Naturheilkundliche Entgiftung

Naturheilkunde · Entgiftung & Ausleitung

Naturheilkundliche Entgiftungskur: Wann sie sinnvoll ist – und wie sie gelingt

Gesunde, vitale Menschen verfügen über eine beeindruckende Fähigkeit, Schadstoffe eigenständig auszuleiten. Doch in unserer heutigen Umwelt – mit Pestiziden, Schwermetallen, Industriechemikalien und dauerhaftem Stress – gerät dieses natürliche System oft an seine Grenzen.

Eine naturheilkundliche Entgiftungskur unterstützt die körpereigenen Ausscheidungsorgane gezielt – nicht mit der Gießkanne, sondern nach vorheriger Diagnose. Denn zuerst kommt die Ursachenforschung. Dann die individuelle Therapie.

📍 Heilpraktiker Arno Kreuer · Silcherstraße 9 · 73249 Wernau · 07153 32314

Entgiftung ist oft der erste Schritt – Heilpraktiker Kreuer Wernau

Entgiftung beginnt mit der richtigen Diagnose – erst dann lässt sich gezielt behandeln.

🌿 Der Körper entgiftet sich – aber nicht unbegrenzt

Unser Organismus besitzt ein hochentwickeltes Entgiftungssystem. Leber, Nieren, Darm, Lunge und Haut arbeiten täglich daran, Stoffwechselabfälle, Umweltgifte und körpereigene Abbauprodukte zu neutralisieren und auszuscheiden.

Dieses System ist evolutionär auf natürliche Belastungen ausgelegt – nicht auf die synthetische Chemielast des 21. Jahrhunderts. Laut Schätzungen sind in Europa mehrere tausend industriell erzeugte Substanzen in der Umwelt nachweisbar, von denen ein erheblicher Teil im menschlichen Blut und Fettgewebe gefunden wird.

Wenn Belastungen dauerhaft die Ausscheidungskapazität übersteigen, sprechen Naturheilkundler von einer toxischen Grundbelastung – einem Zustand, der sich schleichend aufbaut und selten einem einzelnen Auslöser zugeordnet werden kann.

⚗️ Was belastet den Körper – Ursachen im Überblick

Die Quellen toxischer Belastungen sind vielfältig. In der Praxis zeigt sich oft, dass es nicht eine Ursache gibt, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren über Jahre hinweg:

Externe Schadstoffquellen:

Quelle Typische Substanzen Eintragsweg
Lebensmittel & Wasser Pestizide, Herbizide, Nitrate, Mikroplastik Oral
Dentalwerkstoffe Quecksilber (Amalgam), Palladium, Nickel Kontinuierlich / lokal
Innenraumluft & Baumaterialien VOC, Formaldehyd, Schimmelpilztoxine Inhalativ
Außenluft & Industrie Feinstaub, Schwermetalle, polyzyklische Aromaten Inhalativ
Medikamente & Impfstoffe Aluminiumsalze, Parabene, Hilfsstoffe Oral / parenteral
Kosmetik & Alltagsprodukte Parabene, Weichmacher (Phthalate), Triclosan Dermal

Neben diesen äußeren Quellen spielen endogene Toxine eine wichtige Rolle: Abbauprodukte des Eiweißstoffwechsels, Ammoniak aus dem Darm bei gestörter Darmflora, oxidierte Lipide bei Entzündungsprozessen und Abfallprodukte bei einer eingeschränkten Mitochondrienfunktion.

Ganzheitlich betrachtet zählt auch chronischer Stress zu den Belastungsfaktoren: Er erhöht die Cortisolkonzentration dauerhaft, belastet die Leber und hemmt die Entgiftungsenzyme der Phase-II-Reaktionen.

