
160/100 mmHg auf dem Messgerät – und der Hausarzt greift zum Rezeptblock. ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretika: Die Tabletten senken den Druck, aber sie fragen nicht nach dem Warum. In meiner Naturheilpraxis stelle ich seit über 30 Jahren eine andere Frage: Was bringt Ihren Blutdruck aus dem Gleichgewicht?
Bluthochdruck ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne – er ist ein Symptom. Ein Signal des Körpers, dass etwas aus der Balance geraten ist. Das kann chronischer Stress sein, der das vegetative Nervensystem in Daueralarm versetzt. Oder eine Insulinresistenz, die still und heimlich die Gefäße schädigt. Oder schlicht ein Mangel an Magnesium, das die Gefäßmuskulatur entspannt.
⚠️ Bluthochdruck ist der „stille Killer“
30-40% der Erwachsenen haben erhöhten Blutdruck – viele wissen es nicht. Ohne Behandlung steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen dramatisch. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Ansatz lässt sich der Blutdruck oft ohne oder mit weniger Medikamenten regulieren.
📊 Blutdruck verstehen: Wann wird es kritisch?
Der Blutdruck besteht aus zwei Werten: Der obere (systolische) Wert zeigt den Druck bei der Herzkontraktion, der untere (diastolische) den Druck in der Entspannungsphase. Beide Werte sind wichtig – und beide können isoliert oder gemeinsam erhöht sein.
| Kategorie | Systolisch | Diastolisch |
| Optimal | <120 mmHg | <80 mmHg |
| Hoch-normal | 130-139 mmHg | 85-89 mmHg |
| Hypertonie Grad 1 | 140-159 mmHg | 90-99 mmHg |
| Hypertonie Grad 2 | 160-179 mmHg | 100-109 mmHg |
| Hypertonie Grad 3 | ≥180 mmHg | ≥110 mmHg |

🔍 Warum ist mein Blutdruck erhöht? Die wahren Ursachen
Bei 90–95 % der Betroffenen findet die Schulmedizin keine organische Ursache – man spricht von „essentieller“ Hypertonie. Doch „keine Ursache gefunden“ bedeutet nicht „keine Ursache vorhanden“. In meiner Praxis finde ich fast immer funktionelle Störungen, die den Blutdruck in die Höhe treiben.
1. Das Stressnervensystem in Dauerspannung
Das vegetative Nervensystem besteht aus zwei Gegenspielern: Der Sympathikus (Kampf oder Flucht) treibt den Blutdruck hoch, der Parasympathikus (Ruhe und Verdauung) senkt ihn. Bei chronischem Stress – ob durch Arbeitsdruck, Sorgen oder Schlafmangel – dominiert der Sympathikus permanent. Die Gefäße bleiben verengt, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck bleibt oben.
Diese Sympathikus-Dominanz ist messbar: Die Herzratenvariabilität (HRV) zeigt, wie gut Ihr Nervensystem regulieren kann. Eine niedrige HRV ist ein deutlicher Hinweis auf chronischen Stress – und ein wichtiger Ansatzpunkt für die Therapie.
2. Insulinresistenz – der versteckte Treiber
Wenn Zellen nicht mehr richtig auf Insulin ansprechen, muss der Körper mehr davon produzieren. Dieser erhöhte Insulinspiegel hat weitreichende Folgen: Er aktiviert das Stressnervensystem, fördert die Natriumrückhaltung in den Nieren (mehr Flüssigkeit im Blut) und schädigt die Gefäßinnenwand. Das Ergebnis: steigender Blutdruck.
Die Insulinresistenz zeigt sich oft schon Jahre vor einem manifesten Diabetes – und ist durch gezielte Labordiagnostik (HOMA-Index) nachweisbar.
3. Bauchfett als Hormondrüse
Viszerales Fett (das Fett um die inneren Organe) ist nicht nur Energiespeicher, sondern ein aktives Hormonorgan. Es produziert Entzündungsbotenstoffe (Zytokine), die Gefäße schädigen, und das Hormon Leptin, das den Blutdruck direkt erhöht. Jedes Kilogramm Übergewicht steigert den Blutdruck um etwa 1-2 mmHg.
