Naturheilkunde · Entgiftung & Ausleitung
Naturheilkundliche Entgiftungskur: Wann sie sinnvoll ist – und wie sie gelingt
Gesunde, vitale Menschen verfügen über eine beeindruckende Fähigkeit, Schadstoffe eigenständig auszuleiten. Doch in unserer heutigen Umwelt – mit Pestiziden, Schwermetallen, Industriechemikalien und dauerhaftem Stress – gerät dieses natürliche System oft an seine Grenzen.
Eine naturheilkundliche Entgiftungskur unterstützt die körpereigenen Ausscheidungsorgane gezielt – nicht mit der Gießkanne, sondern nach vorheriger Diagnose. Denn zuerst kommt die Ursachenforschung. Dann die individuelle Therapie.
📍 Heilpraktiker Arno Kreuer · Silcherstraße 9 · 73249 Wernau · 07153 32314
Entgiftung beginnt mit der richtigen Diagnose – erst dann lässt sich gezielt behandeln.
🌿 Der Körper entgiftet sich – aber nicht unbegrenzt
Unser Organismus besitzt ein hochentwickeltes Entgiftungssystem. Leber, Nieren, Darm, Lunge und Haut arbeiten täglich daran, Stoffwechselabfälle, Umweltgifte und körpereigene Abbauprodukte zu neutralisieren und auszuscheiden.
Dieses System ist evolutionär auf natürliche Belastungen ausgelegt – nicht auf die synthetische Chemielast des 21. Jahrhunderts. Laut Schätzungen sind in Europa mehrere tausend industriell erzeugte Substanzen in der Umwelt nachweisbar, von denen ein erheblicher Teil im menschlichen Blut und Fettgewebe gefunden wird.
Wenn Belastungen dauerhaft die Ausscheidungskapazität übersteigen, sprechen Naturheilkundler von einer toxischen Grundbelastung – einem Zustand, der sich schleichend aufbaut und selten einem einzelnen Auslöser zugeordnet werden kann.
⚗️ Was belastet den Körper – Ursachen im Überblick
Die Quellen toxischer Belastungen sind vielfältig. In der Praxis zeigt sich oft, dass es nicht eine Ursache gibt, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren über Jahre hinweg:
Externe Schadstoffquellen:
| Quelle | Typische Substanzen | Eintragsweg |
|---|---|---|
| Lebensmittel & Wasser | Pestizide, Herbizide, Nitrate, Mikroplastik | Oral |
| Dentalwerkstoffe | Quecksilber (Amalgam), Palladium, Nickel | Kontinuierlich / lokal |
| Innenraumluft & Baumaterialien | VOC, Formaldehyd, Schimmelpilztoxine | Inhalativ |
| Außenluft & Industrie | Feinstaub, Schwermetalle, polyzyklische Aromaten | Inhalativ |
| Medikamente & Impfstoffe | Aluminiumsalze, Parabene, Hilfsstoffe | Oral / parenteral |
| Kosmetik & Alltagsprodukte | Parabene, Weichmacher (Phthalate), Triclosan | Dermal |
Neben diesen äußeren Quellen spielen endogene Toxine eine wichtige Rolle: Abbauprodukte des Eiweißstoffwechsels, Ammoniak aus dem Darm bei gestörter Darmflora, oxidierte Lipide bei Entzündungsprozessen und Abfallprodukte bei einer eingeschränkten Mitochondrienfunktion.
Ganzheitlich betrachtet zählt auch chronischer Stress zu den Belastungsfaktoren: Er erhöht die Cortisolkonzentration dauerhaft, belastet die Leber und hemmt die Entgiftungsenzyme der Phase-II-Reaktionen.