🔬 Zeichen, die auf eine erhöhte Toxinlast hindeuten können

Viele der folgenden Beschwerden sind unspezifisch – das heißt, sie können viele Ursachen haben. Treten jedoch mehrere davon gleichzeitig und ohne klare schulmedizinische Erklärung auf, lohnt sich eine genauere Betrachtung der Entgiftungskapazität:

Allgemeinbefinden

Chronische Müdigkeit · Morgenträgheit · Konzentrationsprobleme · Antriebslosigkeit

Kopf & Nervensystem

Häufige Kopfschmerzen · Stimmungsschwankungen · Nervosität · Schlafstörungen

Verdauung & Stoffwechsel

Blähungen · Verstopfung · Wechselnde Stuhlkonsistenz · Süßhunger

Haut & Schleimhäute

Fahles Hautbild · Unreinheiten · Ekzeme · Mundgeruch · belegte Zunge

Gelenke & Muskulatur

Gelenkbeschwerden ohne strukturelle Ursache · Muskelsteifigkeit · Schmerzen

Immunsystem

Häufige Infekte · Allergische Reaktionen · Unverträglichkeiten · langsame Heilung

Wichtig: Diese Beschwerden erfordern zunächst eine sorgfältige Differenzialdiagnose. Nicht jede Müdigkeit ist eine Schwermetallbelastung – und nicht jede Hautveränderung ein Entgiftungsproblem. Die Diagnose steht immer am Anfang.

Video: Erklärung für das Prinzip der naturheilkundlichen Entgiftungskur

🔎 Zuerst die Diagnose – dann die Therapie

Eine pauschale „Entgiftungskur für alle“ gibt es in meiner Praxis nicht. Wer sinnvoll entgiften möchte, muss zunächst wissen, was den Körper belastet und wo der größte Handlungsbedarf besteht.

Je nach Beschwerdebild setze ich verschiedene diagnostische Verfahren ein:

🩸 Labordiagnostik

Leberwerte (GOT, GPT, GGT, AP), Nierenwerte, Schilddrüse, Entzündungsmarker, Schwermetalle im Blut, Homocystein, Ferritin, oxidativer Stress-Parameter. Bei Verdacht: Schwermetall-Belastungstest.

→ Zur Blutdiagnostik

Bioresonanz-Diagnostik

Die Bioresonanz nach Paul Schmidt kann Hinweise auf Belastungsfelder geben und wird in meiner Praxis als ergänzendes diagnostisches Instrument eingesetzt. Wissenschaftlich nicht anerkannt.

→ Zur Bioresonanzdiagnostik

❤️ Herzratenvariabilität (HRV)

Die HRV-Messung liefert Hinweise auf den Regulationszustand des vegetativen Nervensystems – ein wichtiger Indikator dafür, wie stark der Organismus durch chronische Belastungen beansprucht ist.

→ Zur HRV-Messung

🔬 Kapillarblutdiagnostik

Die Analyse von Kapillarblut unter dem Mikroskop kann Hinweise auf oxidativen Stress, Schleimbelastungen und Rouleaux-Bildung geben – ein schneller, ergänzender Blick ins Blut.

→ Zur Kapillarblutdiagnostik

🏥 Die Entgiftungsorgane – und wie sie unterstützt werden können

Eine wirksame Entgiftungskur richtet sich immer nach den beteiligten Organsystemen. In der Naturheilkunde gilt: Wer einen überlasteten Darm hat, dessen Leber leidet mit. Wer schlechte Nierenwerte zeigt, trägt häufig auch eine Flüssigkeitsregulationsstörung. Alles hängt zusammen.

🟤 Leber – das Entgiftungszentrum

Die Leber ist das wichtigste Entgiftungsorgan. In zwei Phasen (Phase I: Cytochrom-P450-Enzyme; Phase II: Konjugation und Ausleitung) werden fettlösliche Giftstoffe in wasserlösliche Verbindungen umgewandelt.

Wenn Leberwerte wie GOT, GPT oder GGT dauerhaft erhöht sind, deutet das auf eine Überlastung hin – auch ohne diagnostizierte Lebererkrankung. Mehr zu erhöhten Leberwerten →

🔵 Nieren – die stille Filterfabrik

Die Nieren filtern täglich etwa 180 Liter Blut. Wasserlösliche Abfallprodukte – von Harnstoff bis zu bestimmten Medikamentenmetaboliten – werden über den Urin ausgeschieden.

Ausreichend trinken (1,5–2 L täglich), harntreibende Heilkräuter (Brennnessel, Birkenblätter, Goldrute) und eine salzarme Ernährung können die Nieren sinnvoll unterstützen.