4. Nährstoffmängel, die niemand sucht
Bestimmte Mikronährstoffe sind entscheidend für die Blutdruckregulation – und bei erstaunlich vielen Menschen im Mangel:
Magnesium: Wirkt als natürlicher Calciumkanalblocker und entspannt die Gefäßmuskulatur. 50–70 % der Bevölkerung haben einen Mangel.
Vitamin D: Reguliert das Renin-Angiotensin-System der Nieren. Bei Mangel ist dieses System überaktiv – der Blutdruck steigt.
Omega-3-Fettsäuren: Wirken entzündungshemmend und verbessern die Gefäßelastizität. Der Omega-3-Index sollte über 8% liegen – bei den meisten liegt er unter 4%.
Coenzym Q10: Wichtig für die Energieversorgung der Herzmuskelzellen. Besonders bei Statin-Einnahme oft erniedrigt.

🔬 Bioresonanzdiagnostik bei Bluthochdruck
Die Bioresonanzdiagnostik nach Paul Schmidt ergänzt die klassische Labordiagnostik um eine energetische Ebene. In einer 90-minütigen Testung untersuche ich systematisch alle Bereiche, die bei Bluthochdruck eine Rolle spielen können.
Vegetatives Nervensystem
Die Bioresonanz gibt Hinweise auf das Verhältnis von Sympathikus zu Parasympathikus. Bei den meisten Bluthochdruck-Patienten zeigt sich eine deutliche Sympathikus-Dominanz – der Körper ist im Dauerstress-Modus. Diese Dysbalance ist oft der Hauptansatzpunkt für die Therapie.
Nierenregulation
Die Nieren spielen eine zentrale Rolle bei der Blutdruckregulation. Über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) steuern sie Gefäßweite und Flüssigkeitshaushalt. Die Bioresonanz testet energetische Hinweise auf eine RAAS-Überaktivität.
Nebennierenfunktion
Die Nebennieren produzieren Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin. Bei chronischem Stress können sie erschöpfen – paradoxerweise führt auch das zu Bluthochdruck, weil die Regulation gestört ist.
Gefäßtonus und Endothelfunktion
Die Bioresonanz kann Hinweise auf einen erhöhten Gefäßtonus (verkrampfte Gefäße) und eine gestörte Endothelfunktion geben. Das Endothel (Gefäßinnenwand) produziert Stickstoffmonoxid (NO), das die Gefäße erweitert. Bei Dysfunktion bleibt NO aus – die Gefäße bleiben eng.
🧪 Erweiterte Labordiagnostik: Die versteckten Ursachen finden
Die übliche Labordiagnostik beim Hausarzt beschränkt sich oft auf Kreatinin und Kalium. Das reicht nicht, um die wahren Ursachen zu finden. In meiner Praxis untersuche ich gezielt:
| Parameter | Was er zeigt | Zielwert |
| HOMA-Index | Insulinresistenz – häufigste Ursache! | <2,0 |
| hs-CRP | Chronische Entzündung | <1 mg/l |
| Homocystein | Endothelschädigung | <8 µmol/l |
| Magnesium (Vollblut) | Gefäßentspannung | >1,5 mmol/l |
| Vitamin D | RAAS-Regulation | 80-100 ng/ml |
| Omega-3-Index | Gefäßelastizität, Entzündung | >10-12% |
| Cortisol-Tagesprofil | Stressbelastung der Nebennieren | Morgens hoch, abends niedrig |
📈 HRV-Analyse: Das Fenster zum Stressnervensystem
Die Herzratenvariabilität (HRV) ist der Goldstandard, um die Funktion des vegetativen Nervensystems zu beurteilen. Ein gesundes Herz schlägt nicht wie ein Metronom, sondern variiert ständig seine Frequenz – mal schneller, mal langsamer. Diese Variation zeigt, wie gut der Körper auf wechselnde Anforderungen reagieren kann.