🔬 Zeichen, die auf eine erhöhte Toxinlast hindeuten können
Viele der folgenden Beschwerden sind unspezifisch – das heißt, sie können viele Ursachen haben. Treten jedoch mehrere davon gleichzeitig und ohne klare schulmedizinische Erklärung auf, lohnt sich eine genauere Betrachtung der Entgiftungskapazität:
Allgemeinbefinden
Chronische Müdigkeit · Morgenträgheit · Konzentrationsprobleme · Antriebslosigkeit
Kopf & Nervensystem
Häufige Kopfschmerzen · Stimmungsschwankungen · Nervosität · Schlafstörungen
Verdauung & Stoffwechsel
Blähungen · Verstopfung · Wechselnde Stuhlkonsistenz · Süßhunger
Haut & Schleimhäute
Fahles Hautbild · Unreinheiten · Ekzeme · Mundgeruch · belegte Zunge
Gelenke & Muskulatur
Gelenkbeschwerden ohne strukturelle Ursache · Muskelsteifigkeit · Schmerzen
Immunsystem
Häufige Infekte · Allergische Reaktionen · Unverträglichkeiten · langsame Heilung
Wichtig: Diese Beschwerden erfordern zunächst eine sorgfältige Differenzialdiagnose. Nicht jede Müdigkeit ist eine Schwermetallbelastung – und nicht jede Hautveränderung ein Entgiftungsproblem. Die Diagnose steht immer am Anfang.
Video: Erklärung für das Prinzip der naturheilkundlichen Entgiftungskur
🔎 Zuerst die Diagnose – dann die Therapie
Eine pauschale „Entgiftungskur für alle“ gibt es in meiner Praxis nicht. Wer sinnvoll entgiften möchte, muss zunächst wissen, was den Körper belastet und wo der größte Handlungsbedarf besteht.
Je nach Beschwerdebild setze ich verschiedene diagnostische Verfahren ein:
🩸 Labordiagnostik
Leberwerte (GOT, GPT, GGT, AP), Nierenwerte, Schilddrüse, Entzündungsmarker, Schwermetalle im Blut, Homocystein, Ferritin, oxidativer Stress-Parameter. Bei Verdacht: Schwermetall-Belastungstest.
⚡ Bioresonanz-Diagnostik
Die Bioresonanz nach Paul Schmidt kann Hinweise auf Belastungsfelder geben und wird in meiner Praxis als ergänzendes diagnostisches Instrument eingesetzt. Wissenschaftlich nicht anerkannt.
❤️ Herzratenvariabilität (HRV)
Die HRV-Messung liefert Hinweise auf den Regulationszustand des vegetativen Nervensystems – ein wichtiger Indikator dafür, wie stark der Organismus durch chronische Belastungen beansprucht ist.
🔬 Kapillarblutdiagnostik
Die Analyse von Kapillarblut unter dem Mikroskop kann Hinweise auf oxidativen Stress, Schleimbelastungen und Rouleaux-Bildung geben – ein schneller, ergänzender Blick ins Blut.
🏥 Die Entgiftungsorgane – und wie sie unterstützt werden können
Eine wirksame Entgiftungskur richtet sich immer nach den beteiligten Organsystemen. In der Naturheilkunde gilt: Wer einen überlasteten Darm hat, dessen Leber leidet mit. Wer schlechte Nierenwerte zeigt, trägt häufig auch eine Flüssigkeitsregulationsstörung. Alles hängt zusammen.
🟤 Leber – das Entgiftungszentrum
Die Leber ist das wichtigste Entgiftungsorgan. In zwei Phasen (Phase I: Cytochrom-P450-Enzyme; Phase II: Konjugation und Ausleitung) werden fettlösliche Giftstoffe in wasserlösliche Verbindungen umgewandelt.
Wenn Leberwerte wie GOT, GPT oder GGT dauerhaft erhöht sind, deutet das auf eine Überlastung hin – auch ohne diagnostizierte Lebererkrankung. Mehr zu erhöhten Leberwerten →
🔵 Nieren – die stille Filterfabrik
Die Nieren filtern täglich etwa 180 Liter Blut. Wasserlösliche Abfallprodukte – von Harnstoff bis zu bestimmten Medikamentenmetaboliten – werden über den Urin ausgeschieden.
Ausreichend trinken (1,5–2 L täglich), harntreibende Heilkräuter (Brennnessel, Birkenblätter, Goldrute) und eine salzarme Ernährung können die Nieren sinnvoll unterstützen.
