💊 Kortison – Wenn schnelle Hilfe und innerer Widerstand aufeinandertreffen
Kortisonpräparate gehören zu den wirksamsten entzündungshemmenden Medikamenten der modernen Medizin. Gleichzeitig erlebe ich in meiner Praxis täglich, dass viele Patienten ein gespaltenes Verhältnis dazu haben.
Auf dieser Seite erkläre ich, wie eine naturheilkundliche Begleitung sinnvoll aussehen kann – ohne vorschnelle Urteile über das Medikament selbst.
„Es hilft – aber ich habe großen Respekt davor.“ Diesen Satz höre ich in meiner Praxis sehr häufig, wenn das Thema Kortison zur Sprache kommt. Patienten, die mit Autoimmunerkrankungen, Rheuma, Asthma oder starken Hautproblemen kämpfen, kennen das Dilemma: Das Medikament lindert rasch und spürbar – doch der Gedanke an Gewichtszunahme, Osteoporose oder dauerhafter Abhängigkeit macht vielen zu schaffen.
Als Heilpraktiker ist es mir wichtig, hier klar zu sein: Kortison darf niemals eigenständig abgesetzt werden. Eine Veränderung der Medikation erfolgt ausschließlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Was die Naturheilkunde leisten kann, ist etwas anderes – sie kann begleitend unterstützen, Nebenwirkungen abmildern helfen und den Körper stabilisieren.
In über 33 Jahren Praxiserfahrung habe ich viele Patienten begleitet, die Kortison nehmen oder genommen haben. Mein Ansatz ist nicht Ablehnung, sondern Ergänzung. Zuerst kommt dabei immer: die gründliche Diagnose.
🔬 Was ist Kortison – und wie wirkt es im Körper?
Cortisol ist ein körpereigenes Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Es spielt eine zentrale Rolle im Stressgeschehen des Körpers, beeinflusst den Blutzucker, reguliert Entzündungsprozesse und steuert das Immunsystem.
Medikamentöses Kortison – also synthetisch hergestellte Varianten wie Prednisolon, Prednison oder Dexamethason – greift gezielt in diese körpereigenen Mechanismen ein. Die Wirkung ist beeindruckend und manchmal lebensnotwendig: stark entzündungshemmend, immunsuppressiv und abschwellend.
Genau diese Stärke ist es, die das Medikament so wertvoll – und gleichzeitig so erklärungsbedürftig macht. Wer das Immunsystem dämpft, unterdrückt nicht nur Entzündungen, sondern greift in komplexe Regulationsprozesse des gesamten Organismus ein.
- Starke akute Entzündungen
- Autoimmunerkrankungen (z. B. Hashimoto, rheumatoide Arthritis, Lupus)
- Allergische Reaktionen und anaphylaktischer Schock
- Asthma bronchiale – akute und chronische Verläufe
- Hauterkrankungen wie Psoriasis, schwere Neurodermitis
- Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
- Neurologische Erkrankungen und Schübe bei MS
✅ Der Nutzen – warum Kortison oft unverzichtbar ist
Ich möchte an dieser Stelle bewusst nicht in das verbreitete Muster verfallen, Kortison pauschal als „Problem“ darzustellen. In bestimmten Situationen ist es das richtige Mittel – und manchmal gibt es dazu keine sinnvolle Alternative.
| Vorteil | Bedeutung für den Patienten |
|---|---|
| Schnelle Wirkung | Beschwerden können oft innerhalb von Stunden bis Tagen deutlich nachlassen |
| Starke Entzündungshemmung | Wichtig bei Schüben chronischer Erkrankungen, bei denen andere Mittel zu langsam wirken |
| Lebensqualität verbessern | Weniger Schmerzen, bessere Beweglichkeit, wieder am Alltag teilnehmen können |
| Lebenserhaltend | Bei anaphylaktischen Reaktionen oder bestimmten Autoimmunerkrankungen medizinisch notwendig |
Kurz gesagt: Kortison ist ein wirksames Medikament, das seinen Platz in der Medizin hat und verdient. Die Frage, die mich als Heilpraktiker beschäftigt, lautet nicht: „Warum nimmt jemand Kortison?“ – sondern: „Wie kann ich den Körper dabei bestmöglich unterstützen?“
⚠️ Nebenwirkungen – die berechtigten Sorgen der Patienten
Die Zurückhaltung vieler Patienten gegenüber Kortison ist gut nachvollziehbar. Insbesondere bei längerer Einnahme und höheren Dosierungen können Nebenwirkungen auftreten, die das Leben deutlich beeinflussen.
