🧭 Erste Orientierung: Wenn das Gedächtnis nachlässt, fällt das zunächst kaum auf. Schlüssel verlegt, Namen vergessen – das kennt jeder. Doch wenn sich diese Momente häufen, wenn die zeitliche Orientierung schwindet oder vertraute Gesichter fremd werden, stellt sich die Frage: Was steckt dahinter?
In meiner Praxis beginne ich stets mit einer gründlichen Diagnose – bevor über Therapie gesprochen wird. Denn erst wenn wir verstehen, welche Ursachen und Belastungen im Hintergrund wirken, kann eine sinnvolle, individuelle Begleitung beginnen.
🧠 Was ist Demenz – und was ist Alzheimer?
Demenz ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl von Erkrankungen, bei denen geistige Fähigkeiten wie Gedächtnis, Sprache, Orientierung und Urteilsvermögen fortschreitend nachlassen.
Die häufigste Form ist die Alzheimer-Demenz, die etwa 60–70 % aller Demenzfälle ausmacht. Sie entsteht durch eine schrittweise Degeneration von Nervenzellen im Gehirn, begleitet von Ablagerungen sogenannter Amyloid-Plaques und Tau-Proteinstrukturen.
Daneben gibt es die vaskuläre Demenz (ausgelöst durch Durchblutungsstörungen im Gehirn), die Lewy-Körper-Demenz, frontotemporale Demenzen und Mischformen. Die naturheilkundliche Betrachtung berücksichtigt all diese Subtypen – denn Ursachen und sinnvolle Ansätze unterscheiden sich erheblich.
⚖️ Alzheimer und vaskuläre Demenz im Vergleich
| Merkmal | Alzheimer-Demenz | Vaskuläre Demenz |
|---|---|---|
| Beginn | Schleichend, langsam | Oft plötzlich, nach Schlaganfall |
| Verlauf | Kontinuierliche Verschlechterung | Stufenweise, schubweise |
| Frühsymptome | Kurzzeitgedächtnis, Wortfindung | Konzentration, Stimmung, Motorik |
| Körperliche Symptome | Zunächst gering | Häufig: Lähmungen, Gangstörungen |
| Typische Risikofaktoren | Alter, Genetik, Lebensstil | Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen |

🔍 Die Ursachen – konventionell und ganzheitlich betrachtet
Die Schulmedizin beschreibt Alzheimer als eine multifaktorielle Erkrankung: Genetische Veranlagung, Alterungsprozesse der Zellen und das Zusammenspiel von Amyloid-Ablagerungen und Entzündungsreaktionen gelten als zentrale Mechanismen.
Aus ganzheitlicher Sicht kommen weitere Faktoren hinzu, die in der konventionellen Diagnostik oft zu wenig Beachtung finden:
🔬 Konventionelle Risikofaktoren
- Hohes Lebensalter – der stärkste bekannte Risikofaktor
- Genetische Varianten (z. B. APOE-ε4-Allel)
- Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Adipositas
- Vorangegangene Schlaganfälle oder Mikro-Schlaganfälle
- Schlafmangel und chronische Schlafstörungen (beeinträchtigen die Glymphatische Reinigung des Gehirns)
- Niedriger Bildungsgrad und geringe kognitive Stimulation
- Depression als möglicher Frühindikator
🌿 Ganzheitliche Betrachtung – was häufig übersehen wird
In meiner Praxis begegnen mir immer wieder Patienten, bei denen labordiagnostisch messbare Mängel und Belastungen vorliegen, die in der schulmedizinischen Aufarbeitung nicht erfasst wurden.
