäche und Taubheit, besonders wenn die Beschwerden sich bei Kälte verschlimmern.
Ruta graveolens: Bei Sehnen- und Bänderreizungen, wenn auch das Bindegewebe betroffen ist.
Phytotherapie – die Kraft der Heilpflanzen
Arnika: Äußerlich als Salbe oder Gel zur lokalen Behandlung. Fördert die Durchblutung und kann Beschwerden lindern.
Beinwell (Symphytum): Traditionell bei Sehnen- und Nervenbeschwerden eingesetzt. Als Salbe oder Umschlag anwendbar.
Johanniskraut: Innerlich und äußerlich bei Nervenbeschwerden. Das „Nervenkraut“ kann die Regeneration des Nervens unterstützen.
Teufelskralle: Entzündungshemmend und schmerzlindernd. Kann als Ergänzung bei begleitenden Entzündungen hilfreich sein.
Bioresonanztherapie als Ergänzung
Die Bioresonanztherapie nach Paul Schmidt kann bei Karpaltunnelsyndrom ergänzend eingesetzt werden. Mit der Bioresonanz suche ich nach energetischen Störfeldern oder Belastungen, die den Heilungsprozess behindern könnten.
Durch gezielte Frequenzanwendungen können diese Blockaden gelöst und die Selbstregulation des Körpers unterstützt werden.
Behandlungsverlauf und Prognose
Die Behandlung eines Karpaltunnelsyndroms erfordert Konsequenz, aber die Aussichten sind gut – besonders im Frühstadium. Viele Patienten spüren bereits nach 2-3 Behandlungen eine deutliche Erleichterung.
In der Anfangsphase empfehle ich Behandlungen im Abstand von etwa einer Woche. Nach 4-6 Wochen können die Abstände in der Regel vergrößert werden. Die meisten Patienten benötigen 6-10 Behandlungen für eine nachhaltige Besserung.
Entscheidend für den Erfolg ist auch die Mitarbeit des Patienten: Ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz, das Tragen einer Nachtschiene und regelmäßige Dehnübungen sind mindestens ebenso wichtig wie die Behandlungen in der Praxis.
Die Prognose hängt vom Stadium ab. Im Frühstadium erreichen die meisten Patienten mit konsequenter Behandlung eine vollständige Beschwerdefreiheit. Im fortgeschrittenen Stadium ist oft eine deutliche Besserung möglich, manchmal bleibt aber eine Restbeschwerde. Bei Muskelschwund ist meist eine Operation nötig, um weiteren Schaden zu verhindern.
Was passiert bei der Behandlung?
Bei Ihrem ersten Termin nehme ich mir Zeit für ein ausführliches Gespräch und eine gründliche Untersuchung. Wir besprechen Ihre Beschwerden, Ihren Alltag und Ihre Erwartungen an die Behandlung.
Dann beginnt meist bereits die erste Behandlung – typischerweise mit Ultraschall zur Durchblutungsförderung und Akupunktur zur Schmerzlinderung. Wenn Neuraltherapie sinnvoll ist, erkläre ich Ihnen das Vorgehen vorher genau.
Nach der Behandlung besprechen wir, was Sie zuhause tun können: Übungen, Schiene, ergonomische Anpassungen. Gemeinsam planen wir die weiteren Termine.
🏠 Teil 5 – Prävention und Selbsthilfe im Alltag
Ergonomie am Arbeitsplatz
Wenn Sie viel am Computer arbeiten, ist die richtige Ergonomie entscheidend. Das Handgelenk sollte beim Tippen und Mausführen möglichst gerade gehalten werden – nicht abknicken.
Tastatur: Eine ergonomische Tastatur oder eine Handballenauflage kann helfen, das Handgelenk in neutraler Position zu halten.
Maus: Ergonomische Mäuse oder vertikale Mäuse reduzieren die Verdrehung im Unterarm. Auch Trackball-Mäuse können entlasten.