🟢 Darm – der unterschätzte Entgiftungskanal

Ein gesunder Darm mit intakter Schleimhaut und stabiler Mikrobiota ist Grundvoraussetzung jeder erfolgreichen Entgiftung. Ist der Darm gestört – durch Dysbiose, Leaky Gut oder chronische Obstipation –, werden Toxine rückresorbiert, anstatt ausgeschieden zu werden.

Deshalb beginnt jede Entgiftungskur in meiner Praxis, wenn nötig, mit einer Darm-Sanierung. Mehr zu Darmbeschwerden →

🟡 Haut & Lunge – die äußeren Entgiftungsorgane

Über Schweiß und Atemluft verlässt der Körper täglich eine messbare Menge an flüchtigen organischen Verbindungen. Saunagänge, Bewegung und atemregulierende Maßnahmen (z. B. über das IHHT-Höhentraining) fördern diesen Weg aktiv.

💉 Therapeutische Bausteine der Entgiftungskur

Je nach Befund und individuellem Beschwerdebild werden verschiedene naturheilkundliche Verfahren kombiniert. Kein Verfahren ist für jeden geeignet – die Auswahl erfolgt nach dem Erstgespräch und der Diagnose.

🩸 Aderlass – bewährte Blutreinigung nach Hildegard von Bingen

Der therapeutische Aderlass zählt zu den ältesten naturheilkundlichen Entgiftungsverfahren. Durch die gezielte Blutentnahme regt der Körper die Neubildung von Blutzellen an – und scheidet dabei gleichzeitig im Blut gelöste Schadstoffe, Schwermetalle und oxidative Stressmarker aus.

→ Mehr zum Aderlass in der Praxis

💊 Vitamin-C-Hochdosis-Infusion

Intravenös verabreichtes Vitamin C in hoher Dosierung wirkt als starkes Antioxidans, fördert die Kollagenbildung und unterstützt die Leber bei oxidativ belastenden Entgiftungsschritten. Im Rahmen einer Entgiftungskur wird es häufig begleitend eingesetzt.

→ Mehr zur Vitamin-C-Infusion

🏔️ IHHT – Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie

Das Höhentraining mit wechselnden Sauerstoffkonzentrationen stärkt die Mitochondrien und verbessert die zelluläre Energieproduktion. Da Entgiftungsprozesse in der Leber extrem viel Energie verbrauchen, ist eine optimierte Mitochondrienfunktion ein wichtiger Baustein.

→ Mehr zur IHHT-Therapie

🪝 Schröpfmassage & Pneumatron

Die Schröpfmassage gehört zur klassischen Naturheilkunde. Durch den Unterdruck auf der Haut wird die Durchblutung des Bindegewebes angeregt, Lymphfluss stimuliert und die Ausleitung über die Haut gefördert. Das Pneumatron ergänzt diesen Effekt durch pneumatische Impulse.

Beide Verfahren werden in der Praxis je nach Befund eingesetzt und sind besonders bei muskulären Verspannungen und lymphatischen Stauungen hilfreich.

🌿 Phytotherapie & Orthomolekulare Medizin

Pflanzliche Mittel wie Mariendistel (Silymarin) zur Leberunterstützung, Artischocke zur Förderung des Gallenflusses oder Chlorella und Koriander zur Bindung von Schwermetallen im Darm werden gezielt und dosisspezifisch eingesetzt.

Ergänzend können Mikronährstoffe die körpereigene Entgiftung unterstützen: Magnesium, Zink, Selen sowie schwefelhaltige Verbindungen wie MSM oder N-Acetylcystein (NAC) sind wichtige Cofaktoren der hepatischen Entgiftungsenzyme.

🏥 Homöopathie

Als ergänzende Maßnahme können homöopathische Mittel die Regulationsfähigkeit des Organismus unterstützen. Die klassische Homöopathie ist kein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Im Rahmen der Entgiftungskur werden Drainage-Komplexmittel (antihomotoxische Therapie) nach Homotoxinologie eingesetzt.