- Chronische Entzündung: Erhöhte Entzündungsmarker (hsCRP, Homocystein) schädigen langfristig die Blut-Hirn-Schranke
- Vitamin-B12- und Folsäuremangel: Führen zu erhöhtem Homocystein – ein unterschätzter Nervengiftfaktor
- Vitamin-D-Mangel: Beeinflusst die neuronale Protektion und Entzündungsregulation
- Omega-3-Mangel: DHA ist Baustein der Nervenzellmembranen – ein Mangel begünstigt Degeneration
- Mitochondriale Dysfunktion: Energieengpässe in den Nervenzellen als früher Mechanismus bei Alzheimer
- Schwermetallbelastung: Aluminium, Blei, Quecksilber – aus Umwelt, Amalgamfüllungen, Wasser
- Pestizide und endokrin wirkende Chemikalien: Beeinflussen neurodegenerative Prozesse
- Chronischer Stress und HPA-Achsen-Dysregulation: Erhöhter Cortisol-Langzeitwert schädigt den Hippocampus
- Darm-Hirn-Achse: Eine gestörte Darmflora (Dysbiose) steht in Zusammenhang mit neuroinflammatorischen Prozessen
- Schilddrüsenunterfunktion: Wird oft übersehen; kognitive Beeinträchtigung als Frühsymptom möglich
- Schlafapnoe: Nächtliche Sauerstoffunterversorgung des Gehirns beschleunigt neurodegenerative Prozesse
Die naturheilkundliche Begleitung beginnt mit der Frage: Welche dieser Faktoren sind bei diesem Menschen messbar vorhanden? Erst danach ergibt sich ein sinnvolles Therapiebild.

🧪 Labordiagnostik – die Basis jeder Therapie
Bevor ich Therapieempfehlungen gebe, steht bei mir die Diagnostik. Über das Labor lassen sich bei Demenz und Alzheimer zahlreiche relevante Parameter erfassen.
In Kooperation mit dem IMD Berlin – einem auf funktionelle und Umweltmedizin spezialisierten Fachlabor – sind gezielte Untersuchungen möglich, die weit über das Basis-Blutbild hinausgehen.
📋 Relevante Laborparameter bei Demenz und Alzheimer
| Parameter | Warum relevant? | Zielwert (orientierend) |
|---|---|---|
| Homocystein | Neurotoxisch, Gefäßschäden, erhöht bei B12/Folsäuremangel | < 9 µmol/l |
| Vitamin B12 (Holo-TC) | Aktive Form; Nervenschutz, Myelinbildung | > 60 pmol/l |
| Folsäure (aktiv, 5-MTHF) | Methylierungsstoffwechsel, Homocystein-Abbau | individuell |
| Vitamin D (25-OH) | Neuroprotektiv, entzündungsregulierend | 60–80 ng/ml |
| Omega-3-Index | DHA-Anteil der Nervenzellmembranen; sehr häufig zu niedrig | > 8 % |
| hsCRP (hochsensitiv) | Stiller Entzündungsmarker, neuroinflammatorisch relevant | < 0,5 mg/l |
| Ferritin, Eisen, Transferrin | Sauerstofftransport, Gehirnenergie | individuell |
| Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4) | Unterfunktion kann kognitive Symptome imitieren | individuell |
| Cortisol (Tagesprofil im Speichel) | Chronischer Stress schädigt den Hippocampus | individuell |
| Schwermetalle (Urin/Blut) | Aluminium, Blei, Quecksilber als Neurotoxine | so niedrig wie möglich |
| Zink und Selen | Antioxidativer Schutz der Nervenzellen | individuell |
| Darmflora (Stuhlanalyse) | Darm-Hirn-Achse; Dysbiose fördert Neuroinflammation | individuell |
🔎 Hinweis zu Laborwerten: Der Omega-3-Index und das Homocystein gehören meiner Erfahrung nach zu den am häufigsten übersehenen Laborparametern bei älteren Patienten mit beginnender Vergesslichkeit. Dabei sind beide messbar und therapeutisch gut beeinflussbar.