- Gewichtszunahme – durch gesteigerten Appetit und veränderten Fettstoffwechsel
- „Mondgesicht“ – charakteristische Fettumverteilung im Gesicht
- Osteoporose – Kortison beeinflusst den Knochenstoffwechsel und kann die Knochendichte langfristig verringern
- Erhöhte Infektanfälligkeit – durch Dämpfung des Immunsystems
- Blutzuckerveränderungen – relevant besonders bei Diabetespatienten
- Hautveränderungen – dünner werdende Haut, verstärkte Bildung von Blutergüssen
- Muskelschwäche – bei langfristiger Hochdosierung möglich
- Psychische Veränderungen – Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, selten Euphorie oder depressive Phasen
Diese Nebenwirkungen treten nicht zwangsläufig auf – sie hängen stark von Dosis, Dauer und individuellem Stoffwechsel ab. Doch das Risiko ist real, und es rechtfertigt den Wunsch nach naturheilkundlicher Begleitung.
Aus ganzheitlicher Sicht stellt sich außerdem die Frage: Warum entzündet sich der Körper dauerhaft? Welche Ursachen – Darmbelastungen, stille Entzündungen, chronischer Stress, Mikronährstoffmangel – tragen dazu bei? Kortison unterdrückt die Entzündung, beseitigt aber nicht automatisch deren Ursache.
🔍 Ganzheitliche Ursachenbetrachtung – Warum entzündet sich der Körper dauerhaft?
Diese Frage steht im Zentrum meines naturheilkundlichen Denkens. Kortison unterdrückt die Entzündung – das ist seine Stärke. Doch aus ganzheitlicher Sicht ist die Entzündung häufig ein Signal des Körpers, keine eigenständige Krankheit.
Wer dauerhaft auf dieses Signal angewiesen ist, es chemisch zu dämpfen, verdient eine Betrachtung der möglichen Hintergründe. In über 33 Jahren Praxiserfahrung habe ich beobachtet, dass chronische Entzündungen häufig mit mehreren Faktoren zusammenhängen – die einzeln manchmal wenig bedeutsam erscheinen, in der Kombination jedoch erheblich wirken:
Darmbarriere und Leaky Gut
Ein erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut – umgangssprachlich als „Leaky Gut“ bezeichnet – kann dazu führen, dass unverdaute Nahrungsbestandteile und Bakterienbestandteile in den Blutkreislauf gelangen. Das Immunsystem reagiert darauf chronisch aktiviert. Dieser Zusammenhang wird in der Forschung intensiv untersucht; ein direkter Kausalnachweis ist schwierig, der klinische Eindruck in der Praxis aber häufig eindrücklich.
Besonders bei Autoimmunerkrankungen – die häufig mit Kortison behandelt werden – gibt es Hinweise auf darmimmunologische Zusammenhänge. Eine Stabilisierung der Darmbarriere kann daher ein sinnvoller Bestandteil der Begleittherapie sein.
Stille Entzündungen – Silent Inflammation
Stille Entzündungen verlaufen ohne typische Entzündungszeichen wie Rötung oder Schwellung. Sie können jedoch über Jahre hinweg Gewebe schädigen und Immunprozesse befeuern. Messbar sind sie unter anderem über den hochsensitiven CRP-Wert, Interleukin-6 oder den Omega-3-Index.
Ein dauerhaft zu niedriger Omega-3-Index ist einer der am häufigsten unterschätzten Faktoren bei chronischen Entzündungen. Omega-3-Fettsäuren sind Ausgangsstoffe für entzündungsauflösende Botenstoffe (sog. Resolvine und Protektine). Fehlen sie, bleibt die Entzündung strukturell am Laufen.