Bei chronischem Stress sinkt die HRV: Das Herz schlägt monotoner, die Anpassungsfähigkeit ist eingeschränkt. Eine niedrige HRV ist nicht nur ein Hinweis auf Stress – sie ist auch ein eigenständiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
📊 Was die HRV-Messung zeigt
SDNN >50 ms: Gute vegetative Regulation, Parasympathikus aktiv
SDNN <30 ms: Sympathikus-Dominanz, chronischer Stress, erhöhtes Risiko
LF/HF-Ratio >2,5: Sympathikus deutlich dominant – hier muss die Therapie ansetzen

🏔️ IHHT: Das Höhentraining für Ihr Nervensystem
Die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT) ist bei stressbedingtem Bluthochdruck eine meiner wirksamsten Behandlungen. Sie simuliert ein Höhentraining: Der Patient atmet über eine Maske abwechselnd sauerstoffarme (wie in 4000 m Höhe) und sauerstoffreiche Luft.
Was passiert dabei? Die wechselnden Sauerstoffkonzentrationen setzen einen starken Trainingsreiz für das vegetative Nervensystem. Der Körper lernt, besser zwischen Anspannung und Entspannung zu wechseln. Nach einer Serie von IHHT-Behandlungen zeigt die HRV-Messung typischerweise eine deutliche Verbesserung.
Weitere Effekte bei Bluthochdruck: Die Endothelfunktion verbessert sich (mehr NO-Produktion), die Insulinsensitivität steigt, und die Mitochondrien werden regeneriert. In meiner Praxis messe ich nach 10-15 IHHT-Sitzungen regelmäßig Blutdrucksenkungen von10–20 mmHgg.
💨 Oxyvenierung: Sauerstoff für die Gefäße
Die Oxyvenierung nach Dr. Regelsberger ist eine besondere Form der Sauerstofftherapie: Medizinischer Sauerstoff wird in kleinen Mengen direkt in die Vene gegeben. Die winzigen Sauerstoffbläschen wandern durch das Gefäßsystem und stimulieren dabei das Endothel zur Produktion von Stickstoffmonoxid (NO).
NO ist der wichtigste körpereigene Gefäßerweiterer. Bei Bluthochdruck ist die NO-Produktion oft vermindert – die Gefäße bleiben verengt. Die Oxyvenierung kann diese Dysfunktion direkt ansprechen: Mehr NO bedeutet weitere Gefäße und niedrigeren Blutdruck. Zusätzlich verbessert sich die Mikrozirkulation, und Entzündungsprozesse werden gehemmt.
💉 Vitamin C Hochdosis-Infusion bei Bluthochdruck
Hochdosiertes Vitamin C hat bei Bluthochdruck gleich mehrere Ansatzpunkte: Es schützt als starkes Antioxidans das Stickstoffmonoxid vor der Zerstörung durch freie Radikale (mehr NO bleibt aktiv), es ist selbst an der NO-Synthese beteiligt, und es senkt erhöhte Entzündungswerte.
Bei erhöhtem Homocystein – einem Risikofaktor für Gefäßschäden – kombiniere ich die Vitamin-C-Infusion mit B-Vitaminen. Diese Kombination kann den Homocysteinspiegel deutlich senken und so die Endothelfunktion verbessern.
🪡 Akupunktur: Sympathikus runter, Parasympathikus hoch
Die Akupunktur ist bei Bluthochdruck wissenschaftlich gut untersucht und in meiner Praxis eine wichtige Säule der Behandlung. Sie wirkt direkt auf das vegetative Nervensystem: Der überaktive Sympathikus wird beruhigt, der Parasympathikus aktiviert.
Die wichtigsten Punkte bei Bluthochdruck sind Leber 3 (Taichong) – der Hauptpunkt zur Blutdrucksenkung, Herz 7 (Shenmen) zur Beruhigung, Perikard 6 (Neiguan) für die Herz-Kreislauf-Regulation und Magen 36 (Zusanli) zur vegetativen Ausbalancierung. Nach einer Serie von 8–12 Behandlungen zeigt sich typischerweise eine Blutdrucksenkung von10–15 mmHgg.
💊 Bioresonanztherapie bei Bluthochdruck
Nach der ausführlichen Diagnostik folgt die gezielte Bioresonanztherapie. Bei Bluthochdruck arbeite ich mit spezifischen Frequenzprogrammen zur Harmonisierung des vegetativen Nervensystems, zur Unterstützung der Nierenregulation und zur Entspannung des Gefäßtonus.
Die Behandlung erfolgt in der Intensivphase 1–2 × wöchentlich über 8–12 Wochen, danach in größeren Abständen zur Erhaltung. Parallel dazu werden identifizierte Störfelder behandelt und die orthomolekulare Therapie angepasst.
