🦴 Rheuma · Arthrose · Gicht – drei Erkrankungsgruppen, eine ganzheitliche Praxis
Drei Oberbegriffe, drei unterschiedliche Mechanismen – und doch ein gemeinsamer Nenner: Schmerz, Bewegungseinschränkung und oft ein gestörter Stoffwechsel im Gewebe. In dieser Praxis erarbeite ich für jede Erkrankungsgruppe ein eigenes Therapiekonzept: zuerst die genaue Diagnose, dann die individuelle Behandlung.
Seit über 33 Jahren begleite ich in meiner Naturheilpraxis in Wernau bei Stuttgart Menschen mit Erkrankungen des Bewegungsapparates. Rheuma, Arthrose und Gicht gehören dabei zu den häufigsten Beschwerdebildern – und zu denjenigen, bei denen die Naturheilkunde besonders viel leisten kann.
Die klassische Schulmedizin konzentriert sich oft auf Schmerzstillung und Entzündungshemmung. Das ist wichtig. Aber die Frage warum sich die Gelenke entzünden, warum der Knorpel abbaut, warum die Harnsäure steigt – diese Fragen bleiben häufig offen. Hier setzt mein ganzheitlicher Ansatz an.
Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Therapieansätze, die ich für jede der drei Erkrankungsgruppen einsetze: Injektionstherapie nach homotoxikologischen Prinzipien, Neuraltherapie, orthomolekulare Mikronährstoffmedizin und ergänzende naturheilkundliche Verfahren.
📋 Inhalt dieser Seite
- 🔬 Diagnose zuerst – das Grundprinzip meiner Praxis
- 🔥 Teil 1: Chronisch-entzündliches Rheuma
- ⚙️ Teil 2: Arthrose – degenerative Gelenkerkrankung
- 💎 Teil 3: Gicht und Hyperurikämie
- 💉 Injektionstherapie und Neuraltherapie
- 🧪 Orthomolekulare Medizin bei Gelenkerkrankungen
- 🥗 Ernährung als Therapie
- 📖 Fiktive Fallbeschreibung
- ❓ Häufige Fragen
🔬 Diagnose zuerst – das Grundprinzip meiner Praxis
Bevor ich auch nur eine einzige Maßnahme einleite, möchte ich verstehen, womit ich es zu tun habe. Rheuma, Arthrose und Gicht sehen auf den ersten Blick ähnlich aus – Gelenkschmerzen, Bewegungseinschränkung, manchmal Schwellung. Doch ihre Entstehungsmechanismen unterscheiden sich grundlegend.
Chronisch-entzündliches Rheuma ist eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem greift eigenes Gelenkgewebe an. Die Entzündung ist das primäre Problem, der Knorpelabbau eine Folge.
Arthrose ist primär degenerativ. Der Knorpel baut ab – durch Verschleiß, Fehlbelastung, mangelnde Durchblutung und gestörten Knorpelstoffwechsel. Entzündung tritt sekundär auf, wenn Knorpelpartikel die Gelenkinnenhaut reizen.
Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung. Zu viel Harnsäure im Blut führt zur Ablagerung von Kristallen im Gelenk – mit akuten, sehr schmerzhaften Entzündungsschüben.
| Merkmal | Rheuma (RA) | Arthrose | Gicht |
|---|---|---|---|
| Mechanismus | Autoimmun, entzündlich | Degenerativ, Verschleiß | Stoffwechsel, Kristalle |
| Typische Gelenke | Finger, Hände, symmetrisch | Knie, Hüfte, Wirbelsäule | Großzehe, Sprunggelenk |
| Schmerzverlauf | Morgensteifigkeit, dauerhaft | Anlauf- und Belastungsschmerz | Akuter Schub, dann beschwerdefrei |
| Reckeweg-Phase | Reaktion / Imprägnation | Degeneration | Deposition |
| Laborzeichen | CRP ↑, RF, Anti-CCP | Oft unauffällig | Harnsäure ↑ |
Diese Unterscheidung ist entscheidend – denn die Therapie unterscheidet sich erheblich. Mein Vorgehen: Zuerst verstehe ich den Mechanismus, dann baue ich das individuelle Behandlungskonzept auf.