💊 Orthomolekulare Therapie – gezielt statt pauschal
Die orthomolekulare Medizin arbeitet mit körpereigenen Substanzen in therapeutischen Dosierungen. Bei Demenz und Alzheimer stehen folgende Mikronährstoffe im Fokus – stets auf Basis der individuellen Laborwerte, nie als pauschale Supplementierung:
🌟 Wichtige Mikronährstoffe und ihre Wirkung
| Substanz | Mögliche Bedeutung bei Demenz |
|---|---|
| Vitamin B12 (Methylcobalamin) | Myelinschutz, Homocystein-Senkung, Nervenstoffwechsel |
| Folsäure (als 5-MTHF) | Methylierungsstoffwechsel, Neurotransmitter-Synthese |
| Vitamin D3 + K2 | Neuroprotektiv, anti-entzündlich, synergistisch mit K2 |
| Omega-3 (EPA + DHA) | Membranschutz der Nervenzellen, entzündungshemmend; Messung über Index |
| Coenzym Q10 / Ubiquinol | Mitochondriale Energieproduktion, antioxidativ |
| Alpha-Liponsäure | Antioxidans, regeneriert andere Antioxidantien, unterstützt Entgiftung |
| Acetyl-L-Carnitin | Mitochondrienunterstützung, Acetylcholin-Vorstufe (Gedächtnistransmitter) |
| Magnesium (Magnesium-L-Threonat) | Passiert Blut-Hirn-Schranke besonders gut; synaptische Plastizität |
| Zink + Selen | Schutz der Nervenzellen vor oxidativem Stress |
| Curcumin (liposomal/phytosomisch) | Entzündungshemmend, antioxidativ; Forschungsinteresse bei Amyloid-Plaques |
| Ginkgo biloba (EGb 761) | Durchblutungsförderung, Antioxidans; gut untersuchtes Phytotherapeutikum |
| Phosphatidylserin | Zellmembranbestandteil der Nervenzellen; Gedächtnis und kognitive Funktion |
⚠️ Wichtig: Mikronährstoffe wirken nur dann sinnvoll, wenn ein tatsächlicher Bedarf besteht. Deshalb starte ich in meiner Praxis grundsätzlich mit einer Laborbestimmung. Eine pauschale Einnahme ohne vorherige Testung kann in Einzelfällen sogar kontraproduktiv sein.

⚡ Mitochondrien – die Energiezentralen des Gehirns
Das Gehirn ist das energiehungrigste Organ des Körpers. Es verbraucht rund 20 % der gesamten Körperenergie – obwohl es nur etwa 2 % des Körpergewichts ausmacht.
Diese Energie wird in den Mitochondrien produziert – jenen kleinen Zellorganellen, die bei Alzheimer bereits im Frühstadium beeinträchtigt sein können. Wenn die Mitochondrien der Nervenzellen nicht ausreichend ATP produzieren, beginnen Zellen abzubauen, bevor äußerlich sichtbare Symptome auftreten.
Labordiagnostisch lässt sich die mitochondriale Funktion über spezifische Parameter wie Laktat, Pyruvat, Coenzym Q10 und bestimmte organische Säuren im Urin beurteilen. Diese Untersuchungen führe ich bei entsprechendem Verdacht gezielt durch.
🌬️ IHHT – Hypoxie-Training für das Gehirn
Die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT) wechselt gezielt zwischen sauerstoffarmer und sauerstoffreicher Atemluft.
Dieser kontrollierte Wechsel regt die Mitochondrien zur Regeneration an – ähnlich wie ein physiologisches Höhentraining. Die Gehirndurchblutung wird verbessert, die Mitochondrienbildung (Mitochondriogenese) angeregt und oxidativer Stress reduziert.
In meiner Praxis setze ich die IHHT bei Demenz-Begleitung als unterstützende Maßnahme ein – besonders dann, wenn Erschöpfungszustände, schlechte Konzentration und messbarer Sauerstoffmangel im Vordergrund stehen.