💉 Neuraltherapie bei Bluthochdruck
Die Neuraltherapie kann bei Bluthochdruck direkt auf das vegetative Nervensystem einwirken. Durch gezielte Injektionen von Procain an bestimmte Nervengeflechte lässt sich eine Entspannung des überaktiven Sympathikus erreichen.
Besonders wirksam ist die Behandlung des Ganglion stellatum (Sternganglion) im Halsbereich. Dieses Nervengeflecht steuert die sympathische Versorgung von Herz und Gefäßen. Eine Procain-Injektion kann hier eine sofortige Gefäßweitstellung und Blutdrucksenkung bewirken.
Auch Störfelder – chronische Entzündungsherde an Zähnen, Narben oder Mandeln – können den Blutdruck beeinflussen. Durch gezielte Störfeldbehandlung mit Neuraltherapie lassen sich solche „Fernwirkungen“ oft auflösen.
🏃 Bewegung: Der natürliche Blutdrucksenker
Regelmäßige Bewegung ist einer der wirksamsten natürlichen Blutdrucksenker – vergleichbar mit manchen Medikamenten. Schon 30–60 Minuten zügiges Gehen täglich können den Blutdruck um 5–10 mmHg senken.
Der Mechanismus: Ausdauertraining verbessert die Endothelfunktion (mehr NO-Produktion), trainiert das Herz-Kreislauf-System, baut Stresshormone ab und verbessert die Insulinsensitivität. Zusätzlich unterstützt Bewegung die Gewichtsreduktion – jedes abgebaute Kilogramm senkt den Blutdruck um weitere 1–2 mmHg.
Wichtig: Bei stark erhöhtem Blutdruck (über 160/100 mmHg) sollte zunächst eine medikamentöse Einstellung erfolgen, bevor mit intensiverem Training begonnen wird. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über geeignete Belastungsgrenzen.
😌 Stressreduktion: Den Sympathikus beruhigen
Da chronischer Stress bei den meisten Bluthochdruck-Patienten eine zentrale Rolle spielt, ist Stressmanagement ein unverzichtbarer Teil der Therapie. Verschiedene Techniken können den überaktiven Sympathikus beruhigen:
4-7-8-Atemtechnik: Einatmen für 4 Sekunden, Atem anhalten für 7 Sekunden, ausatmen für 8 Sekunden. Diese Technik aktiviert direkt den Parasympathikus und kann den Blutdruck akut senken. Ideal: 3x täglich 4-8 Zyklen.
Progressive Muskelrelaxation: Systematisches An- und Entspannen der Muskelgruppen. Wissenschaftlich gut untersucht bei Bluthochdruck – kann den Blutdruck um 5-10 mmHg senken.
Meditation: Regelmäßige Achtsamkeitsmeditation (10-20 Minuten täglich) verbessert die HRV und senkt nachweislich Stresshormone und Blutdruck.
Schlaf: Schlafmangel ist ein unterschätzter Blutdrucktreiber. Bei weniger als 6 Stunden Schlaf pro Nacht steigt das Bluthochdruck-Risiko deutlich. Ziel sind 7-8 Stunden erholsamer Schlaf.
📈 24-Stunden-Blutdruckmessung: Das wahre Bild
Eine einzelne Blutdruckmessung in der Praxis zeigt nur eine Momentaufnahme. Viele Menschen haben einen „Weißkittelhochdruck“ – der Blutdruck ist nur beim Arzt erhöht, zu Hause normal. Andere haben eine „maskierte Hypertonie“ – in der Praxis normal, aber zu Hause erhöht.
Die 24-Stunden-Blutdruckmessung gibt ein vollständiges Bild: Wie verhält sich der Blutdruck tagsüber unter Alltagsbelastung? Senkt er sich nachts ab (Dipper) oder bleibt er konstant hoch (Non-Dipper)? Non-Dipper haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Organschäden – diese Information ist therapeutisch wichtig.
Auch das Morgenhoch – der Blutdruckanstieg beim Aufwachen – ist relevant: Ein zu steiler Anstieg erhöht das Herzinfarkt-Risiko in den frühen Morgenstunden.
