🦋 Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) gehört zu den häufigsten Hormonstörungen überhaupt – und wird doch erstaunlich oft übersehen oder nur oberflächlich behandelt. Viele Betroffene nehmen jahrelang Hormontabletten, ohne je nach den Ursachen gefragt worden zu sein.
In meiner Praxis in Wernau bei Stuttgart steht die Diagnose an erster Stelle – erst dann folgt die Therapie. Mit über 33 Jahren Erfahrung in der Naturheilkunde suche ich nach den individuellen Wurzeln Ihrer Beschwerden: Nährstoffmängel, Darmprobleme, Stressachsen, Autoimmunprozesse oder Umweltbelastungen – all das kann die Schilddrüse beeinflussen.
🦋 Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion – und warum lohnt ein genauer Blick?
Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ unterhalb des Kehlkopfes – aber sie ist der Taktgeber unseres gesamten Stoffwechsels. Sie produziert die Hormone T3 (Triiodthyronin) und T4 (Thyroxin), die in nahezu jeder Körperzelle ankommen und die Energieproduktion, Körperwärme, Herzschlag, Verdauung und Stimmung mitregulieren.
Bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) sinkt diese Hormonproduktion unter den Bedarf. Der Körper schaltet gleichsam in einen Sparmodus: alles wird langsamer, schwerer, kälter. Was von außen nach „Faulheit“ oder „schlechter Laune“ aussehen kann, ist oft ein biochemisches Problem – das sich lösen lässt, wenn man genau hinsieht.
Besonders tückisch: Die subklinische Hypothyreose (nur TSH erhöht, fT3/fT4 noch im Referenzbereich) wird von vielen Ärzten nicht behandelt – obwohl Betroffene bereits ausgeprägte Beschwerden haben. Aus naturheilkundlicher Sicht ist dieser Zwischenzustand keineswegs harmlos, sondern ein wichtiges Frühwarnsignal.
📊 Formen der Schilddrüsenunterfunktion im Überblick
| Form | TSH | fT4 / fT3 | Beschwerden |
|---|---|---|---|
| Manifeste Hypothyreose | ↑ erhöht | ↓ erniedrigt | Deutlich vorhanden |
| Subklinische Hypothyreose | ↑ erhöht | Normal | Oft bereits vorhanden |
| Low-T3-Syndrom | Normal | fT3 ↓ erniedrigt | Müdigkeit, Kältegefühl |
| Umwandlungsstörung T4→T3 | Normal od. ↑ | fT4 normal, fT3 ↓ | Trotz Medikation symptomatisch |
🔍 Ursachen – warum versagt die Schilddrüse?
Die Schilddrüse reagiert empfindlich auf viele Einflüsse. Schulmedizinisch wird meist eine einzige Ursache gesucht – naturheilkundlich betrachten wir das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die sich gegenseitig verstärken können.
🧬 Hashimoto-Thyreoiditis – die häufigste Ursache
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion in Deutschland. Bei dieser Autoimmunerkrankung greift das eigene Immunsystem das Schilddrüsengewebe an und zerstört es über Jahre hinweg schleichend.
Aus ganzheitlicher Sicht ist die Schilddrüse dabei nicht der eigentliche Ausgangspunkt – sondern ein Opfer einer Fehlregulation des Immunsystems. Diese Fehlregulation wiederum hat oft Wurzeln im Darm, in chronischem Stress oder in Nährstoffmängeln. Ausführliches zu Hashimoto finden Sie auf der eigenen Seite zum Thema Hashimoto.
🧪 Nährstoffmängel – oft unterschätzte Grundursachen
Die Schilddrüse ist ein „Hungerkünstler“ – sie braucht eine Reihe spezifischer Mikronährstoffe, um Hormone herzustellen und umzuwandeln. Fehlt auch nur einer davon, gerät das gesamte System ins Stocken.