Chronischer Stress und die Cortisolachse
Dauerhafter Stress führt zu einer anhaltenden Aktivierung der Stressachse (HPA-Achse). Das körpereigene Cortisol – normalerweise entzündungshemmend – kann bei Dauerbelastung aus dem Gleichgewicht geraten. Manche Patienten zeigen paradoxerweise eine Cortisol-Resistenz in bestimmten Geweben, was den Entzündungsprozess weiter unterhält.
Aus naturheilkundlicher Sicht ist Stressreduktion daher kein Komfort, sondern ein therapeutisch relevanter Faktor. Entspannungsverfahren, Atemtherapie und Neuraltherapie können hier konkrete Ansätze bieten.
Störfelder und vegetatives Nervensystem
Im naturheilkundlichen Denken spielen sogenannte Störfelder eine Rolle: Bereiche im Körper, die dauerhaft das vegetative Nervensystem reizen – z. B. alte Narben, chronisch entzündete Zähne oder Tonsillenherde. Diese können über neuronale Reflexbögen systemische Entzündungsprozesse aufrechterhalten.
Die Neuraltherapie nach Huneke bietet hier einen spezifischen Ansatz: durch Infiltration mit Lokalanästhetikum in Störfelder kann die neuronale Überreizung unterbrochen werden. Dies ist wissenschaftlich nicht anerkannt, hat aber in der erfahrungsmedizinischen Praxis eine lange Tradition.
Es gibt selten die eine Ursache. Meistens sind es mehrere Faktoren, die zusammenwirken: Darm, Ernährung, Mikronährstoffmangel, Stress, Störfelder. Eine naturheilkundliche Begleitung, die diese Faktoren systematisch aufdeckt und adressiert, bietet eine sinnvolle Ergänzung – auch wenn die kortisonpflichtige Erkrankung selbst in ärztlicher Hand bleibt. Mein Ziel ist es, den Menschen hinter der Diagnose zu sehen und individuell zu begleiten – ganzheitlich, ehrlich und ohne unrealistische Versprechen.
🫁 Kortison und die Nebennierenrinde – was viele nicht wissen
Ein Aspekt, den viele Patienten nicht auf dem Radar haben: Wer über längere Zeit synthetisches Kortison einnimmt, beeinflusst die körpereigene Cortisolproduktion. Das Gehirn – genauer gesagt die Hypothalamus-Hypophysen-Achse – erkennt den erhöhten Cortisolspiegel im Blut und „fährt“ die körpereigene Produktion zurück.
Die Nebennierenrinde wird in ihrer Eigenaktivität gedrosselt. Je länger und höher die Kortisonmedikation, desto ausgeprägter kann diese Suppression werden. Genau deshalb ist das eigenständige Absetzen so gefährlich: Der Körper ist möglicherweise vorübergehend nicht mehr in der Lage, ausreichend eigenes Cortisol zu produzieren.
Aus naturheilkundlicher Sicht ist dieser Aspekt bedeutsam, weil er zeigt: Kortison greift tief in hormonelle Regulationskreise ein. Eine begleitende Therapie, die das vegetative Nervensystem, die Stressanpassungsfähigkeit und die allgemeine Vitalität stärkt, kann hier langfristig sinnvoll sein.
Bestimmte Adaptogene wie Ashwagandha oder Rhodiola rosea werden in der naturheilkundlichen Praxis traditionell zur Unterstützung der Stressanpassungsfähigkeit eingesetzt. Sie sind wissenschaftlich nicht ausreichend belegt und werden individuell, nicht pauschal empfohlen. Wichtig: Auch Adaptogene können Wechselwirkungen mit Medikamenten haben.
🧭 Diagnose zuerst – Was steckt hinter der Entzündung?
Bevor ich naturheilkundliche Maßnahmen empfehle, stehen gründliche Diagnostik und Anamnese. Denn nicht jede Entzündung hat die gleichen Wurzeln. Was bei einem Patienten Darmprobleme als Auslöser hat, kann bei einem anderen durch chronischen Stress oder Mikronährstoffmangel bedingt sein.