Es gibt erste Hinweise aus der Forschung, dass Hypoxietraining bei neurodegenerativen Erkrankungen die Amyloid-Clearance und Gehirndurchblutung positiv beeinflussen kann. Diese Forschung ist noch im Gang – wir gehen hier ehrlich damit um. Mehr zu IHHT und Studien: auf meiner IHHT-Seite.

🍽️ Ernährung bei Demenz – was wirklich zählt
Ernährung ist beim Thema Demenz und Alzheimer kein Randthema, sondern ein zentrales therapeutisches Werkzeug. In meiner Praxis gehört die Ernährungsberatung deshalb zum festen Bestandteil der Begleitung.
🫐 Ernährungsprinzipien bei kognitiver Beeinträchtigung
Was ich empfehle:
- Mediterrane oder ketogene Ernährung: Beide Ernährungsformen zeigen in Studien günstige Effekte auf kognitive Funktionen – die mediterrane als Präventionsstrategie, die ketogene Ernährung als metabolische Therapiestrategie (Ketonkörper als alternative Gehirnenergiequelle)
- Fetter Seefisch (Lachs, Makrele, Sardinen): 2–3x wöchentlich für EPA und DHA
- Beerenfrüchte: Reich an Polyphenolen, die Neuroinflammation hemmen können
- Grünes Blattgemüse: Hoher Folsäure- und Magnesiumgehalt
- Nüsse (besonders Walnüsse): Omega-3, Vitamin E, Polyphenole
- Kurkuma täglich (mit schwarzem Pfeffer): Curcumin nur bioverfügbar mit Piperin
- Ausreichend Flüssigkeit: Mindestens 1,5–2 Liter täglich – Dehydration verschlechtert kognitive Funktionen
Was ich reduziere oder meide: Hochverarbeitete Lebensmittel, Zucker und Weißmehlprodukte, Transfette (Fertigfette, Fast Food), übermäßiger Alkohol, Pestizidbelastete Lebensmittel ohne Bio-Qualität.
In Einzelfällen kann auch ein zeitlich begrenztes intermittierendes Fasten sinnvoll sein – es aktiviert die zelluläre Autophagie (Selbstreinigung) und fördert die Produktion von Ketonkörpern als Gehirnbrennstoff. Dies besprechen wir individuell.
🎯 Bioresonanzdiagnostik – individuelle Störfeldsuche
Bei Demenz und Alzheimer ist die Bioresonanzdiagnostik nach Paul Schmidt kein Ersatz für die Labordiagnostik, sondern eine sinnvolle Ergänzung.
Ich nutze sie zur Suche nach energetischen Störfeldern, die als mögliche Belastungsfaktoren wirken können – darunter toxische Belastungen, Zahnherde, chronische Infektionslasten oder Umweltfaktoren.
Gerade die Frage nach Elektrosmog und Geopathie als Belastungsfaktor spielt in meiner Praxis eine zunehmende Rolle. Mein Sohn Nils Kreuer ist zertifizierter Baubiologe und führt bei Bedarf eine professionelle Messung durch:
🏠 Baubiologie Kreuer – Wohnraumanalyse bei Verdacht auf elektromagnetische Belastungen
Elektrosmog, Geopathie, Schimmelpilze und Raumluftbelastungen können chronische Gesundheitsbeeinträchtigungen fördern. Nils Kreuer misst und berät professionell:
👉 www.baubiologie-kreuer.de
💉 Weitere Therapien – je nach individuellem Befund
Nicht jede Therapie passt zu jedem Patienten. Was ich einsetze, ergibt sich aus dem Gesamtbild der Diagnostik:
🩺 Akupunktur und Ohrakupunktur
Kann die Durchblutung des Gehirns fördern, Angst und Unruhe lindern und schlafverbessernde Effekte haben. Bestimmte Punkte (z. B. DU 20, GV 24) werden traditionell bei kognitiver Schwäche eingesetzt.