🟢 Darm – der unterschätzte Entgiftungskanal
Ein gesunder Darm mit intakter Schleimhaut und stabiler Mikrobiota ist Grundvoraussetzung jeder erfolgreichen Entgiftung. Ist der Darm gestört – durch Dysbiose, Leaky Gut oder chronische Obstipation –, werden Toxine rückresorbiert, anstatt ausgeschieden zu werden.
Deshalb beginnt jede Entgiftungskur in meiner Praxis, wenn nötig, mit einer Darm-Sanierung. Mehr zu Darmbeschwerden →
🟡 Haut & Lunge – die äußeren Entgiftungsorgane
Über Schweiß und Atemluft verlässt der Körper täglich eine messbare Menge an flüchtigen organischen Verbindungen. Saunagänge, Bewegung und atemregulierende Maßnahmen (z. B. über das IHHT-Höhentraining) fördern diesen Weg aktiv.
💉 Therapeutische Bausteine der Entgiftungskur
Je nach Befund und individuellem Beschwerdebild werden verschiedene naturheilkundliche Verfahren kombiniert. Kein Verfahren ist für jeden geeignet – die Auswahl erfolgt nach dem Erstgespräch und der Diagnose.
🩸 Aderlass – bewährte Blutreinigung nach Hildegard von Bingen
Der therapeutische Aderlass zählt zu den ältesten naturheilkundlichen Entgiftungsverfahren. Durch die gezielte Blutentnahme regt der Körper die Neubildung von Blutzellen an – und scheidet dabei gleichzeitig im Blut gelöste Schadstoffe, Schwermetalle und oxidative Stressmarker aus.
💊 Vitamin-C-Hochdosis-Infusion
Intravenös verabreichtes Vitamin C in hoher Dosierung wirkt als starkes Antioxidans, fördert die Kollagenbildung und unterstützt die Leber bei oxidativ belastenden Entgiftungsschritten. Im Rahmen einer Entgiftungskur wird es häufig begleitend eingesetzt.
🏔️ IHHT – Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie
Das Höhentraining mit wechselnden Sauerstoffkonzentrationen stärkt die Mitochondrien und verbessert die zelluläre Energieproduktion. Da Entgiftungsprozesse in der Leber extrem viel Energie verbrauchen, ist eine optimierte Mitochondrienfunktion ein wichtiger Baustein.
🪝 Schröpfmassage & Pneumatron
Die Schröpfmassage gehört zur klassischen Naturheilkunde. Durch den Unterdruck auf der Haut wird die Durchblutung des Bindegewebes angeregt, Lymphfluss stimuliert und die Ausleitung über die Haut gefördert. Das Pneumatron ergänzt diesen Effekt durch pneumatische Impulse.
Beide Verfahren werden in der Praxis je nach Befund eingesetzt und sind besonders bei muskulären Verspannungen und lymphatischen Stauungen hilfreich.
🌿 Phytotherapie & Orthomolekulare Medizin
Pflanzliche Mittel wie Mariendistel (Silymarin) zur Leberunterstützung, Artischocke zur Förderung des Gallenflusses oder Chlorella und Koriander zur Bindung von Schwermetallen im Darm werden gezielt und dosisspezifisch eingesetzt.
Ergänzend können Mikronährstoffe die körpereigene Entgiftung unterstützen: Magnesium, Zink, Selen sowie schwefelhaltige Verbindungen wie MSM oder N-Acetylcystein (NAC) sind wichtige Cofaktoren der hepatischen Entgiftungsenzyme.
🏥 Homöopathie
Als ergänzende Maßnahme können homöopathische Mittel die Regulationsfähigkeit des Organismus unterstützen. Die klassische Homöopathie ist kein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Im Rahmen der Entgiftungskur werden Drainage-Komplexmittel (antihomotoxische Therapie) nach Homotoxinologie eingesetzt.
📍 Akupunktur & Neuraltherapie
Akupunktur kann regulierend auf das vegetative Nervensystem einwirken und so die Organfunktionen – insbesondere die Leber-Gallenblasen-Achse – beeinflussen. Die Neuraltherapie mit Procain kann Störfelder (z. B. durch Narben oder alte Entzündungsherde) identifizieren und behandeln, die die Entgiftungskapazität beeinträchtigen.