In meiner Praxis gehören dazu unter anderem:
- Ausführliche Anamnese – Vorgeschichte, Medikation, Lebensgewohnheiten, Ernährung, Stress
- Blut- und Labordiagnostik – z. B. Entzündungsmarker, Homocystein, Mikronährstoffstatus, Schilddrüsenwerte
- Omega-3-Index – bei chronischen Entzündungen ein häufig unterschätzter Parameter
- Bewertung der aktuellen Medikation – in Abstimmung, nicht als Eingriff in ärztliche Behandlung
- Bioresonanzdiagnostik (nach Paul Schmidt) – zur Einschätzung von Regulationsfähigkeit und Belastungsmustern (wissenschaftlich nicht anerkannt)
Erst nach dieser Standortbestimmung ergibt sich ein klares Bild, welche begleitenden Maßnahmen sinnvoll und individuell passend sind.
Blutuntersuchungen & Laborwerte · Omega-3-Index · Bioresonanzdiagnostik · Mitochondrien
🌿 Naturheilkundliche Begleitung bei Kortisontherapie
Das Ziel ist klar: Unterstützung – nicht Ersatz. Die folgenden Maßnahmen können dabei helfen, den Körper während einer Kortisontherapie zu stabilisieren, Risiken abzumildern und die Eigenregulation zu stärken.
1. Mikronährstoffe – die wichtige Grundlage
Kortison beeinflusst den Stoffwechsel verschiedener Mikronährstoffe. Gezielt ergänzt, können sie wichtige Pufferfunktionen übernehmen:
| Nährstoff | Relevanz bei Kortisonanwendung |
|---|---|
| Vitamin D3 + K2 | Unterstützung des Knochenstoffwechsels, Vorbeugung kortisonbedingter Knochendichteverluste |
| Magnesium | Muskel- und Nervenfunktion, Unterstützung bei Schlafstörungen und innerer Unruhe |
| Omega-3-Fettsäuren | Entzündungsmodulierend, kann chronische Entzündungsprozesse positiv beeinflussen |
| Vitamin C | Antioxidativ, Unterstützung des Immunsystems und der Kollagenbildung |
| Kalzium | Ergänzend zur Osteoporose-Prophylaxe, immer in Absprache mit dem Arzt |
Die Auswahl und Dosierung sollte individuell erfolgen – ein pauschales Schema ist hier wenig hilfreich. Laborwerte geben wichtige Hinweise.
2. Ernährung – entzündungshemmend statt entzündungsfördernd
Was wir täglich essen, beeinflusst chronische Entzündungsprozesse im Körper erheblich. Eine entzündungshemmende Ernährung kann die Therapie sinnvoll ergänzen:
- Viel frisches Gemüse, Kräuter, Hülsenfrüchte
- Hochwertige Fette – Olivenöl, Walnüsse, fetter Seefisch
- Wenig Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel
- Reduktion von Arachidonsäure (enthalten in rotem Fleisch, Wurst)
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Für Patienten, die durch Kortison an Gewicht zugenommen haben, bietet ein angepasstes Ernährungskonzept einen sinnvollen Ansatzpunkt – ohne unrealistische Versprechen, aber mit echter Wirkung auf den Stoffwechsel.
3. Darmgesundheit – das unterschätzte Fundament
Kortison kann die Darmschleimhaut belasten und das Darmmikrobiom beeinflussen. Ein stabiler Darm ist jedoch zentral für ein funktionierendes Immunsystem – gerade bei Autoimmunerkrankungen, die häufig mit Kortison behandelt werden.
Maßnahmen zur Darmstabilisierung:
- Probiotika – gezielte Unterstützung der Darmflora
- Präbiotische Ballaststoffe – als Nährboden für nützliche Bakterien
- Schleimhautaufbau – z. B. mit L-Glutamin, Zink, Vitamin A
Ein gesundes Darmmilieu kann außerdem dabei helfen, die Kortisonanwendungsdauer zu verringern – zumindest indirekt, indem entzündungsfördernde Faktoren reduziert werden. Dies ist jedoch kein automatischer Zusammenhang.