Arbeitshöhe: Tastatur und Maus sollten so positioniert sein, dass die Unterarme waagerecht liegen und die Schultern entspannt bleiben.
Übungen für Handgelenk und Finger
Handgelenksdehnung: Arm ausstrecken, Handfläche nach oben. Mit der anderen Hand die Finger sanft nach unten ziehen. 20-30 Sekunden halten, mehrmals täglich.
Nervenmobilisation: Arm seitlich ausstrecken, Handfläche nach oben, Finger gespreizt. Handgelenk langsam beugen und strecken. Sanft und schmerzfrei.
Fingerspreizen: Finger weit spreizen, einige Sekunden halten, entspannen. Mehrmals wiederholen. Fördert die Durchblutung.
Faustschluss: Hand zur Faust ballen, einige Sekunden halten, dann Finger weit spreizen. Mehrmals im Wechsel.
Nachtschiene
Eine Nachtschiene hält das Handgelenk während des Schlafs in neutraler Position. Dies verhindert das unbewusste Abknicken, das die nächtlichen Beschwerden verstärkt.
Nachtschienen sind in Sanitätshäusern oder Apotheken erhältlich. Sie sollten das Handgelenk leicht überstrecken und bequem zu tragen sein. Schon nach wenigen Nächten berichten viele Patienten von besserem Schlaf.
Wärme und Kälte
Wärme: Warme Handbäder können die Durchblutung fördern und die Strukturen im Karpaltunnel entspannen. Besonders morgens hilfreich, um die Steifigkeit zu lösen.
Kälte: Bei akuten Schwellungen kann eine Kühlpackung (in ein Tuch gewickelt) Linderung bringen. Nicht länger als 15-20 Minuten anwenden.
Pausen und Bewegung
Bei einseitigen Tätigkeiten sind regelmäßige Pausen wichtig. Alle 30-60 Minuten kurz aufstehen, die Hände ausschütteln und lockern.
Ausgleichende Bewegung wie Schwimmen, Radfahren oder Yoga können helfen, Verspannungen im gesamten Arm-Schulter-Nacken-Bereich zu lösen.
Ernährung und Mikronährstoffe
Eine entzündungshemmende Ernährung kann die Behandlung unterstützen. Omega-3-Fettsäuren aus fettem Fisch, Leinöl oder als Nahrungsergänzung können Entzündungen im Körper reduzieren.
Vitamin B6: Wird oft bei Karpaltunnelsyndrom empfohlen, da es für die Nervenfunktion wichtig ist. Ein Mangel kann die Symptome verschlimmern. Die Einnahme sollte aber nicht überdosiert werden.
Vitamin B12: Ebenfalls wichtig für die Nervengesundheit. Ein Mangel kann zu Nervenstörungen führen und sollte ausgeschlossen werden.
Magnesium: Kann Muskelverspannungen lösen und die Nervenleitung unterstützen. Oft hilfreich bei begleitenden Krämpfen oder Verspannungen.
Die orthomolekulare Medizin kann gezielt Nährstoffmängel ausgleichen und die Behandlung unterstützen.
Schonhaltung vermeiden
Viele Betroffene entwickeln unbewusst Schonhaltungen, um die schmerzende Hand zu entlasten. Diese können aber zu neuen Problemen führen – etwa Schulterschmerzen oder Nackenverspannungen.
Achten Sie auf eine natürliche, entspannte Haltung der betroffenen Hand. Die Behandlung zielt darauf ab, dass Sie Ihre Hand wieder normal belasten können – nicht, dass Sie sie dauerhaft schonen müssen.
Schwangerschaft und Stillzeit
In der Schwangerschaft tritt das Karpaltunnelsyndrom häufig auf – meist im letzten Drittel. Ursache sind hormonelle Veränderungen und Wassereinlagerungen, die den Druck im Karpaltunnel erhöhen.