💊 Klassische Homöopathie
Individuell auf den Patienten abgestimmt – besonders hilfreich bei Begleitsymptomen wie Angstzuständen, innerer Unruhe, Schlafproblemen und Stimmungsschwankungen.
🌿 Phytotherapie / Heilpflanzen
Ginkgo biloba (EGb 761) ist das am besten untersuchte Phytotherapeutikum bei kognitiver Schwäche. Ashwagandha, Brahmi (Bacopa monnieri) und Rosmarin sind ergänzende Optionen.
🔬 Vitamin-C-Hochdosis-Infusionen
Bei Patienten mit Hinweisen auf hohe Oxidationsbelastung und Entgiftungsbedarf gezielt eingesetzt.
🔊 Ultraschalltherapie
Zur Verbesserung der Mikrozirkulation – bei begleitenden vaskulären Komponenten oder muskulären Verspannungen.
🧲 BEMER Magnetfeldtherapie
Verbesserung der Mikrozirkulation – besonders bei vaskulärer Komponente und allgemeiner Erschöpfung sinnvoll.

🔄 Das ganzheitliche Konzept – Diagnose vor Therapie
In meiner über 33-jährigen Praxiserfahrung hat sich immer wieder gezeigt: Kein Patient gleicht dem anderen. Das gilt besonders beim Thema Demenz. Zwei Menschen mit ähnlichen Symptomen können völlig unterschiedliche Ursachenmuster aufweisen.
Deshalb folgt mein Vorgehen einem klaren Prinzip: Zuerst die Diagnose – dann die Therapie. Ein Therapieplan, der ohne fundierte Diagnostik beginnt, ist wie eine Reise ohne Karte.
🗺️ Mein diagnostischer Prozess bei Demenz-Verdacht
Schritt 1 – Ausführliche Anamnese: Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten, Medikamente, Schlafqualität, Stressbelastung, Wohnsituation (Elektrosmog?), familiäre Vorbelastung, berufliche Schadstoffexposition.
Schritt 2 – Labordiagnostik: Umfassendes Labor inklusive der oben beschriebenen Parameter über das IMD Berlin. Zusätzlich bei Bedarf: Organische Säuren im Urin (mitochondriale Funktion), oxidativer Stress-Test.
Schritt 3 – Bioresonanzdiagnose: Energetische Störfeldsuche, Belastungsscreening (Umwelttoxine, chronische Infektionslasten, Zahnherde).
Schritt 4 – Herzratenvariabilität: Die HRV-Messung gibt Auskunft über den Regulationsstatus des autonomen Nervensystems – ein wichtiger Biomarker für den allgemeinen Gesundheitszustand und die Stressbelastung.
Schritt 5 – Besprechung und Therapieplan: Alle Befunde werden gemeinsam besprochen. Der Therapieplan wird transparent und nachvollziehbar dargestellt – immer individuell, nie nach Schema F.
🌿 Lebensstil als Therapie – unterschätzte Säule
Keine Pille, keine Infusion ersetzt einen gesunden Lebensstil. Das klingt banal – ist aber wissenschaftlich gut belegt. Die sogenannte Lancet-Kommission zur Demenzprävention hat 2020 und 2024 aktualisiert eine Liste beeinflussbarer Risikofaktoren veröffentlicht, die zusammen für einen erheblichen Teil der Demenzfälle mitverantwortlich gemacht werden.
Dazu gehören: körperliche Inaktivität, Bluthochdruck im mittleren Lebensalter, Hörminderung ohne Versorgung, Rauchen, Depressionen, sozialer Rückzug, Luftverschmutzung, Schlafstörungen und Übergewicht.
🏃 Bewegung – Gehirnschutz durch Sport
Regelmäßige körperliche Bewegung ist einer der wirkungsvollsten neuroprotektiven Faktoren, die wir kennen. Ausdauertraining fördert die Bildung von BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) – einem Wachstumsfaktor, der die Bildung neuer Nervenzellen unterstützt und den Hippocampus (zuständig für das Gedächtnis) schützt.