| Nährstoff | Funktion für die Schilddrüse | Mangel-Folge |
|---|---|---|
| Jod | Baustein von T3 und T4 | Verminderte Hormonproduktion, Struma |
| Selen | T4→T3-Umwandlung, Zellschutz | Umwandlungsstörung, erhöhte Antikörper |
| Eisen / Ferritin | Aktivität der Thyreoperoxidase (TPO) | Eingeschränkte T4-Synthese |
| Zink | TSH-Signalübertragung, T3-Rezeptor | Verringerte Hormonsensitivität |
| Vitamin D | Immunregulation, Entzündungshemmung | Autoimmunrisiko steigt |
| Vitamin B12 | Energiestoffwechsel, Nervenfunktion | Verstärkt Müdigkeit und Stimmungstiefs |
😰 Die Stressachse – chronischer Stress hemmt die Schilddrüse
Anhaltender Stress erhöht den Cortisolspiegel. Cortisol hemmt direkt die Umwandlung von T4 in das biologisch aktive T3 – und macht gleichzeitig die Schilddrüsenhormon-Rezeptoren weniger empfindlich. Selbst wenn die Laborwerte „normal“ aussehen, kann ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel dazu führen, dass die Hormone in den Zellen nicht richtig ankommen.
Hinzu kommt das sogenannte „Reverse-T3-Phänomen“: Unter starkem Stress bildet der Körper vermehrt das inaktive Reverse-T3 (rT3), das die Zellrezeptoren blockiert, ohne wirksam zu sein. Dieses rT3 wird im Routine-Labor meist nicht bestimmt – in meiner Praxis kann es bei entsprechendem Verdacht mitgemessen werden.
🦠 Darm-Schilddrüsen-Achse – ein unterschätzter Zusammenhang
Der Darm und die Schilddrüse sind über mehrere Wege miteinander verbunden. Bis zu 20 % der T4-zu-T3-Umwandlung findet im Darm statt – bei einer gestörten Darmflora sinkt diese Umwandlungsrate erheblich.
Noch bedeutsamer ist die Verbindung über das Immunsystem: Ein durchlässiger Darm (Leaky Gut) lässt körperfremde Substanzen in die Blutbahn gelangen und kann chronische Immunaktivierungen auslösen – ein klassischer Auslöser für Autoimmunprozesse wie Hashimoto. Neuere Forschungsarbeiten zeigen außerdem, dass spezifische Darmbakterien die Schilddrüsenfunktion direkt beeinflussen.
Bei meinen Patienten mit Schilddrüsenproblemen schaue ich daher immer auch in Richtung Darm. Mehr dazu im Abschnitt zur Therapie.
☢️ Umweltbelastungen und Elektrosmog
Schwermetalle wie Quecksilber, Blei und Kadmium können die Enzymaktivität in der Schilddrüse hemmen und autoimmune Prozesse begünstigen. Auch hormonell wirksame Chemikalien (endokrine Disruptoren) aus Plastik, Pestiziden und Kosmetik stehen im Verdacht, die Schilddrüsenfunktion zu stören.
Elektrosmog durch WLAN, Mobilfunk und Smartgeräte wird von einigen Patienten als Triggerfaktor erlebt. Mein Sohn Nils Kreuer, zertifizierter Baubiologe, kann bei Bedarf eine professionelle Elektrosmog-Messung in Ihrem Zuhause durchführen – mehr dazu auf baubiologie-kreuer.de.
Die Schilddrüse ist eingebettet in ein komplexes Hormonsystem – TSH kommt aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), nicht aus der Schilddrüse selbst.
😴 Symptome – wenn der Körper auf Sparflamme läuft
Die Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion entwickeln sich oft schleichend über Monate oder Jahre. Viele Betroffene gewöhnen sich an ein Wohlbefinden, das eigentlich nicht normal ist – und merken erst im Rückblick, wie viel Lebensqualität sie verloren hatten.