🔥 Teil 1: Chronisch-entzündliches Rheuma (Rheumatoide Arthritis)
Was steckt hinter der chronischen Entzündung?
Die rheumatoide Arthritis ist keine einfache Gelenkkrankheit. Das Immunsystem produziert Antikörper gegen körpereigene Strukturen – vor allem gegen die Synovialmembran, die Gelenkinnenhaut. Diese wird entzündet und langfristig zerstört.
Warum das Immunsystem „überreagiert“, ist individuell unterschiedlich. Genetische Faktoren spielen eine Rolle, aber auch chronische Entzündungsherde, eine gestörte Darmflora, Schwermetallbelastungen und anhaltender Stress können das System aus dem Gleichgewicht bringen.
In der Homotoxikologie nach Reckeweg ordnen wir die rheumatoide Arthritis den Phasen der Reaktion und Imprägnation zu. Die körpereigene Abwehr reagiert – aber sie überschießt und schädigt dabei eigenes Gewebe. Ziel der Therapie ist es, diese Reaktion zu regulieren und gleichzeitig die Entgiftungswege zu öffnen.
🧬 Antihomotoxische Ordinatio bei Rheuma (nach Heel-Therapieschema)
⚠️ Hinweis zur Injektionstherapie
Die folgenden Kombinationen entsprechen den klassischen antihomotoxischen Therapieschemata (Ordinatio). Die Entscheidung über Art, Häufigkeit und Kombination der Injektionen erfolgt immer individuell nach Befund und Zustand des Patienten. Injektionen setzen eine eingehende Untersuchung voraus.
| Therapiephase / Ziel | Präparate-Kombination | Applikation |
|---|---|---|
|
Basis-Ordinatio Entzündungshemmung, Matrixentlastung, Immunregulation |
Traumeel · Zeel · Ubichinon compositum · Coenzyme compositum · Lymphomyosot | 2–3× wöchentlich i.m. / s.c. / periartikulär |
|
Chronischer Verlauf Immunsystem regulieren, Herdgeschehen, Degeneration |
Engystol · Echinacea compositum · Placenta suis · Cutis compositum · Discus compositum (bei WS) | 1–2× wöchentlich ergänzend |
|
Akuter Schub Rasche Entzündungsdämpfung |
Traumeel häufig · Zeel · Echinacea compositum · Engystol | Täglich oder jeden 2. Tag möglich |
|
Degenerativ-rheumatischer Übergang Wenn Entzündung und Verschleiß zusammentreffen |
Zeel · Discus compositum · Placenta suis · Ubichinon compositum · Coenzyme compositum | 2× wöchentlich |
Traumeel ist das zentrale Mittel bei entzündlichen Beschwerden des Bewegungsapparates. Es enthält eine Kombination aus homöopathisch aufbereiteten pflanzlichen und mineralischen Substanzen und kann Entzündungsprozesse regulieren, ohne das Immunsystem zu unterdrücken.
Ubichinon compositum und Coenzyme compositum sind wichtige Mittel zur Aktivierung der Zellenergie. Sie unterstützen die Mitochondrien in den Gelenkzellen und können blockierte Enzymreaktionen wieder in Gang bringen – ein entscheidender Schritt bei chronischen Verläufen.
Lymphomyosot unterstützt die Matrix-Drainage. Das extrazelluläre Bindegewebe um die Gelenke muss frei von Schlacken und Entzündungsmediatoren gehalten werden – Lymphomyosot fördert genau diesen Abfluss.
🩺 Lokale periartikuläre Injektionen
Bei aktiv entzündeten Gelenken setze ich neben den systemischen Injektionen auch lokale, periartikuläre Injektionen ein. Dabei injiziere ich die Wirkstoffe direkt ins Gelenk-Umfeld – nicht ins Gelenk selbst, sondern in die umgebenden Weichteile und Muskelansätze.
Die Kombination aus Traumeel und einem Lokalanästhetikum (Procain) nach neuraltherapeutischen Prinzipien kann in vielen Fällen binnen weniger Minuten eine spürbare Schmerzlinderung bewirken. Gleichzeitig löst das Procain die pathologische Potenz im Gewebe und gibt das Selbstregulationssystem des Körpers frei.