4. Phytotherapie – Pflanzliche Unterstützung
Bestimmte Heilpflanzen haben nachgewiesene oder traditionell gut dokumentierte entzündungshemmende Eigenschaften. Sie können ergänzend eingesetzt werden – allerdings ebenfalls individuell und in Abstimmung:
- Weihrauch (Boswellia serrata) – gut untersuchte entzündungshemmende Eigenschaften, insbesondere bei Gelenkerkrankungen und Darmerkrankungen
- Kurkuma (Curcumin) – antioxidativ und entzündungsmodulierend, wird häufig in Kombination mit Bioperin eingesetzt
- Brennnesselextrakt – traditionell bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt
- Teufelskralle – vor allem bei Bewegungsapparatbeschwerden gebräuchlich
Phytotherapeutika können Wechselwirkungen mit Medikamenten haben. Eine eigenständige Einnahme ohne Rücksprache ist nicht empfehlenswert.
5. Regulationstherapie – Nervensystem und Selbstheilung stärken
Chronische Entzündungen und Autoimmunprozesse gehen häufig mit einer gestörten Regulation des vegetativen Nervensystems einher. Stress, unverarbeitete Belastungen und körperliche Störherde können diese Dysbalance aufrechterhalten.
In meiner Praxis setze ich hier – je nach individuellem Befund – folgende Methoden ein:
- Neuraltherapie – Behandlung von Störfeldern, die das vegetative System belasten
- Akupunktur und Ohrakupunktur – Regulationsimpulse über das Meridiansystem
- Atemtherapie und Entspannungsverfahren – Unterstützung der parasympathischen Regulationsfähigkeit
- Bioresonanz nach Paul Schmidt – zur Begleitung chronischer Regulationsstörungen (wissenschaftlich nicht anerkannt)
6. Homöopathie – individuell, nicht schematisch
Im Rahmen einer klassischen Homöopathie wird das Mittel nicht nach Diagnose, sondern nach dem vollständigen Beschwerdebild des Patienten gewählt. Das macht pauschale Empfehlungen wenig sinnvoll – dennoch einige Mitteldifferenzierungen, die im Kontext von Entzündungen und Erschöpfung häufig relevant sein können:
| Mittel | Typisches Beschwerdebild (individuell auswählen!) |
|---|---|
| Bryonia | Schmerzen bei Bewegung, trockene Schleimhäute, Ruhedrang |
| Rhus toxicodendron | Schmerzen bei Ruhe, Besserung durch Bewegung, Steifheit morgens |
| Calcium carbonicum | Neigung zu Erschöpfung, Stoffwechselträgheit, innere Schwere |
| Sulfur | Entzündungsneigung, Hautprobleme, Wärmeverschlimmerung |
| Silicea | Chronische Schwäche, Bindegewebsprobleme, mangelnde Vitalität |
| Arsenicum album | Unruhe, Erschöpfung, Ängstlichkeit, Verschlimmerung nachts |
Hinweis: Homöopathie ist wissenschaftlich nicht anerkannt. Die Mittelwahl erfolgt im Einzelgespräch anhand des vollständigen Beschwerdebilds.
7. Vitamin-C-Infusionen
Bei stark belasteten oder geschwächten Patienten setze ich in bestimmten Situationen hochdosierte Vitamin-C-Infusionen ein. Vitamin C wirkt antioxidativ, unterstützt die körpereigene Immunabwehr und kann die Schleimhäute stabilisieren.
Dies ist keine Routinemaßnahme, sondern erfolgt nach individuellem Befund.
8. IHHT – Höhentraining als Zellstimulation
Die IHHT (Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie) kann bei chronisch erschöpften Patienten die Mitochondrienfunktion anregen und die Sauerstoffversorgung der Zellen verbessern. Dies kann besonders bei langfristiger Kortisonanwendung, die mit Muskelschwäche oder Erschöpfung einhergeht, eine sinnvolle Ergänzung sein.