Empfehlenswert sind moderate Ausdaueraktivitäten wie Walken, Radfahren oder Schwimmen – mindestens 30 Minuten, 5-mal pro Woche. Ergänzend wirkt leichtes Krafttraining durch Verbesserung der Insulinsensitivität und Mikrozirkulation.
🧩 Kognitive Stimulation – das Gehirn trainieren
Das Gehirn folgt dem Prinzip „Use it or lose it“. Geistige Herausforderungen fördern die sogenannte kognitive Reserve – die Fähigkeit des Gehirns, Schäden durch alternative neuronale Verbindungen zu kompensieren.
Konkrete Empfehlungen aus meiner Praxis: Mehrsprachigkeit aktiv pflegen, Musik lernen oder hören, handwerkliche Tätigkeiten, Lesen, Schreiben, Kreuzworträtsel, Schach, soziale Aktivitäten und – für Jüngere besonders wichtig – regelmäßig Neues ausprobieren.
😴 Schlaf – die nächtliche Gehirnreinigung
Während des Tiefschlafs aktiviert das Gehirn das sogenannte glymphatische System – ein Reinigungsnetzwerk, das u. a. Amyloid-Beta-Proteine aus dem Gehirn abtransportiert. Chronischer Schlafmangel oder schlechte Schlafqualität behindert diesen Prozess.
Bei Schlafproblemen im Kontext von Demenz-Verdacht führe ich immer eine gezielte Abklärung durch – denn die Ursachen können vielfältig sein: Schlafapnoe, Cortisoldysregulation, Magnesium- oder Melatoninstoffwechsel, Schmerzprobleme oder Angststörungen. Details zur naturheilkundlichen Behandlung von Schlafproblemen finden Sie auf meiner Seite Schlafstörungen.
🧬 Entgiftung und Belastungsreduktion
Schwermetalle, Pestizide und andere Umwelttoxine können die Blut-Hirn-Schranke schädigen und neurodegenerative Prozesse begünstigen. In meiner Praxis gehört bei entsprechendem Verdacht immer auch die Abklärung möglicher Toxinbelastungen zum Diagnostikprogramm.
Das IMD Berlin bietet hierfür spezialisierte Analysen an – etwa Schwermetallbestimmungen im Urin (nach Provokation) oder Umweltchemikalien-Screening. Wenn Belastungen messbar vorhanden sind, kann eine naturheilkundliche Entgiftungskur sinnvoll sein.
Auch Amalgamfüllungen werden in diesem Kontext diskutiert. Eine pauschale Empfehlung zur Amalgamsanierung kann ich nicht geben – das muss individuell und in Absprache mit einem erfahrenen Zahnarzt entschieden werden. Wichtig ist: Eine Sanierung ohne vorherige Diagnostik und Begleitung kann mehr schaden als nützen.
📊 Wissenschaftliche Einordnung – ehrlich und transparent
Ich lege großen Wert auf Ehrlichkeit gegenüber meinen Patienten. Deshalb möchte ich klar benennen, was gut belegt ist und was (noch) weniger Evidenz hat:
| Maßnahme / Substanz | Evidenzgrad (orientierend) | Quellen / Hinweise |
|---|---|---|
| Körperliche Aktivität | Sehr gut belegt (Lancet 2024) | Lancet Commission 2024 |
| Mediterrane Ernährung | Gut belegt | PubMed: Mediterranean diet and cognition |
| Homocystein-Senkung (B-Vitamine) | Gut belegt (Oxford OPTIMA-Studie) | PubMed: B-vitamins and brain atrophy |
| Vitamin D und Kognition | Assoziationsdaten stark, Interventionsstudien uneinheitlich | PubMed: Vitamin D and dementia |
| Omega-3 (DHA/EPA) | Vielversprechend, besonders bei niedrigem Ausgangswert | PubMed: Omega-3 and Alzheimer |
| Ginkgo biloba (EGb 761) | Mäßige Evidenz; zugelassen in Deutschland (bestimmte Formen) | PubMed: Ginkgo EGb 761 dementia |
| IHHT bei Demenz | Erste positive Studien, noch laufende Forschung | Präklinische und Pilotdaten vorhanden |
| Bioresonanz | Schulmedizinisch nicht anerkannt; praxisbasierte Erfahrungen | Kein wissenschaftlicher Nachweis nach konventionellen Maßstäben |
Ich bin der Überzeugung, dass Patienten die Wahrheit verdienen – auch wenn sie bedeutet, einzuräumen, dass nicht alles, was ich tue, durch Doppelblindstudien belegt ist. Die Naturheilkunde hat andere Stärken: Individualität, Nebenwirkungsarmut und ein ganzheitliches Menschenbild.