Bei Fingergelenksrheuma zum Beispiel injiziere ich periartikulär an den betroffenen Gelenken, ergänzt durch Punkte am Handgelenk und am Unterarm. Das Ziel ist nicht nur Schmerzlinderung, sondern die Normalisierung des Gewebestoffwechsels im betroffenen Bereich.
⚙️ Teil 2: Arthrose – degenerative Gelenkerkrankung
Der schleichende Knorpelverschleiß
Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung überhaupt. In Deutschland sind mehr als fünf Millionen Menschen betroffen. Betroffen sind vor allem Knie, Hüfte, Finger und Wirbelsäule.
Der Gelenkknorpel ist ein Wunderwerk der Natur: Er schlägt bei jedem Schritt Millionen kleine Stöße ab, verteilt Druck gleichmäßig und ernährt sich vollständig durch die Gelenkflüssigkeit, da er keine eigene Blutversorgung hat. Wenn dieser fein abgestimmte Mechanismus gestört wird – durch Fehlbelastung, Übergewicht, mangelnde Bewegung oder Mikronährstoffmangel – beginnt der Knorpel abzubauen.
In der Homotoxikologie gehört Arthrose zur Degenerationsphase. Der Organismus scheidet nicht mehr aus, er reagiert nicht mehr überschießend – er beginnt, eigene Strukturen abzubauen. Hier ist ein grundlegend anderes Therapiekonzept gefragt als beim entzündlichen Rheuma.
🧬 Antihomotoxische Ordinatio bei Arthrose
| Therapiephase / Ziel | Präparate-Kombination | Applikation |
|---|---|---|
|
Basis-Ordinatio Knorpelregeneration, Matrixaktivierung, Zellenergie |
Zeel · Discus compositum · Placenta suis · Coenzyme compositum · Ubichinon compositum | 2× wöchentlich i.m. / periartikulär |
|
Mit Schmerzsymptomatik Entzündungskomponente dämpfen |
+ Traumeel lokal injizierbar | Lokal periartikulär möglich |
|
Wirbelsäulenarthrose Bandscheibe und Wirbelgelenke |
Discus compositum · Zeel · Traumeel · Placenta suis · Coenzyme compositum | Paravertebral, 2× wöchentlich |
|
Fortgeschrittene Degeneration Degeneration → Regeneration anstoßen |
Placenta suis · Cutis compositum · Ubichinon compositum · Coenzyme compositum · Discus compositum | Intensivphase: 3× wöchentlich, dann Erhalt |
Zeel ist das Schlüsselmittel bei Arthrosen. Es unterstützt die Regeneration von Knorpel und Bindegewebe und kann Schmerzen lindern. Bei periartikulärer Injektion direkt am betroffenen Gelenk kann es besonders gut wirken.
Placenta suis und Cutis compositum sind Organpräparate, die bei degenerativen Prozessen eingesetzt werden. Sie liefern körpereigene Signalsubstanzen, die Reparaturprozesse im Gewebe anregen können – ein Ansatz, der weit über die reine Symptombehandlung hinausgeht.
Discus compositum ist besonders wertvoll bei Wirbelsäulenbeschwerden: Bandscheibendegeneration, Wirbelgelenksarthrose und chronische Rückenschmerzen sprechen oft gut auf dieses Mittel an.
Lokale Injektionen bei Arthrose – Knie, Hüfte, Schulter
Die Kniearthrose ist die häufigste Form. Hier injiziere ich direkt periartikulär – an den Gelenkspaltern und in die umgebende Muskulatur. Eine typische Sitzung beim Knie umfasst 4–6 Injektionspunkte um das Gelenk, kombiniert mit einer Ultraschallbehandlung zur Tiefenwärme.
Bei der Hüftarthrose ist die anatomische Situation komplexer. Hier arbeite ich mit Punkten an Hüftbeuger, Trochanter und Iliosakralgelenk. Häufig zeigen sich bei genauer Untersuchung alte Narben oder muskuläre Triggerpunkte, die den Hüftschmerz mitunterhalten – klassische Störfelder im Sinne der Neuraltherapie.
Bei der Schulterarthrose und dem Impingement-Syndrom der Schulter setze ich neben Injektionen auch gezielt die Ultraschalltherapie ein, um tief liegende Strukturen wie die Supraspinatussehne zu erreichen.