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen bessern sich die Beschwerden nach der Geburt von selbst, wenn die Wassereinlagerungen zurückgehen. Bis dahin können naturheilkundliche Behandlungen und das Tragen einer Nachtschiene Linderung bringen.
Auch während des Stillens kann das Karpaltunnelsyndrom fortbestehen oder neu auftreten. Die hier beschriebenen naturheilkundlichen Verfahren sind in der Regel auch in Schwangerschaft und Stillzeit anwendbar – sprechen Sie mich an.
⚖️ Teil 6 – Naturheilkunde und Schulmedizin: Sinnvolle Ergänzung
Wann ist eine Operation nötig?
In vielen Fällen kann ein Karpaltunnelsyndrom konservativ behandelt werden. Doch es gibt Situationen, in denen eine Operation sinnvoll oder notwendig ist.
Eine Operation sollte in Betracht gezogen werden bei anhaltender Taubheit, die nicht mehr verschwindet, sichtbarem Muskelschwund am Daumenballen, deutlicher Schwäche beim Greifen und starken Beschwerden, die konservativ nicht besser werden.
Die Karpaltunnelspaltung ist ein relativ kleiner Eingriff, bei dem das einengende Band durchtrennt wird. Die Erfolgsquote ist hoch, die Risiken sind gering.
Wie läuft eine Operation ab?
Die Operation wird meist ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Es gibt zwei Verfahren: die offene Operation mit einem kleinen Schnitt in der Handfläche und die endoskopische Operation mit noch kleineren Schnitten.
Bei beiden Verfahren wird das Retinaculum flexorum – das Band, das den Karpaltunnel nach oben begrenzt – durchtrennt. Dadurch bekommt der Nerv wieder Platz.
Nach der Operation ist die Hand einige Wochen geschwollen und empfindlich. Leichte Tätigkeiten sind meist nach 2-3 Wochen möglich, volle Belastung nach 6-8 Wochen. Die Erfolgsrate liegt bei über 90 Prozent.
Naturheilkunde als Ergänzung
Auch wenn eine Operation geplant ist, kann eine naturheilkundliche Behandlung sinnvoll sein. Vor der Operation kann sie die Beschwerden lindern und die beste Ausgangslage schaffen. Nach der Operation kann sie die Heilung unterstützen und beschleunigen.
Viele Patienten nutzen Akupunktur und Neuraltherapie in den Wochen vor einer geplanten Operation, um mit weniger Schmerzen und besserer Durchblutung in den Eingriff zu gehen.
Nach der Operation können naturheilkundliche Verfahren die Wundheilung fördern, Schwellungen reduzieren und die Beweglichkeit schneller wiederherstellen. Die Ultraschalltherapie und Akupunktur sind in der Nachsorge besonders hilfreich.
Zusammenarbeit mit Ärzten
Ich arbeite bei Bedarf eng mit Handchirurgen und Neurologen zusammen. Eine gute Diagnostik – insbesondere die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit – ist wichtig, um die richtige Entscheidung zu treffen.
Mein Ziel ist es, Ihnen die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen – ob rein naturheilkundlich oder in Kombination mit schulmedizinischen Maßnahmen.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Auch wenn ich viele Patienten mit Karpaltunnelsyndrom erfolgreich behandle, gibt es Situationen, in denen eine ärztliche Abklärung wichtig ist.
Suchen Sie einen Arzt auf, wenn die Beschwerden plötzlich auftreten und sehr stark sind, wenn sich ein Muskelschwund am Daumenballen zeigt, wenn Taubheit und Schwäche zunehmen trotz Behandlung, wenn Fieber oder starke Schwellung der Hand hinzukommen oder wenn Sie unsicher sind, ob es sich wirklich um ein Karpaltunnelsyndrom handelt.
Die neurologische Untersuchung mit Messung der Nervenleitgeschwindigkeit kann wichtige Informationen über den Zustand des Nervens liefern und bei der Entscheidung helfen, ob eine Operation nötig ist.