→ Mehr zur Homöopathie · Antihomotoxische Therapie →

📍 Akupunktur & Neuraltherapie

Akupunktur kann regulierend auf das vegetative Nervensystem einwirken und so die Organfunktionen – insbesondere die Leber-Gallenblasen-Achse – beeinflussen. Die Neuraltherapie mit Procain kann Störfelder (z. B. durch Narben oder alte Entzündungsherde) identifizieren und behandeln, die die Entgiftungskapazität beeinträchtigen.

→ Zur Akupunktur · → Zur Neuraltherapie

🥗 Ernährung während der Entgiftungskur

Die Ernährung ist kein Anhängsel der Entgiftungskur – sie ist ihr Fundament. Wer entgiften möchte und dabei täglich Fertiggerichte, Alkohol und industrielle Transfettsäuren konsumiert, sabotiert die Therapie von innen.

✅ Empfehlenswert

  • Bittere Gemüsesorten: Artischocke, Endivie, Chicorée
  • Kreuzblütengewächse: Brokkoli, Kohl, Radieschen
  • Knoblauch, Zwiebeln (Schwefelverbindungen)
  • Frische Kräuter: Petersilie, Koriander, Löwenzahn
  • Hochwertige Öle: Leinöl, Hanföl, Olivenöl
  • Viel stilles Wasser oder ungesüßte Kräutertees
  • Lebensmittel aus biologischem Anbau

❌ Möglichst meiden

  • Alkohol (erhöht die Leberlast erheblich)
  • Fertigprodukte mit Additiven und E-Nummern
  • Stark verarbeitetes Fleisch (Wurst, Räuchwaren)
  • Raffinierter Zucker und Weißmehlprodukte
  • Industrielle Transfettsäuren (Frittierfette, Margarine)
  • Frittiertes, Fastfood
  • Konventionell angebautes Obst mit hoher Pestizidrückstandslast

Für manche Patienten empfehle ich begleitend eine modifizierte Form des Low-Carb-Ernährungskonzepts – denn eine deutlich reduzierte Zuckerlast entlastet die Leber und verbessert die Insulinsensitivität als wichtige Voraussetzung für einen effizienten Zellstoffwechsel.

⚠️ Wann Vorsicht geboten ist

Vor einer Entgiftungskur bitte beachten:

  • Schwermetallausleitung (z. B. DMPS, DMSA) darf nur unter ärztlicher oder heilpraktischer Aufsicht erfolgen
  • Bei Schwangerschaft und Stillzeit sind intensive Entgiftungsmaßnahmen kontraindiziert
  • Bestehende Nierenerkrankungen erfordern angepasste Protokolle
  • Bestimmte Medikamente können durch Entgiftungsmaßnahmen in ihrer Wirkung beeinflusst werden – Rücksprache ist Pflicht
  • Akute entzündliche Erkrankungen müssen zuerst behandelt werden

🏠 Umwelt: Ein oft unterschätzter Faktor

Nicht selten zeigt eine Entgiftungskur nur kurzfristigen Erfolg – weil die Belastungsquelle im eigenen Wohnraum nicht beseitigt wurde. Elektrosmog, Schimmelpilzbefall und Ausgasungen aus Baumaterialien können stille, chronische Stressoren sein, die den Körper dauerhaft belasten.

Für Patienten, bei denen solche Belastungsquellen vermutet werden, empfehle ich eine baubiologische Untersuchung durch meinen Sohn Nils Kreuer, zertifizierter Baubiologe:

🏗️ Baubiologie Kreuer – Messungen zu Elektrosmog, Schimmel, Raumluftschadstoffen, Geopathie und Radon: baubiologie-kreuer.de

📋 Fallbeschreibung aus der Praxis

⚠️ Fiktive Falldarstellung – keine echte Patientengeschichte. Dient ausschließlich der Illustration des Behandlungskonzepts. Keine Heilsversprechen.

Michael T., 51 Jahre, Buchhalter, Nichtraucher, kommt in die Praxis mit dem Gefühl, „ständig neben der Spur zu sein“. Er berichtet von jahrelanger Erschöpfung, die sich trotz ausreichend Schlaf nicht bessert, häufigen Kopfschmerzen montags nach dem Wochenende, einem aufgedunsenen Bauch und einer Hautfarbe, die seine Kollegen als „fahl und grau“ beschreiben.