💎 Teil 3: Gicht und Hyperurikämie – Stoffwechselrheuma
Wenn Harnsäure zum Problem wird
Gicht ist eine Erkrankung des Purinstoffwechsels. Zu viel Harnsäure im Blut – durch vermehrte Bildung oder verminderte Ausscheidung – führt zur Ablagerung von Mononatriumurat-Kristallen in Gelenken und Weichteilen.
Der klassische Gichtanfall beginnt meist nachts, häufig am Großzehengrundgelenk: Das Gelenk wird innerhalb von Stunden extrem schmerzhaft, gerötet, heiß und geschwollen. Manche Patienten beschreiben den Schmerz als unerträglich – selbst das Gewicht der Bettdecke ist kaum zu ertragen.
In der Homotoxikologie entspricht die Gicht der Depositionsphase: Der Körper lagert Stoffwechselprodukte ab, die er nicht mehr ausscheiden kann. Das Therapieziel ist Drainage – Leber, Nieren und das Lymphsystem müssen in ihrer Ausscheidungsfunktion unterstützt werden.
🧬 Antihomotoxische Ordinatio bei Gicht
| Therapiephase / Ziel | Präparate-Kombination | Applikation |
|---|---|---|
|
Basis-Ordinatio Harnsäurestoffwechsel, Leber-Niere, Ausleitung |
Berberis-Homaccord · Solidago compositum · Hepar compositum · Nux vomica-Homaccord · Lymphomyosot | 2× wöchentlich i.m. / s.c. |
|
Akuter Gichtanfall Rasche Entzündungsregulation |
Traumeel · Berberis-Homaccord · Solidago compositum · Lymphomyosot | Häufige Injektionen möglich, täglich |
|
Chronische Gicht Stoffwechselblockade, Depositionsphase |
Hepar compositum · Solidago compositum · Ubichinon compositum · Coenzyme compositum · Nux vomica-Homaccord | 2× wöchentlich, Langzeitkurs |
|
Nierenbelastung Ausscheidung fördern, Niere entlasten |
Solidago compositum · Berberis-Homaccord · Lymphomyosot · Ubichinon compositum | 2× wöchentlich |
Berberis-Homaccord unterstützt Niere und ableitende Harnwege. Bei Gicht ist die renale Ausscheidung von Harnsäure gestört – Berberis kann diese Funktion anregen und ist ein unverzichtbarer Bestandteil jedes Gicht-Konzepts.
Solidago compositum ist ein Nieren-Leber-Drainagemittel. Es unterstützt die Ausscheidungsfunktion beider Organe und hilft, Harnsäure besser aus dem Körper abzutransportieren.
Hepar compositum fokussiert auf die Leber. Da Harnsäure ein Abbauprodukt des Purinstoffwechsels ist, der wesentlich in der Leber stattfindet, ist Leberunterstützung bei Gicht essentiell.
🚨 Bei akutem Gichtanfall
Ein akuter Gichtanfall ist sehr schmerzhaft und sollte umgehend behandelt werden. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt. Neuraltherapeutische und antihomotoxische Maßnahmen können unterstützend eingesetzt werden – ersetzen aber in der akuten Phase nicht die notwendige medizinische Versorgung.
💉 Injektionstherapie und Neuraltherapie bei Gelenkerkrankungen
Warum Injektionen bei Gelenkerkrankungen sinnvoll sind
Tabletten und Tropfen haben eine wichtige Grenze: Sie müssen den langen Weg durch Magen, Darm und Leber nehmen, bevor sie am Wirkort ankommen. Bei chronisch entzündeten oder degenerierten Gelenken ist die lokale Durchblutung oft reduziert – der Wirkstoff kommt kaum an.
Injektionen umgehen dieses Problem vollständig. Ich bringe die Wirkstoffe direkt dorthin, wo sie gebraucht werden: ins Gelenk-Umfeld, in Muskeln, Sehnenansätze und Störfeldregionen. Die Konzentration am Wirkort ist deutlich höher, der Effekt direkter.
Die Neuraltherapie nach Huneke
Die Neuraltherapie arbeitet mit kleinen Mengen eines Lokalanästhetikums – meistens Procain – das an genau definierten Stellen injiziert wird. Procain setzt an den Nervenmembranen an und kann dort pathologisch veränderte elektrische Potenziale normalisieren.