❓ Teil 7 – Häufige Fragen (FAQ) & Ihr Weg in die Praxis
❓ Kann naturheilkundliche Behandlung eine Operation verhindern?
In vielen Fällen ja – besonders im Frühstadium. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen, eine Operation zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern. Bei fortgeschrittenem Muskelschwund oder anhaltender Nervenschädigung ist eine Operation jedoch oft unvermeidlich.
❓ Wie viele Behandlungen sind nötig?
Das hängt vom Stadium und der Dauer der Beschwerden ab. Viele Patienten spüren schon nach 2-3 Behandlungen eine Erleichterung. Für eine nachhaltige Besserung sind meist 6-10 Behandlungen über mehrere Wochen sinnvoll.
❓ Ist die Behandlung schmerzhaft?
Die meisten Verfahren sind schmerzarm oder schmerzfrei. Bei der Neuraltherapie spüren Sie einen kurzen Pieks. Die Akupunktur ist sehr fein und wird meist als angenehm empfunden. Ultraschall und Physiokey sind völlig schmerzfrei.
❓ Kann ich während der Behandlung weiter arbeiten?
Ja, in den meisten Fällen. Es ist aber wichtig, die auslösenden Faktoren zu reduzieren – etwa durch ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz und regelmäßige Pausen.
❓ Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?
Private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen übernehmen häufig die Kosten für Heilpraktikerleistungen – je nach Tarif ganz oder teilweise. Gesetzliche Krankenkassen erstatten in der Regel nicht. Informieren Sie sich vorab bei Ihrer Versicherung.
❓ Was kann ich selbst tun?
Viel! Ergonomie am Arbeitsplatz, regelmäßige Pausen, Dehnübungen und eine Nachtschiene können die Beschwerden deutlich lindern. Ich gebe Ihnen genaue Anleitungen für zu Hause.
Ihr Weg zur Besserung
Das Karpaltunnelsyndrom muss nicht zu einer Operation führen. Mit rechtzeitiger naturheilkundlicher Behandlung und den richtigen Maßnahmen im Alltag können viele Betroffene ihre Beschwerden deutlich lindern.
Wichtig ist, nicht zu lange zu warten. Je früher Sie handeln, desto besser sind die Chancen auf eine vollständige Erholung ohne Operation. Gerade im Frühstadium, wenn die Beschwerden noch vor allem nachts auftreten und tagsüber wieder verschwinden, sind die Erfolgsaussichten ausgezeichnet.
In meiner Naturheilpraxis in Wernau begleite ich Sie mit bewährten Verfahren wie Neuraltherapie, Akupunktur, Ultraschall, Physiokey und weiteren sanften Methoden. Gemeinsam finden wir einen Weg, der zu Ihnen passt.
Silcherstraße 9
73249 Wernau
Telefon: 07153 32314
E-Mail: kreuer@mail.de
Heilpraktiker seit 1992 – in Wernau seit 2002
Auch für Patienten aus Stuttgart, Esslingen, Göppingen, Kirchheim unter Teck, Filderstadt, Nürtingen und Wendlingen.
Weiterführende Informationen zu verwandten Themen
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- Klassische Homöopathie
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- Tennisarm / Mausarm
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- Nackenschmerzen / HWS-Syndrom
Die hier beschriebenen naturheilkundlichen Verfahren – insbesondere Bioresonanz, Augendiagnose und homöopathische Behandlung – sind wissenschaftlich und schulmedizinisch nicht anerkannt. Sie basieren auf Erfahrungswissen und Traditionen der Naturheilkunde.
Es werden keine Heilungsversprechen abgegeben. Eine Heilung oder Linderung von Beschwerden kann nicht garantiert werden. Bei fortgeschrittenen Symptomen, Muskelschwund oder anhaltender Taubheit sollte eine neurologische Untersuchung erfolgen.
Meine Behandlungen ersetzen nicht die schulmedizinische Diagnostik und Therapie, sondern können diese sinnvoll ergänzen.
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