🥗 Ernährung während der Entgiftungskur
Die Ernährung ist kein Anhängsel der Entgiftungskur – sie ist ihr Fundament. Wer entgiften möchte und dabei täglich Fertiggerichte, Alkohol und industrielle Transfettsäuren konsumiert, sabotiert die Therapie von innen.
✅ Empfehlenswert
- Bittere Gemüsesorten: Artischocke, Endivie, Chicorée
- Kreuzblütengewächse: Brokkoli, Kohl, Radieschen
- Knoblauch, Zwiebeln (Schwefelverbindungen)
- Frische Kräuter: Petersilie, Koriander, Löwenzahn
- Hochwertige Öle: Leinöl, Hanföl, Olivenöl
- Viel stilles Wasser oder ungesüßte Kräutertees
- Lebensmittel aus biologischem Anbau
❌ Möglichst meiden
- Alkohol (erhöht die Leberlast erheblich)
- Fertigprodukte mit Additiven und E-Nummern
- Stark verarbeitetes Fleisch (Wurst, Räuchwaren)
- Raffinierter Zucker und Weißmehlprodukte
- Industrielle Transfettsäuren (Frittierfette, Margarine)
- Frittiertes, Fastfood
- Konventionell angebautes Obst mit hoher Pestizidrückstandslast
Für manche Patienten empfehle ich begleitend eine modifizierte Form des Low-Carb-Ernährungskonzepts – denn eine deutlich reduzierte Zuckerlast entlastet die Leber und verbessert die Insulinsensitivität als wichtige Voraussetzung für einen effizienten Zellstoffwechsel.
⚠️ Wann Vorsicht geboten ist
Vor einer Entgiftungskur bitte beachten:
- Schwermetallausleitung (z. B. DMPS, DMSA) darf nur unter ärztlicher oder heilpraktischer Aufsicht erfolgen
- Bei Schwangerschaft und Stillzeit sind intensive Entgiftungsmaßnahmen kontraindiziert
- Bestehende Nierenerkrankungen erfordern angepasste Protokolle
- Bestimmte Medikamente können durch Entgiftungsmaßnahmen in ihrer Wirkung beeinflusst werden – Rücksprache ist Pflicht
- Akute entzündliche Erkrankungen müssen zuerst behandelt werden
🏠 Umwelt: Ein oft unterschätzter Faktor
Nicht selten zeigt eine Entgiftungskur nur kurzfristigen Erfolg – weil die Belastungsquelle im eigenen Wohnraum nicht beseitigt wurde. Elektrosmog, Schimmelpilzbefall und Ausgasungen aus Baumaterialien können stille, chronische Stressoren sein, die den Körper dauerhaft belasten.
Für Patienten, bei denen solche Belastungsquellen vermutet werden, empfehle ich eine baubiologische Untersuchung durch meinen Sohn Nils Kreuer, zertifizierter Baubiologe:
🏗️ Baubiologie Kreuer – Messungen zu Elektrosmog, Schimmel, Raumluftschadstoffen, Geopathie und Radon: baubiologie-kreuer.de
📋 Fallbeschreibung aus der Praxis
⚠️ Fiktive Falldarstellung – keine echte Patientengeschichte. Dient ausschließlich der Illustration des Behandlungskonzepts. Keine Heilsversprechen.
Michael T., 51 Jahre, Buchhalter, Nichtraucher, kommt in die Praxis mit dem Gefühl, „ständig neben der Spur zu sein“. Er berichtet von jahrelanger Erschöpfung, die sich trotz ausreichend Schlaf nicht bessert, häufigen Kopfschmerzen montags nach dem Wochenende, einem aufgedunsenen Bauch und einer Hautfarbe, die seine Kollegen als „fahl und grau“ beschreiben.
Im Gespräch stellt sich heraus: Amalgam-Füllungen aus den 1990er Jahren, lange Zeit in einem Altbau mit schlechter Lüftung gearbeitet, regelmäßiger moderater Alkoholkonsum, Ernährung hauptsächlich aus Fertigprodukten.