Im Gespräch stellt sich heraus: Amalgam-Füllungen aus den 1990er Jahren, lange Zeit in einem Altbau mit schlechter Lüftung gearbeitet, regelmäßiger moderater Alkoholkonsum, Ernährung hauptsächlich aus Fertigprodukten.

Im Labor zeigen sich leicht erhöhte Leberwerte (GGT), niedrige Selen- und Zinkspiegel, erhöhtes Homocystein. Die Bioresonanz gibt Hinweise auf Quecksilber-Belastung und Darm-Dysbalance.

Der Behandlungsplan umfasst vier Phasen über drei Monate: zunächst Darmsanierung und Elimination von Ernährungsbelastungen, dann gezielte Mikronährstoff-Supplementierung (NAC, Zink, Selen, Chlorella), zwei Aderlass-Sitzungen sowie begleitende Schröpfmassagen. Abschließend drei Vitamin-C-Infusionen als antioxidative Unterstützung. Parallel wird eine Ernährungsumstellung auf Low Carb begonnen.

Nach zwölf Wochen berichtet Michael von deutlich verbesserter Energie am Vormittag, besserem Hautzustand und normalisierten Leberwerten im Kontroll-Labor.

⚠️ Hinweis: Dies ist eine fiktive Fallbeschreibung zu Illustrationszwecken. Individuelle Verläufe können stark abweichen. Kein Heilversprechen.

❓ Häufige Fragen zur Entgiftungskur

Muss ich dafür Urlaub nehmen?

Nein. Die meisten Entgiftungsmaßnahmen lassen sich ambulant und berufsbegleitend durchführen. Intensive Fastenkuren oder stationäre Programme erfordern natürlich mehr Zeit. Die Behandlungsplanung richtet sich nach Ihrer individuellen Lebenssituation.

Kann ich einfach selbst „Entgiftungsprodukte“ aus der Apotheke nehmen?

Frei verkäufliche Produkte (Mariendistel, Artischocke, Kräutertees) sind in der Regel gut verträglich und können eine gesunde Ernährungsweise sinnvoll ergänzen. Für eine gezielte Entgiftung – insbesondere bei Schwermetallen oder bei bestehenden Beschwerden – sind sie kein Ersatz für eine individuelle Diagnose und Behandlungsplanung.

Macht eine Entgiftungskur nach Amalgam-Entfernung Sinn?

Nach einer fachgerechten Amalgamentfernung (unter Schutzmaßnahmen) kann eine begleitende Ausleitung von Quecksilber sinnvoll sein. Dies sollte jedoch nicht sofort nach der Entfernung beginnen, sondern nach einer Erholungsphase des Körpers und nach diagnostischer Bestätigung einer tatsächlichen Quecksilberbelastung. Ich berate Sie dazu gerne in der Praxis.

Treten am Anfang Beschwerden auf (sog. Erstverschlimmerung)?

Bei intensiveren Entgiftungsmaßnahmen – besonders in der Anfangsphase – berichten manche Patienten von vorübergehenden Befindlichkeitsstörungen: Müdigkeit, Kopfschmerzen oder leichte Hautveränderungen. Dies ist in der Regel ein Zeichen aktiver Ausscheidungsprozesse und klingt nach wenigen Tagen ab. Sollten starke Beschwerden auftreten, ist ein Rückruf in der Praxis jederzeit möglich.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Heilpraktiker-Leistungen sind keine Kassenleistungen. Bei Vorliegen einer privaten Krankenversicherung oder einer Zusatzversicherung für Heilpraktiker werden Leistungen häufig anteilig erstattet. Ich stelle Ihnen nach jeder Sitzung eine detaillierte Rechnung nach der GebüH (Gebührenordnung für Heilpraktiker) aus.

Welche Rolle spielen Darmflora und Mikrobiom bei der Entgiftung?