- Chronische Müdigkeit und Erschöpfung
- Antriebslosigkeit, „wie Watte im Kopf“
- Verlangsamte Reaktionen
- Schlafbedürfnis erhöht, aber nicht erholsam
- Gewichtszunahme trotz normaler Ernährung
- Wassereinlagerungen (Myxödem)
- Erhöhte Kälteempfindlichkeit
- Verstopfung, verlangsamte Verdauung
- Depressive Verstimmungen
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- Emotionale Stumpfheit oder Reizbarkeit
- Verlangsamtes Denken
- Trockene, schuppige Haut
- Haarausfall, brüchige Nägel
- Geschwollenes Gesicht (v. a. Augenlider)
- Raue oder belegte Stimme
🔬 Ganzheitliche Diagnostik – die Diagnose kommt zuerst
Mein Grundsatz: Bevor behandelt wird, muss verstanden werden. Eine gute Diagnose ist keine Zeitverschwendung – sie ist die Investition, die Therapie effektiv macht. Ein 90-minütiges Erstgespräch in meiner Praxis umfasst deshalb mehrere Ebenen:
🧫 Erweiterte Labordiagnostik
Ein isolierter TSH-Wert reicht für eine ganzheitliche Beurteilung nicht aus. Ich empfehle eine erweiterte Schilddrüsen-Labordiagnostik, die je nach Situation folgende Werte einschließt:
- TSH, freies T4 (fT4), freies T3 (fT3) – die drei Kernwerte
- Reverse-T3 (rT3) – bei Verdacht auf Umwandlungsstörung oder Stress-bedingte Blockade
- TPO-Antikörper, TG-Antikörper – zum Ausschluss / Nachweis von Hashimoto
- Selen, Zink, Ferritin, Vitamin D, Vitamin B12 – essentielle Mikronährstoffe
- Cortisol (Tagesprofil) – bei Verdacht auf Stressachsen-Störung
- Homocystein, CRP (hochsensitiv) – Entzündungsparameter
Für spezielle Fragestellungen arbeite ich mit dem IMD Berlin zusammen – einem auf funktionelle Diagnostik spezialisierten Speziallabor.
📡 Bioresonanzdiagnostik nach Paul Schmidt
Die Bioresonanzdiagnostik nach Paul Schmidt (Rayonex) ergänzt die Labordiagnostik um eine energetische Perspektive. Sie kann Hinweise auf Regulationsstörungen im Bereich der Schilddrüse, mögliche toxische Belastungen und Nährstoffdefizite liefern – auch dann, wenn klassische Laborwerte noch im Normbereich liegen.
Diese Methode ist in der Schulmedizin nicht anerkannt und kann Laboruntersuchungen nicht ersetzen – sie bietet jedoch einen wertvollen zusätzlichen Blickwinkel bei der Ursachensuche.
🌿 Augendiagnose und Konstitutionsanalyse
Die Irisdiagnose gibt mir als Teil des Erstgesprächs Hinweise auf konstitutionelle Schwächen und individuelle Belastungsmuster. Kombiniert mit einer ausführlichen Anamnese entsteht ein umfassendes Bild, das weit über die reine Laborzahl hinausgeht.
💊 Naturheilkundliche Therapie – was wirklich helfen kann
Auf Basis der Diagnostik entwickle ich einen individuellen Therapieplan. Kein Mensch ist wie der andere – und keine Schilddrüsenunterfunktion hat exakt dieselben Wurzeln. Diese Individualität ist der Kern meiner Arbeit.
🌱 Orthomolekulare Mikronährstofftherapie
Die gezielte Auffüllung von Nährstoffmängeln ist bei der Hypothyreose oft der entscheidende erste Schritt. Nach Laboranalyse wird individuell dosiert:
Selen (200–300 µg/Tag): Selen ist für die Umwandlung von T4 in T3 unerlässlich – und kann bei Hashimoto-Patienten nachweislich die TPO-Antikörper senken. Eine Überdosierung ist bei dieser Dosis nicht zu befürchten, sollte aber regelmäßig kontrolliert werden.
Jod: Jod wird häufig zu einseitig diskutiert. Bei reiner Hypothyreose ohne Hashimoto kann eine behutsame Jodsubstitution sinnvoll sein. Bei Hashimoto-Patienten hingegen ist Vorsicht geboten – hohe Joddosen können die Autoimmunreaktion verstärken. Die Dosierung erfolgt immer individuell und begleitet von Laborkontrollen.
Vitamin D3 + K2: Ein Vitamin-D-Mangel ist bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse besonders häufig – und immunregulierend wirksam. Mehr zu Vitamin D und K2 finden Sie auf der entsprechenden Seite meiner Praxis.
Eisen / Ferritin: Ein Ferritinwert unter 50–70 µg/l kann die Schilddrüsenhormon-Synthese spürbar beeinträchtigen – auch wenn der Hämoglobin-Wert noch normal ist. Bei Eisenmangel empfehle ich je nach Ausmaß orale Präparate oder intravenöse Infusionstherapie.