🛠️ Ergänzende Maßnahmen – je nach individuellem Befund
Abhängig von der Grunderkrankung und dem aktuellen Zustand des Patienten können weitere Verfahren sinnvoll sein. Ich wähle diese nie nach Schema, sondern immer nach dem konkreten Befundbild:
Physiokey – Nervenmodulation bei Schmerzen
Physiokey ist ein modernes Verfahren zur bio-elektrischen Stimulation, das bei Schmerzzuständen eingesetzt wird – unter anderem bei Gelenkschmerzen, die häufig den Anlass für eine Kortisontherapie darstellen. Es kann unterstützend zur Schmerzreduktion beitragen und damit die Abhängigkeit von entzündungshemmenden Medikamenten perspektivisch verringern helfen – in ärztlicher Absprache.
Ultraschalltherapie
Die Ultraschalltherapie wird in meiner Praxis bei lokalen Entzündungen und Gewebeveränderungen eingesetzt. Sie kann bei Gelenkproblemen, Sehnenentzündungen und Weichteilbeschwerden eine hilfreiche Ergänzung sein – besonders wenn Kortison lokal appliziert wird oder werden soll.
Schröpfmassagen und Pneumatron
Schröpfmassagen regen die Durchblutung an, lösen Verspannungen und können über die Haut-Organ-Reflexzonen innere Organe positiv beeinflussen. Das Pneumatron – ein Gerät zur lokalen Unterdruckmassage – ergänzt diese Wirkung. Beide Verfahren werden vor allem bei muskulären Beschwerden und als Teil einer Entgiftungs- und Entstauungsbehandlung eingesetzt.
Streckliege
Bei Patienten mit Rückenbeschwerden oder Wirbelsäulenveränderungen, die unter anderem auch kortisonpflichtige Entzündungen im Bewegungsapparat begünstigen, kann die Streckliege zur Entlastung der Bandscheiben und zur Förderung der Wirbelsäulenmechanik eingesetzt werden.
Magnetfeldtherapie BEMER
Die BEMER-Therapie (wissenschaftlich nicht anerkannt) wird in meiner Praxis zur Förderung der Mikrozirkulation eingesetzt. Eine verbesserte Durchblutung der kleinsten Blutgefäße kann die Zellversorgung unterstützen – was bei Patienten mit langer Kortisontherapie und erschöpftem Gewebe eine hilfreiche Ergänzung darstellen kann.
📋 Fallbeschreibung aus der Praxis (fiktiv, nicht reale Begebenheit)
Eine 52-jährige Patientin kam in meine Praxis, nachdem sie seit rund drei Jahren wegen rheumatoider Arthritis mit Prednisolon behandelt wurde. Sie war dankbar für die deutliche Schmerzlinderung, litt aber unter einer Gewichtszunahme von über acht Kilogramm und berichtete von regelmäßigen Infekten.
In der Anamnese zeigte sich ein gestörtes Darmmikrobiom (bestätigt durch einen Laborbefund) sowie ein erheblicher Vitamin-D-Mangel. Der Omega-3-Index lag deutlich unterhalb des empfehlenswerten Bereichs.
Wir begannen begleitend mit einem strukturierten Darmaufbau, ergänzten Vitamin D3/K2, Omega-3-Fettsäuren und Magnesium. Ernährungsanpassungen wurden erarbeitet. Parallel wurde Neuraltherapie eingesetzt. Nach rund vier Monaten berichtete die Patientin von weniger Infekten und stabilisiertem Gewicht – die medikamentöse Therapie blieb unverändert und lag weiter in ärztlicher Hand.
⚠️ Rein fiktive Fallbeschreibung zur Illustration des Vorgehens. Keine Heilungsversprechen. Ergebnisse variieren individuell.
🗓️ Wie läuft eine naturheilkundliche Begleitung ab?
Ein Erstgespräch in meiner Praxis dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten. Ich erhebe dabei eine ausführliche Anamnese, werte vorhandene Befunde aus und erkläre, welche Möglichkeiten ich sehe. Wichtig ist mir dabei, dass Sie als Patient verstehen, was ich tue und warum – Transparenz ist Teil meiner Philosophie.
Viele Patienten kommen mit einem Stapel Arztbefunde, die sie selbst nicht richtig einordnen können. Ich nehme mir Zeit, diese gemeinsam zu besprechen. Häufig ergeben sich dabei Erkenntnisse, die bisher übersehen wurden – etwa ein Mikronährstoffmangel, eine auffällige Entzündungsbelastung oder ein Hinweis auf Darmprobleme.