Chronisch entzündete Gelenke und degenerierte Strukturen unterhalten oft einen Teufelskreis: Schmerz führt zu Schonung, Schonung zu Durchblutungsminderung, Durchblutungsminderung zu weiterem Gewebeschaden. Die Neuraltherapie kann diesen Kreislauf durchbrechen.
Besonders wichtig: das Konzept der Störfelder. Ein altes Operationsnarbe, ein chronischer Sinusitis-Herd, ein nicht verheilter Zahn – solche Störfelder können über das vegetative Nervensystem Fernwirkungen auf Gelenke ausüben und dort Entzündungen unterhalten. Erst wenn das Störfeld behandelt ist, reagiert das Gelenk auf alle anderen Therapien.
Typische Injektionspunkte nach Gelenklokalisation
| Gelenk | Injektionspunkte | Ergänzende Maßnahmen |
|---|---|---|
| Knie | Medial/lateral Gelenkspalt, Patellabasis, Pes anserinus, M. vastus medialis | Ultraschall, Physiokey |
| Schulter | Subakromial, Supraspinatussehne, ACG, Bizepssehnenwurzel | Ultraschalltherapie, Physiokey |
| Hüfte | Trochanter major, Hüftbeuger, ISG, Piriformis | Streckliege, Schröpfmassage |
| Finger / Hand | Periartikulär Fingergrundgelenke, Handgelenk, Sehnenscheiden | Ohrakupunktur, Homöopathie |
| Wirbelsäule | Paravertebral, Wirbelgelenke, ISG, Triggerpunkte der Rückenmuskulatur | Discus compositum, Streckliege, Pneumatron |
Häufigkeit und Behandlungsintensität
In der Anfangsphase empfehle ich bei aktiven Beschwerden 2–3 Injektionssitzungen pro Woche. Das klingt intensiv, ist aber medizinisch begründet: Die ersten Wochen sind entscheidend, um den Entzündungskreislauf zu durchbrechen und den Gewebe- und Zellstoffwechsel wieder anzuregen.
Nach 4–6 Wochen zeigen die meisten Patienten eine deutliche Reaktion – entweder eine Besserung oder eine Erstverschlimmerung, die dann Besserung ankündigt. In dieser Phase reduzieren wir die Frequenz auf einmal pro Woche.
In der Erhaltungsphase reichen oft alle 3–4 Wochen eine Injektionssitzung, kombiniert mit anderen Maßnahmen. Manche Patienten kommen nur noch bei Bedarf – wenn sich ein Schub ankündigt.
🧪 Orthomolekulare Medizin bei Gelenk- und Rheuma-Erkrankungen
Die orthomolekulare Medizin geht davon aus, dass viele Erkrankungen mit einem Mangel an bestimmten Mikronährstoffen zusammenhängen – und dass die gezielte Zufuhr dieser Stoffe den Körper bei seiner Heilung unterstützen kann. Bei Gelenk- und Rheuma-Erkrankungen ist das besonders gut belegt.
🔬 Wissenschaftlicher Hinweis
Die hier genannten Mikronährstoffe sind Gegenstand aktiver Forschung. Hinweise auf ihre Rolle bei Gelenkerkrankungen finden sich in publizierten Studien, u.a. bei PubMed (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov). Die Entscheidung über eine gezielte Supplementierung sollte immer auf Basis von Laborwerten erfolgen.