🌿 Phytotherapie und Adaptogene
Ashwagandha (Withania somnifera) hat sich in mehreren Studien als unterstützend für die Schilddrüsenfunktion erwiesen. Als Adaptogen kann es sowohl die T4-Produktion positiv beeinflussen als auch stressbedingte Cortisol-Erhöhungen dämpfen – ein wertvoller Ansatz, wenn Stress als Mitursache identifiziert wurde. (Bitte beachten: Ashwagandha sollte nicht ohne Rücksprache bei Hyperthyreose-Tendenz eingenommen werden.)
Guggul-Extrakt kann die Umwandlung von T4 zu T3 unterstützen. Rosmarin, Thymian und Kurkuma wirken antioxidativ und können das Schilddrüsengewebe vor oxidativem Stress schützen.
Die Auswahl der Heilpflanzen richtet sich immer nach dem individuellen Befund und möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten – insbesondere mit L-Thyroxin, das viele meiner Patienten bereits einnehmen.
🦠 Darm-Therapie – die Grundlage optimieren
Wenn die Darmdiagnostik eine Dysbiose, ein Leaky-Gut-Syndrom oder eine bakterielle Fehlbesiedlung (SIBO) aufzeigt, starte ich mit einem strukturierten Darmsanierungsprogramm. Dieses folgt dem bewährten 4-R-Konzept:
- Remove: Pathogene Keime werden mit pflanzlichen Antimikrobiellen behandelt (z. B. Oreganoöl, Berberin).
- Replace: Verdauungsenzyme und Magensäure werden bedarfsweise ergänzt.
- Repopulate: Gezielte Probiotika bauen eine gesunde Darmflora wieder auf.
- Repair: L-Glutamin, Zink-Carnosin und Omega-3-Fettsäuren regenerieren die Darmschleimhaut.
Mehr zur Darmgesundheit und Darmflora finden Sie auf der ausführlichen Seite meiner Praxis.
🏔️ IHHT – Sauerstoff als Stoffwechsel-Aktivator
Die IHHT (Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie) simuliert in entspannter Lage den Effekt eines Höhentrainings. Durch den kontrollierten Wechsel zwischen sauerstoffarmer und sauerstoffreicher Atemluft werden die Mitochondrien aktiviert und der Energiestoffwechsel angeregt.
Bei Schilddrüsenunterfunktion, die oft mit einem spürbaren Energiemangel und verlangsamtem Zellstoffwechsel einhergeht, kann IHHT eine wertvolle Ergänzung sein – besonders wenn konventionelle Ansätze allein nicht ausreichen.
💉 Neuraltherapie – wenn ein Störfeld die Schilddrüse bremst
In der Neuraltherapie nach Dr. Huneke wird mit kleinen Mengen eines lokalen Betäubungsmittels (Procain) in sogenannte Störfelder injiziert. Die Schilddrüsenregion selbst, aber auch alte Operationsnarben, Zahnherde oder chronische Entzündungsherde können als Störfelder wirken und die Regulation der Schilddrüse beeinflussen. Die Neuraltherapie kann solche Blockaden auflösen und das vegetative Nervensystem regulieren.
🩺 Akupunktur und Ohrakupunktur
Die Akupunktur kann das Hormonsystem über die Regulierung der Hypophysen-Hypothalamus-Achse unterstützen. Spezifische Punkte für Schilddrüse, Nebennierenrinde und Immunsystem können die Eigenregulation des Körpers stärken. Bei Schilddrüsenerkrankungen setze ich Akupunktur vor allem begleitend zur Stressreduktion und Immunmodulation ein.
🌸 Homöopathie – individuelle Konstitutionsbehandlung
Die klassische Homöopathie wählt das Mittel nach dem gesamten Symptombild – nicht nur nach der Diagnose. Mittel wie Calcium carbonicum, Graphites, Sepia oder Thyreoidinum können bei der Schilddrüsenunterfunktion passend sein, wenn das individuelle Konstitutionsbild es nahelegt. Die Homöopathie kann konventionelle Therapien ergänzen, nicht ersetzen.
🧘 Stressmanagement – die Cortisolachse beruhigen
Chronischer Stress ist einer der am meisten unterschätzten Faktoren bei der Schilddrüsenunterfunktion. Wer täglich unter hohem Druck steht – beruflich oder privat – und gleichzeitig eine Hypothyreose hat, kämpft auf zwei Fronten: Der Körper produziert zu wenig aktives Schilddrüsenhormon, und gleichzeitig blockiert das erhöhte Cortisol das wenige vorhandene T3 zusätzlich.