Im Labor zeigen sich leicht erhöhte Leberwerte (GGT), niedrige Selen- und Zinkspiegel, erhöhtes Homocystein. Die Bioresonanz gibt Hinweise auf Quecksilber-Belastung und Darm-Dysbalance.
Der Behandlungsplan umfasst vier Phasen über drei Monate: zunächst Darmsanierung und Elimination von Ernährungsbelastungen, dann gezielte Mikronährstoff-Supplementierung (NAC, Zink, Selen, Chlorella), zwei Aderlass-Sitzungen sowie begleitende Schröpfmassagen. Abschließend drei Vitamin-C-Infusionen als antioxidative Unterstützung. Parallel wird eine Ernährungsumstellung auf Low Carb begonnen.
Nach zwölf Wochen berichtet Michael von deutlich verbesserter Energie am Vormittag, besserem Hautzustand und normalisierten Leberwerten im Kontroll-Labor.
⚠️ Hinweis: Dies ist eine fiktive Fallbeschreibung zu Illustrationszwecken. Individuelle Verläufe können stark abweichen. Kein Heilversprechen.
❓ Häufige Fragen zur Entgiftungskur
Je nach Ausgangslage und Belastungsgrad liegt der Zeitraum bei 6 bis 16 Wochen. Erste Veränderungen – etwa im Energieniveau oder Hautbild – zeigen sich häufig bereits in den ersten drei bis vier Wochen. Eine realistische Erwartungshaltung ist wichtig: Belastungen, die sich über Jahre aufgebaut haben, lassen sich nicht in wenigen Tagen beheben.
🔗 Weiterführende Themen in der Praxis
💉 Vitamin-C-Hochdosis-Infusion
🏔️ IHHT – Höhentraining
⚡ Mitochondrien: Diagnose & Therapie
⚡ Bioresonanz-Diagnostik
🔬 Labordiagnostik
🟤 Erhöhte Leberwerte
🫁 Darmbeschwerden
🔬 Kapillarblutdiagnostik
🥗 Low Carb & Ernährung
💊 Orthomolekulare Medizin
💊 Antihomotoxische Therapie
📍 Neuraltherapie & Störfelder
🎯 Akupunktur
❤️ HRV-Messung
🐟 Omega-3-Index
🔊 Ultraschalltherapie
🌿 Klassische Homöopathie
🧲 BEMER Magnetfeldtherapie
🧬 Wie funktioniert die Leber-Entgiftung – und was kann sie stören?
Die Leber entgiftet in zwei biochemisch klar trennbaren Phasen, die aufeinander aufbauen. Wer die Biologie dieser Prozesse versteht, begreift auch, warum eine halbherzige „Kräutertee-Kur“ für viele Menschen nicht ausreicht.
Phase I – Aktivierung: Cytochrom-P450-Enzyme wandeln fettlösliche Toxine in reaktive Zwischenprodukte um. Diese Zwischenprodukte sind oft reaktiver und toxischer als die Ausgangsstoffe. Wenn Phase II nicht ausreichend nachkommt, häufen sich diese aggressiven Moleküle an – ein Effekt, der bei genetischen Polymorphismen (z. B. CYP1A2, CYP2D6) oder Mikronährstoffmangel häufig auftritt.
Phase II – Konjugation: Hier werden die aktivierten Zwischenprodukte an wasserlösliche Träger gekoppelt: Glucuronsäure, Sulfat, Glutathion, Aminosäuren. Glutathion ist dabei der wichtigste körpereigene Antioxidant und Entgiftungshelfer – und gleichzeitig einer der ersten Stoffe, die bei chronischem Stress und Mikronährstoffmangel aufgebraucht werden.
Phase III – Ausscheidung: Die konjugierten Verbindungen werden entweder über die Galle in den Darm (und von dort mit dem Stuhl) oder über die Nieren in den Urin abgegeben. Ein träger Darm oder eine Verstopfung kann dazu führen, dass bereits ausgeleitete Toxine im Dickdarm rückresorbiert werden – ein klassisches Beispiel für die Verknüpfung von Darm- und Lebergesundheit.