Mikronährstoffe bei entzündlichem Rheuma
| Nährstoff | Bedeutung bei Rheuma | Laborcheck empfohlen |
|---|---|---|
|
Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA) |
Entzündungshemmende Wirkung über Prostaglandin-Regulation; kann Morgensteifigkeit und Gelenkschmerzen reduzieren | Omega-3-Index ✓ |
| Vitamin D₃ | Immunregulation, Entzündungsmodulation; Mangel häufig bei RA-Patienten und mit schlechterem Verlauf assoziiert | 25-OH-D3 im Serum ✓ |
| Selen | Antioxidativer Schutz, Unterstützung des Immunsystems; bei RA-Patienten oft erniedrigt | Selen im Vollblut ✓ |
| Vitamin C | Kollagensynthese, antioxidativer Schutz; Hochdosis-Infusionen können die Entzündungsbereitschaft senken | optional; Infusion möglich |
| Zink | Cofaktor für über 300 Enzyme; wichtig für Immunregulation und Wundheilung im Gelenk | Zink im Vollblut ✓ |
| Kurkumin / Boswellia | Pflanzliche Entzündungshemmer; können NF-κB und Leukotriene hemmen; sinnvoll als Ergänzung zur Basistherapie | Kein Laborwert; nach Beschwerden |
Mikronährstoffe bei Arthrose
| Nährstoff | Bedeutung bei Arthrose |
|---|---|
| Glucosamin / Chondroitinsulfat | Bausteine des Knorpels; können den Knorpelabbau verlangsamen und die Gelenkflüssigkeit verbessern. Wirkung ist individuell unterschiedlich, einige Patienten profitieren deutlich. |
| Kollagen (Typ II) | Strukturprotein des Knorpels; hydrolysiertes Kollagen kann als Baustoff für den Knorpelaufbau dienen |
| Vitamin C | Unverzichtbar für die Kollagensynthese; ohne ausreichend Vitamin C kann der Körper keinen gesunden Knorpel aufbauen |
| MSM (Methylsulfonylmethan) | Schwefelverbindung als Baustein für Knorpel und Bindegewebe; viele Patienten berichten von Schmerzlinderung |
| Coenzym Q10 / Ubichinol | Unterstützt den Energiestoffwechsel in den Gelenkzellen; nimmt mit dem Alter ab; entspricht dem homotoxikologischen Ubichinon compositum |
Mikronährstoffe bei Gicht
Bei Gicht stehen Maßnahmen im Vordergrund, die den Harnsäurestoffwechsel entlasten. Vitamin C kann die renale Harnsäure-Ausscheidung fördern – ein wichtiger Befund mehrerer Studien.
Magnesium ist oft erniedrigt bei Gicht-Patienten und unterstützt enzymatische Reaktionen im Purinstoffwechsel. Folsäure hemmt das Enzym Xanthinoxidase und kann so die Harnsäureproduktion drosseln – eine interessante Parallele zur pharmakologischen Therapie mit Allopurinol.
Kirschsaft / Anthocyane: Mehrere Studien deuten darauf hin, dass Kirschextrakt die Harnsäurewerte senken und die Häufigkeit von Gichtanfällen reduzieren kann. Eine preiswerte, gut verträgliche Ergänzung. Hinweis: Ich verweise gerne auf die entsprechenden Studien bei PubMed.
🥗 Ernährung als Therapie – spezifisch für jede Erkrankungsgruppe
Ernährung bei entzündlichem Rheuma
Die Ernährung hat bei rheumatoider Arthritis einen direkten Einfluss auf das Entzündungsgeschehen. Omega-6-Fettsäuren (in vielen pflanzlichen Ölen und Schweinefleisch) werden zu entzündungsfördernden Botenstoffen umgebaut. Omega-3-Fettsäuren (fetter Seefisch, Leinöl) wirken dem entgegen.
Meine Empfehlung: mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Olivenöl, Fisch, Hülsenfrüchten und frischen Kräutern. Zucker und hochverarbeitete Lebensmittel reduzieren, Nachtschattengewächse (Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Auberginen) individuell beobachten – manche Rheuma-Patienten reagieren sensibel.
Ernährung bei Arthrose
Bei Arthrose ist Normalgewicht das wichtigste Ernährungsziel. Jedes Kilogramm Körpergewicht bedeutet rund vier Kilogramm Belastung auf das Kniegelenk beim Gehen. Gewichtsreduktion kann den Gelenkschmerz deutlich lindern.
Gleichzeitig sollte die Ernährung knorpelfreundlich sein: viel Vitamin C (Kollagensynthese), Silizium (in Hirse, Hafer, Brennnessel), Schwefel-Aminosäuren (Zwiebel, Knoblauch, Ei) und ausreichend Wasser. Dehydration ist ein unterschätzter Faktor bei Arthrose – der Knorpel besteht zu 70% aus Wasser.