Konkrete Maßnahmen, die ich meinen Patienten empfehle:
- Regelmäßige Entspannungsübungen: Atemtechniken, progressive Muskelrelaxation oder Meditation können den Cortisolspiegel nachweislich senken.
- Schlafqualität verbessern: Schilddrüsenhormone werden zum Teil nachts produziert. Zu wenig oder unruhiger Schlaf unterbricht diesen Prozess. Tipps zur Behandlung von Schlafstörungen finden Sie auf der entsprechenden Seite.
- Moderates Ausdauertraining: Nordic Walking, Schwimmen oder Yoga aktivieren den Stoffwechsel, ohne den Körper zu überfordern. Hochintensives Training kann bei unbehandelter Hypothyreose kontraproduktiv sein.
- Digitale Entlastung: Bildschirmlicht am Abend hemmt die Melatoninausschüttung und stört den Schlaf-Wach-Rhythmus. Eine konsequente Bildschirmpause ab 21 Uhr ist für viele meiner Patienten ein einfacher, aber spürbarer erster Schritt.
🌡️ Naturidentische Hormone – wenn die Schilddrüse Unterstützung braucht
Bei Patienten, bei denen alle naturheilkundlichen Maßnahmen allein nicht ausreichen, und die L-Thyroxin nicht gut vertragen oder auf die reine T4-Substitution nicht gut ansprechen, gibt es eine Alternative: Naturidentische Schilddrüsenhormone, die neben T4 auch T3 enthalten.
Desiccated Thyroid (getrocknetes Schilddrüsenpulver), bekannt unter Marken wie Armour Thyroid oder ERFA Thyroid, enthält ein natürliches Verhältnis von T4 und T3. Für Menschen, deren Körper T4 nicht effizient in T3 umwandeln kann, kann diese Option deutliche Vorteile bringen.
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf meiner Seite zu naturidentischen Hormonen. Die Verordnung und Überwachung erfolgt immer in enger Abstimmung mit einem Arzt.
🥦 Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion – worauf es ankommt
Ernährung kann die Schilddrüsenfunktion direkt beeinflussen – sowohl positiv als auch negativ. Einige wichtige Hinweise aus meiner Praxiserfahrung:
Glutenreduktion bei Hashimoto: Bei einer autoimmunbedingten Hypothyreose empfehle ich häufig einen Versuch mit glutenfreier oder glutenreduzierter Ernährung. Der Grund: Gluten kann bei entsprechend veranlagten Personen die Darmbarriere schwächen und Immunreaktionen begünstigen, die sich auch gegen Schilddrüsengewebe richten. Oft berichten Betroffene nach 6–12 Wochen ohne Gluten von spürbar mehr Energie und besserer Laune. Mehr dazu auf meiner Seite zur Glutenunverträglichkeit.
Goitrogene mit Bedacht essen: Rohe Kreuzblütler (Brokkoli, Kohl, Kohlrabi, Meerrettich) enthalten sogenannte Goitrogene, die die Jodaufnahme in die Schilddrüse hemmen können. Das bedeutet nicht, dass diese Gemüsesorten gemieden werden müssen – sie sollten aber bei bestehender Hypothyreose besser gegart als roh verzehrt werden und nicht in übermäßigen Mengen auf dem Speiseplan stehen.
Anti-entzündliche Basisernährung: Omega-3-reiche Lebensmittel (fetter Fisch, Leinöl, Walnüsse), viel buntes Gemüse, Beeren und der Verzicht auf stark verarbeitete Lebensmittel und Zucker unterstützen eine gesunde Immunregulation. Auch die Low-Carb-Ernährung kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, da sie entzündliche Prozesse dämpft und den Insulinspiegel stabilisiert.
Soja mit Vorsicht: Hochdosierte Sojaprodukte und Sojaextrakte können die Wirksamkeit von Schilddrüsenhormonen (auch L-Thyroxin) beeinträchtigen und sollten bei Schilddrüsenproblemen in großen Mengen vermieden werden.