🩺 ABI-Messung: Gefäßstatus prüfen
Der Ankle-Brachial-Index (ABI) vergleicht den Blutdruck am Knöchel mit dem am Arm. Bei gesunden Gefäßen sind beide Werte etwa gleich (ABI um 1,0). Ein ABI unter 0,9 deutet auf eine Arteriosklerose hin – oft besteht dann schon eine fortgeschrittene Gefäßverkalkung.
Bei Bluthochdruck-Patienten führe ich routinemäßig eine ABI-Messung durch, um den Gefäßstatus zu beurteilen. Ein pathologischer ABI hat therapeutische Konsequenzen: Dann ist eine intensivere Gefäßtherapie notwendig.
⚕️ Wann brauche ich unbedingt Medikamente?
Die naturheilkundliche Behandlung von Bluthochdruck ist kein Ersatz für notwendige Medikamente. In bestimmten Situationen sind Blutdrucksenker unverzichtbar:
Bluthochdruck Grad 3 (über 180/110 mmHg): Hier ist das Risiko für akute Ereignisse (Schlaganfall, Herzinfarkt) zu hoch für ein Abwarten. Medikamente müssen her – die Naturheilkunde ergänzt und hilft langfristig bei der Reduktion.
Bestehende Organschäden: Bei Nierenschwäche, Herzschwäche oder nach Schlaganfall/Herzinfarkt sind Medikamente oft lebenswichtig.
Hoher Diabetes-Risiko: Bei Diabetikern oder starker Insulinresistenz muss der Blutdruck besonders streng eingestellt werden – oft gelingt das nicht ohne Medikamente.
In allen anderen Fällen ist ein Versuch der naturheilkundlichen Regulierung sinnvoll – immer begleitet von regelmäßiger Blutdruckkontrolle und in Absprache mit dem Hausarzt.
💊 Orthomolekulare Therapie: Die richtigen Nährstoffe
Basierend auf den Laborergebnissen erstelle ich einen individuellen Supplementierungsplan. Die wichtigsten Nährstoffe bei Bluthochdruck:
Magnesium (400-600 mg): Entspannt die Gefäßmuskulatur, wirkt als natürlicher Calciumkanalblocker. Bei nachgewiesenem Mangel oft allein schon eine Blutdrucksenkung von 5-10 mmHg.
Coenzym Q10 (100-300 mg): Stärkt die Herzenergie, wirkt antioxidativ. Besonders wichtig bei Statin-Einnahme (Statine hemmen die Q10-Synthese). Kann den Blutdruck um 10-15 mmHg senken.
L-Arginin (3-6 g): Vorstufe des gefäßerweiternden Stickstoffmonoxids (NO). Verbessert die Endothelfunktion und senkt den Blutdruck um 5-10 mmHg.
Omega-3 (2-4 g EPA+DHA): Wirkt entzündungshemmend, verbessert die Gefäßelastizität. Der Omega-3-Index sollte auf über 8% angehoben werden.
Vitamin D3 + K2: Reguliert das RAAS-System der Nieren. Bei Mangel Substitution mit 5.000-10.000 IE D3 plus 200 µg K2 täglich.
🌿 Phytotherapie: Heilpflanzen für den Blutdruck
Die Pflanzenheilkunde bietet wirksame Unterstützung bei Bluthochdruck:
Olivenblatt-Extrakt: Einer der wirksamsten pflanzlichen Blutdrucksenker. Hemmt das ACE-Enzym ähnlich wie ACE-Hemmer-Medikamente, aber ohne deren Nebenwirkungen. Dosierung: 500-1.000 mg täglich.
Weißdorn (Crataegus): Klassisches Herzmittel, stärkt die Herzleistung und verbessert die Durchblutung. 300-900 mg Extrakt täglich.
Knoblauch: Wirkt leicht blutdrucksenkend, hemmt die Thrombozytenaggregation und ist antioxidativ. 600-1.200 mg Extrakt täglich.
Hibiskus-Tee: Wissenschaftlich gut untersucht – 3 Tassen täglich können den Blutdruck um 5-7 mmHg senken.
💊 Homöopathie bei Bluthochdruck
Die Homöopathie bietet bewährte Mittel für verschiedene Bluthochdruck-Typen:
Nux vomica: Der typische gestresste Manager – überarbeitet, reizbar, greift zu Kaffee und Alkohol. Bluthochdruck durch Überarbeitung und ungesunden Lebensstil.