Was die Leber-Entgiftung hemmt:
- Mangel an Cofaktoren: B-Vitamine, Magnesium, Zink, Selen, Molybdän, Schwefel-Aminosäuren (Methionin, Cystein)
- Alkohol: Hemmt Cytochrom-P450-Enzyme und verbraucht Glutathion massiv
- Chronischer Stress: Erhöht den Glucocorticoid-Spiegel, der die Phase-II-Enzyme direkt hemmt
- Hochverarbeitete Ernährung: Fehlen der notwendigen Mikronährstoffe als Enzym-Cofaktoren
- Bestimmte Medikamente: Paracetamol, Statine und andere Substanzen belasten Phase I/II erheblich
- Genetische Varianten (SNPs): Individuelle Unterschiede in der Enzymausstattung können die Entgiftungskapazität wesentlich beeinflussen
🧭 Der typische Ablauf einer Entgiftungskur in meiner Praxis
Jede Entgiftungskur beginnt mit einem ausführlichen Erstgespräch. Ich möchte verstehen, was Ihr Körper erlebt hat – berufliche Belastungen, Wohnsituation, Zahnstatus, Ernährungsgewohnheiten, Medikamentenanamnese. Danach folgen die gezielten Diagnostikschritte.
Phase 1 – Basisdiagnostik (Woche 1–2)
Laborwerte, HRV, Bioresonanz, ausführliche Anamnese. Erstellung eines individuellen Behandlungsplans.
Phase 2 – Vorbereitung (Woche 2–4)
Darm-Sanierung falls nötig, Ernährungsumstellung, Beginn Mikronährstoffe. „Depot auffüllen“ bevor aktiv ausgeschieden wird.
Phase 3 – Aktive Ausleitung (Woche 4–10)
Aderlass, Schröpfmassagen, Vitamin-C-Infusionen, pflanzliche Ausleitmittel, ggf. Neuraltherapie, IHHT. Begleitende Laborkontrolle.
Phase 4 – Stabilisierung (Woche 10–16)
Kontrolle der Laborwerte, langfristige Ernährungsempfehlungen, ggf. Erhaltungsdosis Mikronährstoffe, Präventions-Check.
Diese Struktur ist ein Richtwert – sie passt sich dem tatsächlichen Verlauf und Ihrer Reaktion auf die Therapie an. Manche Patienten benötigen nur zwei der vier Phasen; andere profitieren von einem länger angelegten Begleitprogramm.
🌡️ Elektrosmog, Schlaf und das Nervensystem als unterschätzter Faktor
In meiner Praxis sehe ich regelmäßig Patienten, deren Entgiftungsorgane laborchemisch gut funktionieren – die sich aber trotzdem permanent erschöpft und belastet fühlen. Hier lohnt ein erweiterter Blick auf das vegetative Nervensystem.
Das Schlafsystem reguliert nachts die Reinigung des Gehirns (Glymphatisches System), die Regeneration der Leberzellen und die Aktivität wichtiger Entgiftungsenzyme. Wer chronisch schlechte Schlafqualität hat – durch Lärm, Schichtarbeit, Elektrosmog oder hormonelle Dysbalancen – der unterbricht jede Nacht den wichtigsten Regenerationszyklus des Körpers.
Elektromagnetische Felder (Elektrosmog) durch WLAN-Router, Mobilfunkantennen und schlecht abgeschirmte Elektroleitungen im Schlafzimmer können die Melatoninproduktion beeinflussen und so indirekt die nächtliche Entgiftung stören. Wissenschaftlich ist dieser Zusammenhang nicht abschließend belegt – als naturheilkundlicher Ansatz wird er jedoch von einer wachsenden Zahl von Therapeuten diskutiert.
Für eine umfassende Beurteilung empfehle ich in solchen Fällen eine Messung durch meinen Sohn Nils Kreuer (baubiologie-kreuer.de), der als zertifizierter Baubiologe Elektrosmog, Schimmel und Wohnraumgifte professionell messtechnisch erfassen kann.