Das Darmmikrobiom ist weit mehr als eine Verdauungshilfe. Bestimmte Darmbakterien produzieren Enzyme, die direkt in die Entgiftungsprozesse der Leber eingreifen – vor allem in den enterohepatischen Kreislauf von Gallensäuren und deren Bindung an ausgeleitete Toxine.

Eine Dysbiose – das Ungleichgewicht der Darmflora – führt dazu, dass bereits konjugierte Giftstoffe durch bakterielle Enzyme (z. B. Beta-Glucuronidase) wieder „aufgespalten“ und rückresorbiert werden. Eine gezielte Darm-Sanierung mit Probiotika, präbiotischen Ballaststoffen und schleimhautschützenden Substanzen ist deshalb in vielen Entgiftungskonzepten der erste Schritt – noch bevor spezifische Ausleitmittel zum Einsatz kommen.

Kann eine Entgiftungskur bei Long COVID oder chronischer Erschöpfung helfen?

Bei Long COVID und chronischem Erschöpfungssyndrom (CFS/ME) spielen oxidativer Stress, mitochondriale Dysfunktion und eine erhöhte Entzündungslast eine zentrale Rolle. Entgiftungsunterstützende Maßnahmen – insbesondere Vitamin-C-Infusionen, IHHT und die Optimierung des Mikronährstoffspiegels – können dabei als Baustein eines umfassenderen Behandlungskonzepts eingesetzt werden.

Eine Heilung kann ich dabei nicht versprechen. Was ich tun kann: Die Selbstheilungsfähigkeit des Körpers bestmöglich unterstützen und häufig noch unentdeckte Belastungsfaktoren systematisch angehen. Mehr zu Long COVID →

Je nach Ausgangslage und Belastungsgrad liegt der Zeitraum bei 6 bis 16 Wochen. Erste Veränderungen – etwa im Energieniveau oder Hautbild – zeigen sich häufig bereits in den ersten drei bis vier Wochen. Eine realistische Erwartungshaltung ist wichtig: Belastungen, die sich über Jahre aufgebaut haben, lassen sich nicht in wenigen Tagen beheben.

🔗 Weiterführende Themen in der Praxis

🧬 Wie funktioniert die Leber-Entgiftung – und was kann sie stören?

Die Leber entgiftet in zwei biochemisch klar trennbaren Phasen, die aufeinander aufbauen. Wer die Biologie dieser Prozesse versteht, begreift auch, warum eine halbherzige „Kräutertee-Kur“ für viele Menschen nicht ausreicht.

Phase I – Aktivierung: Cytochrom-P450-Enzyme wandeln fettlösliche Toxine in reaktive Zwischenprodukte um. Diese Zwischenprodukte sind oft reaktiver und toxischer als die Ausgangsstoffe. Wenn Phase II nicht ausreichend nachkommt, häufen sich diese aggressiven Moleküle an – ein Effekt, der bei genetischen Polymorphismen (z. B. CYP1A2, CYP2D6) oder Mikronährstoffmangel häufig auftritt.

Phase II – Konjugation: Hier werden die aktivierten Zwischenprodukte an wasserlösliche Träger gekoppelt: Glucuronsäure, Sulfat, Glutathion, Aminosäuren. Glutathion ist dabei der wichtigste körpereigene Antioxidant und Entgiftungshelfer – und gleichzeitig einer der ersten Stoffe, die bei chronischem Stress und Mikronährstoffmangel aufgebraucht werden.

Phase III – Ausscheidung: Die konjugierten Verbindungen werden entweder über die Galle in den Darm (und von dort mit dem Stuhl) oder über die Nieren in den Urin abgegeben. Ein träger Darm oder eine Verstopfung kann dazu führen, dass bereits ausgeleitete Toxine im Dickdarm rückresorbiert werden – ein klassisches Beispiel für die Verknüpfung von Darm- und Lebergesundheit.