- Erstgespräch und Anamnese – was ist die aktuelle Situation, welche Medikamente werden eingenommen?
- Diagnostik – Laborwerte, ggf. Bioresonanzdiagnostik, Blutbild
- Individueller Begleitplan – Mikronährstoffe, Ernährung, Darm, Regulationstherapie
- Begleitende Behandlung – z. B. Neuraltherapie, Akupunktur, Infusionen
- Verlaufskontrolle – in regelmäßigen Abständen, Anpassung nach Befund
- Abstimmung mit dem behandelnden Arzt – Kommunikation und Koordination
Ich unterstreiche noch einmal: Die Anpassung der Kortisonmedikation ist ausschließlich Aufgabe des Arztes. Meine Arbeit ist begleitend, ergänzend und stärkend – nicht ersetzend.
Kortison darf niemals eigenständig abgesetzt oder reduziert werden. Das plötzliche Absetzen kann zu einer Nebennierenkrise führen – einem medizinischen Notfall. Alle Änderungen der Medikation müssen mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Naturheilkundliche Maßnahmen ersetzen keine ärztliche Behandlung und keine verordnete Medikation.
❓ Häufige Fragen zur naturheilkundlichen Begleitung bei Kortison
Das ist ein verständlicher Wunsch – aber kein Ziel, das ich ohne ärztliche Begleitung ansteuere. Was möglich ist: den Körper zu stärken, sodass er besser mit der Situation umgehen kann. Eine eventuelle Dosisanpassung ist ausschließlich Sache des Arztes.
Die Neuraltherapie kann Regulationsstörungen des vegetativen Nervensystems ansprechen, die an Entzündungsprozessen beteiligt sein können. Sie ist wissenschaftlich nicht anerkannt. In der naturheilkundlichen Praxis wird sie jedoch häufig als begleitende Maßnahme eingesetzt.
Hier können Ernährungsanpassungen und eine Optimierung des Stoffwechsels sinnvoll sein. Ziel ist kein schneller Gewichtsverlust, sondern eine langfristige Stabilisierung. Wichtig: Die Ursache der Gewichtszunahme (veränderte Fettverteilung vs. erhöhter Appetit) beeinflusst den Ansatz.
Vitamin D3 in Kombination mit K2 ist hier besonders relevant. Laborgestützt sollte der Versorgungsstatus überprüft werden. Kalziumsupplementierung ist in einigen Fällen sinnvoll – aber nicht pauschal. Bewegungstherapie und Krafttraining unterstützen den Knochenstoffwechsel zusätzlich.
Ja, die gibt es. Bestimmte Pflanzenpräparate und Mikronährstoffe können den Cortisolspiegel oder dessen Metabolismus beeinflussen. Deshalb bespreche ich alle geplanten Ergänzungen immer im Kontext der bestehenden Medikation – und empfehle bei Bedarf die Rücksprache mit dem verschreibenden Arzt.
Ja – naturheilkundliche Maßnahmen schließen eine konventionelle Therapie nicht aus, sondern ergänzen sie. Das Ziel ist nicht, die Schulmedizin zu ersetzen, sondern den Körper während der Therapie bestmöglich zu stärken. Gerade bei Autoimmunerkrankungen kann dies langfristig einen Unterschied machen.
Die Bioresonanzdiagnostik und -therapie nach Paul Schmidt ist wissenschaftlich nicht anerkannt. In meiner Praxis setze ich sie ergänzend ein, um Regulationsmuster einzuschätzen – nicht als Ersatz für konventionelle Diagnostik. Ob sie für Ihre Situation sinnvoll ist, besprechen wir im Erstgespräch.
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🌿 Naturheilkundliche Begleitung bei Kortison – jetzt anfragen
Sie nehmen Kortison und wünschen sich eine ganzheitliche Begleitung? Ich nehme mir Zeit für Ihre Situation – individuell und ohne Pauschallösungen.
Heilpraktiker Arno Kreuer · Silcherstraße 9 · 73249 Wernau bei Stuttgart · kreuer@mail.de
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