🥈 Schwermetalle – was wirklich hilft und was nicht
Das Thema Schwermetallausleitung ist in der Naturheilkunde eines der diskutiertesten – und leider auch eines der am meisten von unseriösen Anbietern missbrauchten. Dabei gibt es bei nüchterner Betrachtung klare Leitlinien.
Was ist eine echte Schwermetallbelastung? Nicht jeder Mensch mit Amalgamfüllungen hat eine klinisch relevante Quecksilberbelastung. Eine Belastung lässt sich nur dann zuverlässig beurteilen, wenn ein korrekter Provokationstest (z. B. mit DMPS oder DMSA) unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt und der anschließende Urin labortechnisch ausgewertet wird. Blutspiegelbestimmungen ohne Provokation erfassen nur akute, keine chronische Belastung.
Chlorella – ein hilfreicher Begleiter, kein Wundermittel: Die Mikroalge Chlorella kann Schwermetallionen im Darm binden und deren Resorption reduzieren. Sie ist sinnvoll als prophylaktische und begleitende Maßnahme – nicht als primäres Ausleitmittel bei nachgewiesener Hochbelastung. Koriander wird oft in Kombination genannt, die Evidenzlage ist jedoch dünn.
DMPS / DMSA – nur unter Aufsicht: Diese synthetischen Chelatbildner sind bei nachgewiesenen Schwermetallbelastungen wirksam, aber nicht risikofrei. Sie können auch essentielle Spurenelemente (Zink, Kupfer, Selen) ausleiten und damit Mangelzustände verursachen. In meiner Praxis werden sie nur nach vorheriger Diagnostik und mit begleitender Supplementierung eingesetzt.
Wichtige Quellen zum Thema Schwermetalldiagnostik:
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Stellungnahmen zu Quecksilber in Amalgam und Fisch: bfr.bund.de
- Umweltbundesamt: Daten zur Schwermetallbelastung der deutschen Bevölkerung: umweltbundesamt.de
- EFSA-Gutachten zu Cadmium, Blei und Quecksilber: efsa.europa.eu
📚 Wissenschaftliche Hintergründe (zum Nachlesen)
Die Forschung zur hepatischen Entgiftung, zu Umwelttoxinen und zur Wirkung von Mikronährstoffen auf Entgiftungsenzyme ist wissenschaftlich umfangreich dokumentiert. Die folgenden Quellen können zur eigenständigen Vertiefung genutzt werden:
- Hodges, R.E. & Minich, D.M. (2015): Modulation of metabolic detoxification pathways using foods and food-derived components. Journal of Nutrition and Metabolism. DOI: 10.1155/2015/760689
- Tietz, P. et al.: Heavy metal burden and antioxidant status – über Pubmed recherchierbar unter Stichwort „heavy metal detoxification micronutrients“: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Stellungnahmen zu Antioxidantien und Mikronährstoffen: dge.de
- Bundesamt für Risikobewertung (BfR) zu Schwermetallen in Lebensmitteln: bfr.bund.de
Entgiftung beginnt mit Klarheit
Lassen Sie uns gemeinsam schauen, was Ihrem Körper wirklich fehlt
Zuerst die Diagnose – dann die individuelle Therapie. In über 33 Jahren Praxiserfahrung habe ich gelernt: Wer gezielt entgiftet, braucht zuerst Klarheit über die Ursachen. Ich nehme mir die Zeit dafür.
Heilpraktiker Arno Kreuer · Silcherstraße 9 · 73249 Wernau bei Stuttgart
Einzugsgebiet: Stuttgart · Esslingen · Göppingen · Kirchheim · Filderstadt · Nürtingen
Hinweis gemäß § 3 HWG: Die auf dieser Seite beschriebenen naturheilkundlichen Verfahren stellen keine schulmedizinisch anerkannten Diagnose- oder Therapiemethoden dar, soweit nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Diagnose oder ärztliche Beratung. Bei ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. → Impressum & Datenschutz
-
Wie bewerten Sie diese Seite
-
Verständlich
-
Informativ