Was die Leber-Entgiftung hemmt:

  • Mangel an Cofaktoren: B-Vitamine, Magnesium, Zink, Selen, Molybdän, Schwefel-Aminosäuren (Methionin, Cystein)
  • Alkohol: Hemmt Cytochrom-P450-Enzyme und verbraucht Glutathion massiv
  • Chronischer Stress: Erhöht den Glucocorticoid-Spiegel, der die Phase-II-Enzyme direkt hemmt
  • Hochverarbeitete Ernährung: Fehlen der notwendigen Mikronährstoffe als Enzym-Cofaktoren
  • Bestimmte Medikamente: Paracetamol, Statine und andere Substanzen belasten Phase I/II erheblich
  • Genetische Varianten (SNPs): Individuelle Unterschiede in der Enzymausstattung können die Entgiftungskapazität wesentlich beeinflussen

🧭 Der typische Ablauf einer Entgiftungskur in meiner Praxis

Jede Entgiftungskur beginnt mit einem ausführlichen Erstgespräch. Ich möchte verstehen, was Ihr Körper erlebt hat – berufliche Belastungen, Wohnsituation, Zahnstatus, Ernährungsgewohnheiten, Medikamentenanamnese. Danach folgen die gezielten Diagnostikschritte.

Phase 1 – Basisdiagnostik (Woche 1–2)

Laborwerte, HRV, Bioresonanz, ausführliche Anamnese. Erstellung eines individuellen Behandlungsplans.

Phase 2 – Vorbereitung (Woche 2–4)

Darm-Sanierung falls nötig, Ernährungsumstellung, Beginn Mikronährstoffe. „Depot auffüllen“ bevor aktiv ausgeschieden wird.

Phase 3 – Aktive Ausleitung (Woche 4–10)

Aderlass, Schröpfmassagen, Vitamin-C-Infusionen, pflanzliche Ausleitmittel, ggf. Neuraltherapie, IHHT. Begleitende Laborkontrolle.

Phase 4 – Stabilisierung (Woche 10–16)

Kontrolle der Laborwerte, langfristige Ernährungsempfehlungen, ggf. Erhaltungsdosis Mikronährstoffe, Präventions-Check.

Diese Struktur ist ein Richtwert – sie passt sich dem tatsächlichen Verlauf und Ihrer Reaktion auf die Therapie an. Manche Patienten benötigen nur zwei der vier Phasen; andere profitieren von einem länger angelegten Begleitprogramm.

🌡️ Elektrosmog, Schlaf und das Nervensystem als unterschätzter Faktor

In meiner Praxis sehe ich regelmäßig Patienten, deren Entgiftungsorgane laborchemisch gut funktionieren – die sich aber trotzdem permanent erschöpft und belastet fühlen. Hier lohnt ein erweiterter Blick auf das vegetative Nervensystem.

Das Schlafsystem reguliert nachts die Reinigung des Gehirns (Glymphatisches System), die Regeneration der Leberzellen und die Aktivität wichtiger Entgiftungsenzyme. Wer chronisch schlechte Schlafqualität hat – durch Lärm, Schichtarbeit, Elektrosmog oder hormonelle Dysbalancen – der unterbricht jede Nacht den wichtigsten Regenerationszyklus des Körpers.

Elektromagnetische Felder (Elektrosmog) durch WLAN-Router, Mobilfunkantennen und schlecht abgeschirmte Elektroleitungen im Schlafzimmer können die Melatoninproduktion beeinflussen und so indirekt die nächtliche Entgiftung stören. Wissenschaftlich ist dieser Zusammenhang nicht abschließend belegt – als naturheilkundlicher Ansatz wird er jedoch von einer wachsenden Zahl von Therapeuten diskutiert.

Für eine umfassende Beurteilung empfehle ich in solchen Fällen eine Messung durch meinen Sohn Nils Kreuer (baubiologie-kreuer.de), der als zertifizierter Baubiologe Elektrosmog, Schimmel und Wohnraumgifte professionell messtechnisch erfassen kann.

🥈 Schwermetalle – was wirklich hilft und was nicht

Das Thema Schwermetallausleitung ist in der Naturheilkunde eines der diskutiertesten – und leider auch eines der am meisten von unseriösen Anbietern missbrauchten. Dabei gibt es bei nüchterner Betrachtung klare Leitlinien.