🤝 Demenz in der Familie – Hinweise für Angehörige
Demenz betrifft nie nur die erkrankte Person – sie verändert das gesamte familiäre System. Angehörige sind oft die ersten, die Veränderungen bemerken, und gleichzeitig diejenigen, die am meisten belastet werden.
In meiner Praxis sind Angehörige ausdrücklich willkommen. Gemeinsame Gespräche helfen, den Umgang mit schwierigen Situationen zu erleichtern, realistische Erwartungen zu entwickeln und die eigene Gesundheit nicht aus dem Blick zu verlieren.
Einige praktische Hinweise aus meiner Erfahrung:
- Strukturierte Tagesabläufe helfen Demenzkranken, sich zu orientieren und Ängste zu reduzieren
- Klare, kurze Sätze statt langer Erklärungen – bei Kommunikation auf Augenhöhe gehen
- Musik und bekannte Sinnesreize können Erinnerungen aktivieren und Wohlbefinden steigern
- Tagesausflüge in bekannte Umgebungen statt neuer Orte in frühen Stadien
- Auf eigene Grenzen achten: Pflegende Angehörige haben ein Recht auf Erholung und Entlastung
- Frühzeitig Unterstützungsangebote (Pflegedienst, Tagespflege, Selbsthilfegruppen) einbeziehen
🏥 Wann ist ein Arzt unbedingt hinzuzuziehen?
Meine Arbeit als Heilpraktiker ergänzt die schulmedizinische Versorgung – sie ersetzt sie nicht. Bei folgenden Situationen ist eine ärztliche Abklärung dringend erforderlich:
- Plötzlicher, rasch einsetzender kognitiver Abbau (kann auf Schlaganfall, Blutung oder Infektion hinweisen)
- Verwirrtheit mit Fieber (mögliche Infektursache, z. B. Harnwegsinfektion)
- Sturzereignisse, Bewusstlosigkeit oder neurologische Ausfälle
- Erstdiagnose oder Verdacht auf Demenz – bildgebende Diagnostik (MRT, CT) durch Facharzt notwendig
- Suizidgedanken oder schwere psychische Dekompensation
📖 Fiktive Fallbeschreibung
⚠️ Hinweis: Die folgende Beschreibung ist vollständig fiktiv und dient ausschließlich zur Veranschaulichung des diagnostischen Vorgehens. Es handelt sich nicht um einen realen Patientenfall.
Herr W., 71 Jahre, kommt auf Initiative seiner Tochter in die Praxis. Seit etwa einem Jahr fällt ihr auf, dass der Vater Gespräche wiederholt, Verabredungen vergisst und abends unruhig und zeitlich desorientiert wirkt. Der Hausarzt hat keine pathologischen Befunde im Basis-Labor gefunden.
In unserem Labor zeigt sich: Homocystein deutlich erhöht (16 µmol/l), Vitamin B12 im unteren Normbereich, Omega-3-Index von 4,2 % (Zielwert >8 %), Vitamin D erheblich erniedrigt (18 ng/ml), hsCRP leicht erhöht. Das Cortisoltagesprofil zeigt eine abgeflachte Kurve.