Aurum metallicum: Bluthochdruck mit depressiver Verstimmung, Gefühl von Herzdruck, Gesichtsröte. Oft bei Menschen mit hohem Verantwortungsgefühl und Versagensängsten.
Glonoinum: Plötzliche Blutdruckspitzen mit pochendem Kopfschmerz, rotem Gesicht und Hitzewallungen. Typisch: Verschlimmerung durch Sonneneinstrahlung.
Crataegus D6: Als Basistherapie bei Herzschwäche und Bluthochdruck. Niedrige Potenz, täglich einzunehmen.
🥗 Ernährung bei Bluthochdruck
Die Ernährung hat einen enormen Einfluss auf den Blutdruck. Die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) kann den Blutdruck um 10-15 mmHg senken – so viel wie manches Medikament.
Mehr davon: Gemüse (7 Portionen täglich), kaliumreiche Lebensmittel (Bananen, Avocados, Spinat), Omega-3-reicher Fisch, Nüsse (besonders Walnüsse), Rote Beete (fördert NO-Bildung!), Olivenöl, Knoblauch.
Weniger davon: Salz (unter 5g täglich), Zucker und Weißmehl (fördern Insulinresistenz), verarbeitete Lebensmittel, Alkohol (maximal 1 Glas Wein), Koffein (bei empfindlichen Personen).
📖 Fiktiver Praxisfall: Von 160/100 auf 125/80 ohne Medikamente
Hinweis: Dieser Fall ist fiktiv und dient zur Veranschaulichung. Behandlungserfolge sind individuell verschieden. Medikamente sollten nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt reduziert werden.
Ausgangssituation: Herr K., 52 Jahre, Abteilungsleiter, seit 2 Jahren Bluthochdruck bekannt. Trotz Ramipril 5mg liegt der Blutdruck bei 150/95 mmHg. Symptome: morgendliche Kopfschmerzen, Erschöpfung, nächtliches Aufwachen mit Herzklopfen. BMI 29, Bauchumfang 108 cm, wenig Bewegung, viel Stress („60-Stunden-Wochen“).
Diagnostik: HRV-Analyse: SDNN 24 ms (stark erniedrigt), LF/HF-Ratio 3,8 – massive Sympathikus-Dominanz. 24h-Blutdruckmessung: Non-Dipper (keine Nachtabsenkung) – erhöhtes Organrisiko. Labor: HOMA-Index 4,2 (Insulinresistenz), Magnesium 1,1 mmol/l (Mangel), Vitamin D 19 ng/ml (Mangel), Omega-3-Index 3,2% (kritisch niedrig), hs-CRP 5,4 mg/l (chronische Entzündung).
Therapie: IHHT 2x/Woche (12 Wochen) als Haupttherapie für das vegetative Nervensystem. Oxyvenierung 1x/Woche (10 Sitzungen). Bioresonanz 1x/Woche. Akupunktur 2x/Woche (8 Wochen). Orthomolekular: Magnesium 600mg, Vitamin D 10.000 IE + K2, Omega-3 4g, Q10 200mg, L-Arginin 4g. Ernährungsumstellung auf DASH-Diät, tägliches Gehen 30 Minuten, Atemübungen zur Stressreduktion.
Verlauf: Nach 4 Wochen: Blutdruck 142/90 mmHg, Kopfschmerzen seltener, besserer Schlaf. Nach 8 Wochen: Blutdruck 132/85 mmHg, HRV verbessert (SDNN 38 ms), 4 kg Gewichtsverlust. Nach 12 Wochen: Blutdruck 125/80 mmHg, HRV-Ratio normalisiert. Hausarzt reduziert Ramipril auf 2,5mg.
Nach 6 Monaten: Blutdruck stabil 125/78 mmHg ohne Medikamente (Ramipril nach Rücksprache mit Hausarzt abgesetzt). HRV: SDNN 48 ms (normal). Labor normalisiert: Vitamin D 68 ng/ml, Omega-3-Index 8,6%, HOMA-Index 2,1, hs-CRP 1,8 mg/l. Gewicht -10 kg, Bauchumfang 98 cm.