Ernährung bei Gicht – Purinarm, aber sinnvoll
Die klassische Empfehlung lautet: purinarm essen. Das stimmt, aber es gibt wichtige Differenzierungen. Nicht alle purinhaltigen Lebensmittel sind gleich problematisch.
| Lebensmittelgruppe | Empfehlung bei Gicht |
|---|---|
| Innereien, Sardellen, Makrele, Hering | ❌ Stark reduzieren oder meiden |
| Alkohol, besonders Bier | ❌ Möglichst meiden (hemmt Harnsäureausscheidung) |
| Fructose-reiche Lebensmittel, Softdrinks | ❌ Stark reduzieren (Fructose erhöht Harnsäure) |
| Rotes Fleisch, Wurstwaren | ⚠️ Deutlich reduzieren |
| Hülsenfrüchte, Pilze | ✅ Zwar purinhaltig, aber weniger problematisch als tierische Purine |
| Wasser (mind. 2,5 l täglich) | ✅ Essentiell – fördert Harnsäureausscheidung |
| Kirschen, Blaubeeren, Vitamin C-reiche Lebensmittel | ✅ Empfehlenswert – können Harnsäure senken |
🌿 Ergänzende Therapieverfahren in meiner Praxis
Neben Injektionstherapie und Orthomolekularmedizin setze ich bei Gelenkerkrankungen je nach Befund ergänzende Verfahren ein. Die Kombination macht den Unterschied:
Akupunktur und Ohrakupunktur: Die Akupunktur kann bei rheumatischen Beschwerden Schmerzen lindern und das Immunsystem regulieren. An der Ohrmuschel findet sich eine Reflexkarte des gesamten Körpers – gezielt gesetzte Nadeln an Gelenkpunkten können überraschend schnell Linderung bringen.
Physiokey: Das bioadaptive Impulsgerät führt einen elektrischen „Dialog“ mit dem Gewebe und passt seine Frequenzen automatisch an. Besonders bei chronischen Schmerz-Muster im Muskel-Sehnen-Bereich rund um Gelenke zeigt Physiokey gute Wirkung.
Pneumatron / Schröpfmassage: Der pulsierende Unterdruck löst Gewebverklebungen, fördert die Durchblutung und verbessert den Lymphabfluss aus dem Gelenk-Umfeld. Besonders bei Kniearthrose und Schulterproblematik bewährt.
Streckliege: Mechanische Entlastung der Wirbelsäule und der Bandscheiben. Ideal bei Wirbelsäulenarthrose und Bandscheibenproblemen als Ergänzung zur Injektionstherapie.
Homöopathie: Die klassische Homöopathie wählt das Mittel nicht nach der Diagnose, sondern nach dem individuellen Beschwerdebild. Rhus toxicodendron bei Morgensteifigkeit, Bryonia bei Schmerzen die durch Bewegung schlimmer werden, Ledum bei Gicht – die individuelle Mittelwahl kann den Behandlungsverlauf deutlich beschleunigen.
Phytotherapie: Weihrauch (Boswellia), Teufelskralle und Kurkuma sind die wichtigsten pflanzlichen Entzündungshemmer. Ich empfehle hier ausschließlich standardisierte Extrakte in therapeutischen Dosierungen – Tee-Mengen reichen für einen klinisch relevanten Effekt meist nicht aus.
IHHT – Höhentraining in der Praxis: Die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie kann die Mitochondrienfunktion verbessern und systemische Entzündungsmarker senken. Bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma ist die zelluläre Energieversorgung oft gestört – IHHT adressiert genau diesen Aspekt.
Labordiagnostik: Ohne Laborwerte arbeite ich nicht ins Blaue. Ein umfassendes Labor inklusive Entzündungswerte, Mikronährstoffe, Harnsäure und Omega-3-Index gibt mir die Grundlage für ein gezieltes, auf Sie zugeschnittenes Konzept.
📖 Fiktive Fallbeschreibung
⚠️ Ausdrücklicher Hinweis: Die folgende Fallbeschreibung ist vollständig fiktiv und dient ausschließlich der Veranschaulichung meines Therapieansatzes. Sie stellt keine reale Behandlung dar und ist kein Heilungsversprechen. Jede Behandlung verläuft individuell verschieden.