Wir beginnen mit einer gezielten Supplementierung (Methylcobalamin, 5-MTHF, Vitamin D3/K2, hochdosiertes Omega-3), einer Ernährungsumstellung zur mediterranen Kost, begleitet von IHHT-Sitzungen. Die Akupunktur unterstützt bei der Schlafqualität. Nach 12 Wochen berichtet die Tochter von deutlich mehr Präsenz und ruhigeren Abenden.
Diese Fallbeschreibung ist fiktiv. Therapieverläufe sind individuell verschieden und kein Versprechen auf vergleichbare Ergebnisse.
❓ Häufige Fragen zur ganzheitlichen Demenzbegleitung
Kann Naturheilkunde Demenz heilen?
Nein – eine Heilung von Demenz kann ich nicht versprechen, und das wäre unehrlich. Was die Naturheilkunde leisten kann: ursächliche Belastungsfaktoren erkennen und reduzieren, messbare Mängel ausgleichen und das Fortschreiten möglicherweise verlangsamen. Das Ziel ist immer die bestmögliche Lebensqualität – für den Betroffenen und sein Umfeld.
Ab wann ist eine Begleitung beim Heilpraktiker sinnvoll?
Je früher, desto besser. Bereits bei ersten Anzeichen wie zunehmender Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen oder Orientierungsschwierigkeiten lohnt sich eine umfassende Diagnostik. Viele der therapeutisch beeinflussbaren Faktoren sind im Frühstadium wirkungsvoller zu adressieren.
Was unterscheidet Ihre Diagnostik von der beim Hausarzt?
Das Basis-Labor beim Hausarzt erfasst wichtige Grundwerte. In meiner Praxis ergänze ich dies um funktionelle Parameter wie Homocystein, den Omega-3-Index, das Cortisol-Tagesprofil, mitochondriale Marker und bei Bedarf Schwermetalluntersuchungen. Diese Werte sind im schulmedizinischen Setting selten Bestandteil der Routine, können jedoch therapeutisch entscheidend sein.
Arbeiten Sie mit dem behandelnden Arzt zusammen?
Ich verstehe meine Arbeit als Ergänzung zur schulmedizinischen Betreuung, niemals als Ersatz. Wenn meine Patienten in ärztlicher Behandlung sind, stimme ich mich auf Wunsch gerne ab. Besonders beim Thema Medikamente und mögliche Wechselwirkungen ist ein offener Austausch wichtig.
Welche Rolle spielt Elektrosmog bei Demenz?
Es gibt noch keine abschließende wissenschaftliche Bewertung. Aus naturheilkundlicher Sicht kann jedoch eine permanente elektromagnetische Belastung im Schlaf- und Wohnbereich die Regeneration des Nervensystems beeinträchtigen. Wer Verdacht hegt, kann über meinen Sohn Nils Kreuer eine professionelle Wohnraumanalyse durchführen lassen.
🧭 Erster Schritt: Gemeinsam Klarheit gewinnen
Wenn Sie bei sich oder einem Angehörigen erste Anzeichen von kognitivem Abbau bemerken, stehe ich gerne für ein persönliches Gespräch und eine gezielte Diagnostik zur Verfügung.
📞 07153 / 32314 | 📧 kreuer@mail.de
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Rechtlicher Hinweis: Die auf dieser Seite beschriebenen Diagnose- und Therapieverfahren sind naturheilkundliche Methoden, die von der konventionellen Schulmedizin überwiegend nicht anerkannt werden. Sie stellen keine Heilungsversprechen dar und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Diese Inhalte geben die persönliche Erfahrung und naturheilkundliche Sichtweise von Heilpraktiker Arno Kreuer wieder. Weitere Hinweise finden Sie im Impressum und auf der Heilpraktiker-Seite.
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