❓ Häufig gestellte Fragen
Kann ich meine Blutdruckmedikamente absetzen?
Das Ziel ist es, Medikamente zu reduzieren oder – wenn möglich – ganz abzusetzen. Das geht aber nur schrittweise und immer in Absprache mit Ihrem Hausarzt! Eigenmächtige Absetzversuche können gefährlich sein. Bei erfolgreicher Ursachenbehandlung kann der Arzt die Dosis oft schrittweise reduzieren.
Wie lange dauert die Behandlung?
Erste Verbesserungen zeigen sich oft nach 4-6 Wochen. Für eine stabile Blutdrucknormalisierung rechne ich mit 3-6 Monaten intensiver Therapie. Danach folgt eine Erhaltungsphase mit größeren Behandlungsabständen.
Ist die Behandlung auch bei sehr hohem Blutdruck möglich?
Bei Bluthochdruck Grad 3 (über 180/110 mmHg) steht zunächst die medikamentöse Einstellung im Vordergrund – das Risiko ist zu hoch für ein Abwarten. Die naturheilkundliche Therapie ergänzt dann die Medikamente und kann helfen, diese langfristig zu reduzieren.
Was kostet die Behandlung?
Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen erstatten die Behandlung oft ganz oder teilweise. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Heilpraktikerleistungen in der Regel nicht. Informationen zu den Kosten bespreche ich gerne im Erstgespräch.
Welche Rolle spielt Stress bei meinem Bluthochdruck?
Bei etwa 70-80% meiner Bluthochdruck-Patienten ist chronischer Stress ein Hauptfaktor. Die HRV-Messung zeigt das sehr zuverlässig. Wenn die HRV niedrig ist, muss die Therapie am vegetativen Nervensystem ansetzen – sonst wird der Blutdruck nicht dauerhaft sinken.
Hilft Abnehmen gegen Bluthochdruck?
Ja, besonders bei Übergewicht mit viel Bauchfett. Jedes abgebaute Kilogramm senkt den Blutdruck um etwa 1-2 mmHg. Bei 10 kg Gewichtsverlust sind das bereits 10-20 mmHg – oft genug, um Medikamente reduzieren zu können. Die Gewichtsreduktion ist deshalb ein wichtiger Teil der Therapie.
Ich nehme bereits drei Blutdruckmedikamente – kann mir trotzdem geholfen werden?
Gerade bei therapieresistentem Bluthochdruck (nicht ausreichend kontrolliert trotz mehrerer Medikamente) lohnt sich die Ursachensuche besonders. Oft finden sich hier ausgeprägte Nährstoffmängel, eine starke Insulinresistenz oder ein massiv überaktives Stressnervensystem. Die naturheilkundliche Therapie kann dann eine wichtige Ergänzung sein.
Mein Blutdruck ist nur morgens erhöht – ist das gefährlich?
Das morgendliche Blutdruckhoch (Morning Surge) ist besonders tückisch: Die meisten Herzinfarkte und Schlaganfälle ereignen sich in den frühen Morgenstunden. Ein zu steiler Blutdruckanstieg beim Aufwachen sollte gezielt behandelt werden – hier kann die Bioresonanz helfen, das vegetative Nervensystem zu regulieren.
📞 Ihr Weg zum normalen Blutdruck
Bluthochdruck ist kein unvermeidliches Schicksal. Mit dem richtigen Ansatz – Ursachen finden statt nur Symptome senken – lässt sich der Blutdruck oft nachhaltig regulieren. In einem ausführlichen Erstgespräch mit HRV-Messung und erweiterter Diagnostik finden wir heraus, warum Ihr Blutdruck erhöht ist.
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Heilpraktiker Arno Kreuer
Silcherstraße 9, 73249 Wernau
Telefon: 07153 32314
Meine Patienten kommen aus Stuttgart, Esslingen, Kirchheim unter Teck, Filderstadt, Nürtingen, Göppingen und dem gesamten Großraum.
Rechtlicher Hinweis: Die beschriebenen Verfahren stammen aus der naturheilkundlichen Erfahrungsmedizin und sind schulmedizinisch nicht vollständig anerkannt. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnostik und Behandlung. Blutdruckmedikamente dürfen nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt reduziert oder abgesetzt werden.
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