Herr K., 61 Jahre, Kniearthrose rechts und Wirbelsäulenarthrose:
Herr K. kam mit seit drei Jahren zunehmenden Knieschmerzen rechts in meine Praxis. Die Diagnose Gonarthrose Grad II–III war bereits vom Orthopäden gestellt. Schmerzmittel hatte er zuletzt täglich genommen – mit zunehmend schlechterem Magen.
Beim ersten Gespräch fiel auf: Herr K. sitzt den ganzen Tag am Schreibtisch, trinkt täglich Kaffee und Softdrinks, kaum Wasser. Der Omega-3-Index im Labor lag bei 4,2% – weit unter dem Zielwert von 8%. Vitamin D war deutlich erniedrigt.
Ich begann mit einem dreiwöchigen Injektionszyklus: periartikulär am Knie mit Zeel und Traumeel, kombiniert mit Discus compositum systemisch. Parallel: Vitamin D hochdosiert, Omega-3 4g/Tag, Glucosamin-Chondroitin, Kurkumin-Extrakt. Ernährungsumstellung in Richtung Mittelmeerkost.
Nach sechs Wochen berichtete Herr K. von weniger Schmerzen beim Treppengehen und morgens. Er hatte die Schmerzmittel auf Bedarfsbasis reduziert. Die Behandlung wurde fortgesetzt und um Physiokey und Ultraschall am Knie ergänzt. Nach drei Monaten war sein Alltag wieder deutlich besser zu bewältigen – ohne tägliche Schmerzmitteleinnahme.
❓ Häufige Fragen zu Rheuma, Arthrose und Gicht
❓ Kann ich naturheilkundlich behandelt werden, obwohl ich bereits Rheuma-Medikamente nehme?
Ja – und das ist sogar häufig der sinnvollste Weg. Naturheilkundliche Therapien können die schulmedizinische Behandlung ergänzen. Wichtig: Medikamente niemals eigenmächtig absetzen oder reduzieren. Jede Änderung bitte mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen.
❓ Sind Injektionen schmerzhaft?
Die Injektionen sind in aller Regel gut verträglich. Ich verwende sehr feine Nadeln und erfahrene Injektionstechnik. Kurzes, lokales Brennen beim Einspritzen ist möglich, klingt aber schnell ab. Viele Patienten sind nach anfänglicher Skepsis positiv überrascht.
❓ Ich habe Arthrose – ist eine Operation unvermeidlich?
Nicht zwingend und nicht immer sofort. Viele Patienten mit Arthrose profitieren deutlich von einem konsequenten konservativen Therapieprogramm – gerade wenn Übergewicht, Mikronährstoffmangel und mangelnde Bewegung mitbeteiligt sind. Ob und wann eine Operation sinnvoll ist, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Orthopäden. Naturheilkunde kann in jedem Stadium ergänzend eingesetzt werden.
❓ Muss ich bei Gicht lebenslang Medikamente einnehmen?
Das hängt von Ihren Harnsäurewerten und der Häufigkeit der Anfälle ab. Naturheilkundlich kann viel getan werden – Ernährungsumstellung, Drainage-Therapie, Mikronährstoffe. Ob Harnsäure-Senker wie Allopurinol notwendig sind, ist eine Entscheidung mit Ihrem Arzt. Bei sehr hohen Werten oder häufigen Schüben ist medikamentöse Therapie oft sinnvoll.
❓ Wie viele Behandlungstermine sind nötig?
Das ist sehr individuell. Bei akuten Beschwerden empfehle ich zunächst eine Intensivphase von 4–6 Wochen mit 2–3 Terminen pro Woche. Bei chronischen Verläufen folgt danach eine Erhaltungsphase. Sprechen Sie mich an – ich erstelle für Sie einen realistischen Behandlungsplan.
🏥 Termin vereinbaren in Wernau bei Stuttgart
Ich nehme mir Zeit für Ihr individuelles Beschwerdebild. Zuerst die genaue Diagnose – dann der maßgeschneiderte Therapieplan.
📞 07153 32314
📧 kreuer@mail.de
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⚕️ Hinweis: Diese Seite ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Rheumatische Erkrankungen erfordern eine fachärztliche Abklärung. Naturheilkundliche Therapien wirken ergänzend. Keine Heilungsversprechen. Weitere rechtliche Hinweise finden Sie im Impressum und unter Heilpraktiker – Informationen zur Praxis.