Generell gilt: Es gibt keine Einheitsdiät für die Schilddrüsenunterfunktion. Was einer Person hilft, kann für eine andere wenig bringen. Die Ernährungsberatung in meiner Praxis orientiert sich deshalb immer am individuellen Befund – unter Berücksichtigung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, persönlichen Vorlieben und bestehenden Beschwerden. Mehr zu grundsätzlichen Ernährungsempfehlungen finden Sie auf meiner Ernährungsseite. Auch die Verbindung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Schilddrüsenproblemen ist ein Thema, das ich in der Praxis regelmäßig antreffe – weiterführendes dazu auf der Seite zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
⚠️ Hinweis: Die folgende Fallbeschreibung ist fiktiv und dient ausschließlich der Veranschaulichung. Sie stellt kein konkretes Patientenschicksal dar und gibt keine Therapieversprechen.
📖 Fiktives Beispiel: Wenn die Diagnose erst der zweite Schritt war
Frau K., 44 Jahre, kommt wegen anhaltender Müdigkeit, Gewichtszunahme und schlechter Stimmung in die Praxis. Ihr Hausarzt hat den TSH-Wert bestimmt – alles im Normbereich. Trotzdem fühlt sie sich seit über einem Jahr „wie ausgebrannt“.
In der Praxis zeigt die erweiterte Labordiagnostik ein anderes Bild: fT3 im unteren Normbereich, Ferritin bei 18 µg/l, Selen und Vitamin D deutlich erniedrigt. Die Bioresonanzdiagnostik gibt zusätzlich Hinweise auf eine Darmbelastung.
Nach einem strukturierten Therapieprogramm – Eiseninfusionen, Selen- und Vitamin-D-Supplementierung, Darmsanierung und glutenreduzierter Ernährung – berichtet Frau K. nach einigen Wochen von einem merklichen Unterschied in Energie und Stimmung.
Wie gesagt: Dies ist ein fiktives Szenario. Ob und in welchem Ausmaß ein solcher Verlauf möglich ist, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Therapieergebnisse variieren von Person zu Person.
❓ Häufige Fragen aus meiner Praxis
Ja – und das ist tatsächlich eine häufige Situation in meiner Praxis. Viele Patienten nehmen L-Thyroxin, fühlen sich aber trotz „normalisierter“ Werte weiterhin nicht gut. In solchen Fällen suche ich nach Nährstoffmängeln, Umwandlungsstörungen (T4→T3) oder Darm-Problemen, die die Hormonwirksamkeit im Körper einschränken. Naturheilkundliche Maßnahmen können die Schulmedizin ergänzen – nicht ersetzen. Änderungen an der Medikation bespreche ich immer mit dem behandelnden Arzt gemeinsam.
Weil es im Routine-Labor schlicht nicht gesucht wird. Viele Praxen messen nur den TSH – und der kann beim Low-T3-Syndrom normal sein, obwohl zu wenig aktives Schilddrüsenhormon verfügbar ist. Wer trotz normaler TSH-Werte Hypothyreose-Symptome hat, sollte fT3 gezielt messen lassen und nach Ursachen wie chronischem Stress, Selenmangel oder Leberbelastung suchen.
Eine sehr große – und in der Schulmedizin immer noch zu wenig beachtete. Ein Teil der T4-zu-T3-Umwandlung geschieht im Darm. Außerdem beeinflusst das Darmmikrobiom das Immunsystem, das wiederum über Autoimmunprozesse wie Hashimoto die Schilddrüse angreifen kann. Eine gesunde Darmflora ist deshalb eine echte Therapieoption – und nicht nur ein Nebenthema.
Die Laborwerte zeigen nur einen Ausschnitt. „Normbereich“ bedeutet statistisch, dass 95 % der gesunden Bevölkerung in diesem Bereich liegen – aber Sie können sich am unteren Normbereich befinden und trotzdem spürbar an Schilddrüsenmangel leiden. Zudem gibt es Menschen, die subjektiv und biochemisch mehr Schilddrüsenhormon benötigen als andere. Eine ganzheitliche Betrachtung von Symptomen, Ernährung, Stress und Nährstoffstatus kann hier entscheidende Antworten liefern.
Zu diesem Thema gibt es bislang keine eindeutige wissenschaftliche Studienlage. Aus meiner Praxiserfahrung berichten jedoch manche Patienten von einer Verschlimmerung ihrer Symptome in Zusammenhang mit starker Elektrosmog-Belastung. Wer diesen Zusammenhang überprüfen möchte, kann über meinen Sohn Nils eine professionelle Wohnraummessung anfragen: baubiologie-kreuer.de. Weitere Informationen finden Sie auch auf meiner Seite zu Elektrosmog in der Naturheilkunde.
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