Was ist eine echte Schwermetallbelastung? Nicht jeder Mensch mit Amalgamfüllungen hat eine klinisch relevante Quecksilberbelastung. Eine Belastung lässt sich nur dann zuverlässig beurteilen, wenn ein korrekter Provokationstest (z. B. mit DMPS oder DMSA) unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt und der anschließende Urin labortechnisch ausgewertet wird. Blutspiegelbestimmungen ohne Provokation erfassen nur akute, keine chronische Belastung.

Chlorella – ein hilfreicher Begleiter, kein Wundermittel: Die Mikroalge Chlorella kann Schwermetallionen im Darm binden und deren Resorption reduzieren. Sie ist sinnvoll als prophylaktische und begleitende Maßnahme – nicht als primäres Ausleitmittel bei nachgewiesener Hochbelastung. Koriander wird oft in Kombination genannt, die Evidenzlage ist jedoch dünn.

DMPS / DMSA – nur unter Aufsicht: Diese synthetischen Chelatbildner sind bei nachgewiesenen Schwermetallbelastungen wirksam, aber nicht risikofrei. Sie können auch essentielle Spurenelemente (Zink, Kupfer, Selen) ausleiten und damit Mangelzustände verursachen. In meiner Praxis werden sie nur nach vorheriger Diagnostik und mit begleitender Supplementierung eingesetzt.

Wichtige Quellen zum Thema Schwermetalldiagnostik:

  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Stellungnahmen zu Quecksilber in Amalgam und Fisch: bfr.bund.de
  • Umweltbundesamt: Daten zur Schwermetallbelastung der deutschen Bevölkerung: umweltbundesamt.de
  • EFSA-Gutachten zu Cadmium, Blei und Quecksilber: efsa.europa.eu

📚 Wissenschaftliche Hintergründe (zum Nachlesen)

Die Forschung zur hepatischen Entgiftung, zu Umwelttoxinen und zur Wirkung von Mikronährstoffen auf Entgiftungsenzyme ist wissenschaftlich umfangreich dokumentiert. Die folgenden Quellen können zur eigenständigen Vertiefung genutzt werden:

  • Hodges, R.E. & Minich, D.M. (2015): Modulation of metabolic detoxification pathways using foods and food-derived components. Journal of Nutrition and Metabolism. DOI: 10.1155/2015/760689
  • Tietz, P. et al.: Heavy metal burden and antioxidant status – über Pubmed recherchierbar unter Stichwort „heavy metal detoxification micronutrients“: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Stellungnahmen zu Antioxidantien und Mikronährstoffen: dge.de
  • Bundesamt für Risikobewertung (BfR) zu Schwermetallen in Lebensmitteln: bfr.bund.de

Entgiftung beginnt mit Klarheit

Lassen Sie uns gemeinsam schauen, was Ihrem Körper wirklich fehlt

Zuerst die Diagnose – dann die individuelle Therapie. In über 33 Jahren Praxiserfahrung habe ich gelernt: Wer gezielt entgiftet, braucht zuerst Klarheit über die Ursachen. Ich nehme mir die Zeit dafür.

Heilpraktiker Arno Kreuer · Silcherstraße 9 · 73249 Wernau bei Stuttgart
Einzugsgebiet: Stuttgart · Esslingen · Göppingen · Kirchheim · Filderstadt · Nürtingen

Hinweis gemäß § 3 HWG: Die auf dieser Seite beschriebenen naturheilkundlichen Verfahren stellen keine schulmedizinisch anerkannten Diagnose- oder Therapiemethoden dar, soweit nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Diagnose oder ärztliche Beratung. Bei ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. → Impressum & Datenschutz

  • Wie bewerten Sie diese Seite
  • Verständlich
  • Informativ
Sending
User Review
5 (6 votes)

💊 Aus meiner täglichen Praxiserfahrung

Qualität entscheidet – gerade bei Mikronährstoffen. Ich setze in meiner Praxis gezielt hochwertige Nahrungsergänzungen ein, die ich nach 33 Jahren Erfahrung sorgfältig ausgewählt habe. Was ich meinen Patienten empfehle, finden Sie jetzt auch auf meiner Produktempfehlungsseite – transparent, kommentiert und ehrlich bewertet.

👉 Zu meinen Produktempfehlungen